Reja beendete das Zittern

Dreifacher Torschütze des ESVB beim 4:2 in Geretsried / Starker Torwart Nachtmann

EISHOCKEY

Ex-Weltmeister Bohuslav Ebermann kann wieder ruhiger schlafen. Der Trainer des ESV Bayreuth, der am Freitagabend beim 1:3 gegen Kaufbeuren ob der dürftigen spielerischen Vorstellung seines Teams in die Kritik geraten war, konnte sich gestern über einen 4:2 (0:1, 3:1, 1:0)-Sieg seiner Schützlinge beim Oberliga-Schlusslicht TuS Geretsried freuen und etwas durchatmen.

Allerdings mussten die "Tigers" bis zur vorletzten Minute um den Erfolg bangen, ehe der auffällige Kanadier Danny Reja das Zittern seiner Mannschaft mit seinem dritten Treffer beendete. Ob damit der Knoten bei den Wagnerstädtern geplatzt ist, die am kommenden Samstag um 19.30 Uhr zum Kassenschlager den Tabellenzweiten ETC Crimmitschau erwarten?
Nach dem ersten Drittel haderten die Oberfranken mit dem Schiedsrichter, der sie nach ihrer Meinung mehrmals benachteiligt hätte. Vor allem mit dem Führungstreffer der Oberbayern in der 9. Minute waren die Gäste nicht einverstanden. Der Grund: ESVB-Verteidiger Thumm wurde bei einem Weitschuss an der Hand verletzt. Der Abwehrspieler wälzte sich auf dem Eis und die Gastgeber nutzen die Verunsicherung der Nordbayern zur Führung. Der Protest von Torhüter Nachtmann brachte eine 10-Minuten-Strafe ein.
Die Wagnerstädter waren mit zwei Überzahlsituationen in den ersten fünf Minuten gestartet, wobei allerdings nur gefährliche Weitschüsse der Verteidiger Kolek (3.) und Thumm (4.) zu verzeichnen waren. Dagegen bot sich bei einer Walz-Strafe eine zwingende Chance für Geretsried. ESVB-Keeper Nachtmann war bereits geschlagen, doch Verteidiger Kolek rettete auf der Torlinie.
Erst nach dem Rückstand agierten die Gäste druckvoller in der Offensive, doch der Abschluss klappte nicht. Bei zwei Schüssen in der 10. Minute hatte Reja Pech, wobei sein Schuss die Latte streifte. Auch bei Meyer fehlte nach einer Heinisch-Vorlage der berühmte Zentimeter, ehe Heinisch (17.) aus fünf Metern am TuS-Torwart scheiterte. Dazwischen lag allerdings eine hundertprozentige Chance der Geretsrieder, als TW Nachtmann einen Huml-Konter mit einer Glanztat abwehrte.
Eine kritische 3:5-Unterzahlsituation überstanden die Gäste zu Beginn des zweiten Abschnitts ohne Gefahr. Obendrein wurde der erste Spielzug mit einem Treffer abgeschlossen. Polaczek legte dabei klug auf für Bärnreuther, der ins leere Tor traf. Doch der Auftrieb blieb aus. Nach einem gefährlichen Kolek-Schuss wirkte ein anschließendes Überzahlspiel harmlos. Die Quittung: Von der Strafbank zurückgekehrt, setzte Valasek TuS-Stürmer Hansch mit einem präzisem Pass in Szene und der ließ Nachtmann beim 2:1 keine Abwehrchance.
Die "Tigers" erzielten weiterhin optische Vorteile, doch dauerte es bis zur 37. Minute, ehe der Ausgleich in Überzahl glückte. Nach einem Zimmermann-Schlagschuss reagierte Reja am schnellsten und vollstreckte mit einem Rückhandschuss zum 2:2. Die anschließende Verunsicherung von TuS-Keeper Tucak nutzte der Gast 59 Sekunden vor der zweiten Drittelpause zur nicht unverdienten Führung. Nach einem abgewehrten Michailov-Knaller traf der nachsetzende Reja.
Im abwechslungsreichen Schlussdrittel versäumten zunächst die Oberfranken eine Vorentscheidung zu ihren Gunsten. Bärnreuther schien in der 42. Minute bei einem Break auf dem Weg zum 4:2, doch im letzten Moment fälschte ein TuS-Verteidiger den Schuss mit dem Schoner ab. Und Sekunden später visierte Cmunt nur den Außenpfosten an. Danach rückte allerdings "Geburtstagskind" Nachtmann in den Blickpunkt des Geschehens. Der Keeper, der gestern seinen 25. Geburtstag feierte, verhinderte mit tollen Reaktionen bei Schüssen von Kames (44.) und Huml (48.) den möglichen Ausgleich und hatte das Glück des Tüchtigen, dass Hansch (46.) aus etwa sechs Metern die Scheibe nicht ins verlassene Tor brachte. Obendrein erwies sich Nachtmann in der Schlussphase bei Breakchancen der TuS-Akteure Demmel und Huml (56.) als sicherer Rückhalt.

Cmunt ins Krankenhaus

Hektik kam in den Schlusssekunden auf. Bei einem Vajdak-Foul im Zweikampf an Cmunt krachte der ESVB-Stürmer an die Bande und zog sich eine klaffende Platzwunde am Kopf zu. Er musste nach Spielschluss zur Untersuchung ins Krankenhaus gebracht werden. Das folgende Überzahlspiel nutzte der ESVB zum 4:2 genau 81 Sekunden vor Schluss.

TuS Geretsried:

Tucak - Demmel, Vajdak; Jellen, Zinnecker; Wiele, Nitsch - Schury, Kames, Tomek; Hansch, Harrer, Huml; Auer, Menge, Valasek; Dornbach.

ESV Bayreuth:

Nachtmann - Zimmermann, Kolek; Katz, Thumm; Singaitis, Kulczinski - Michailov, Stephens, Reja; Heinisch, Cmunt, Bärnreuther; Polaczek, Walz, Meyer.

SR:

Pfeil (Königsbrunn);

Zuschauer:

471;

Strafminuten:

Geretsried 14 plus 5 plus Spieldauerd. gegen Vajdak, ESVB 18 plus 10 gegen Nachtmann (Reklamieren).

Tore:

1:0 (9.) Huml (Dornbach), 1:1 (23.) Bärnreuther (Cmunt, Polaczek), 2:1 (32.) Hansch (Valasek, Vajdak), 2:2 (37.) Reja (Zimmermann, Michailov - 5 gegen 4), 2:3 (40.) Reja (Michailov, Stephens), 2:4 (59.) Reja (Zimmermann - 5 gegen 4).



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth, Bayreuth Tigers GmbH