Regionalliga- Gipfeltreffen voll Rasse und Klasse

SVB- Eishockeyteam schüttelte Verfolger TSV Königsbrunn ab/ Hart erkämpft 3:1- Erfolg vor 3300 Zuschauern

Das Gipfeltreffen in der Eishockey- Regionalliga hielt was es versprach. 3300 Zuschauer im beinahe ausverkauften Städtischen Kunsteisstadion erlebten gestern Abend einen Schlagabtausch voll Rasse und Klasse und hatten nach der Schlusssirene zudem berechtigten Grund zum Jubeln. Spitzenreiter SV Bayreuth steuerte  auch im achten Treffen in Folge auf Erfolgskurs und schüttelte mit einem 3:1 (1:0, 0:1, 2:0)- Sieg den über weite Strecken Paroli bietenden Verfolger TSV Königsbrunn vorerst ab. Mit 16:2 Zählern gilt Neuling SVB schon jetzt als heißer Oberliga- Anwärter. Mit TSV Trostberg erwarten die Wagnerstädter am kommenden Sonntag um 18 Uhr wiederum eine Mannschaft aus der vorderen Tabellenregion.

„Man kann ein Spiel nicht unbedingt an den Toren messen“ resümierte Bayreuths Sportamtsleiter schon nach dem zweiten Drittel. Und mit dieser Behauptung behielt er zweifellos recht. Das Niveau des gestrigen Treffens mit „nur“ vier Toren ist weitaus höher einzuordnen als z. B. die Kantersiege in den letzten drei Heimspielen.
Beide Teams unterstrichen mit guten Leistungen, dass sie zurecht zum Kreis der Titelfavoriten gezählt werden. Sie schenkten sich nichts ohne dabei etwa den körperlichen Einsatz zu übertreiben. Die einzige wenig rühmliche Ausnahme bildete lediglich TSV- Stürmer W. Bertele, der im Schlussdrittel eine „Keilerei“ auf dem Eis anzettelte und dafür von den außerordentlichen umsichtig leitenden Schiedsrichter mit einer Spieldauerdisziplinarstrafe bedacht wurde. War der Gaststürmer, der sich bis zu diesem Zeitpunkt recht gut in Szene gesetzt hatte. Opfer seiner Nerven geworden, nachdem die Bayreuhter mit einem Doppelschlag zu 3:1- Führung innerhalb von 36 Sekunden die Weichen auf Sieg gestellt hatten? Zur Entschuldigung muss allerdings ergänzt werden: Dieses Schlussdrittel mit seiner Vielzahl prickelnder Torraumszenen (hauptsächlich vor dem Gehäuse der Gäste) sowie harter Duelle hatte es wirklich in sich. Dass die Bayreuther tatsächlich bis zum Schluss um den knappen Erfolg bangen mussten, war hauptsächlich einen Mann zuzuschreiben: Gästetorsteher Gorcia. Der reaktionsschnelle Mann im Gehäuse des TSV Königsbrunn, der vor einer Woche beim 6:4 des SVB verletzungsbedingt gefehlt hatte, avancierte zum überragenden Mann auf dem Eis. Allein im ersten Drittel machte er gute Einschussmöglichkeiten von Endres (3), Plattner (2) und L. Schmid in imponierender Manier zunichte. Als er in der 51. Minute einen platzierten Schlagschuss Campbells (nach überlegtem Zuspiel L. Schmid) bravourös entschärfte, zollten ihm alle einheimischen Eishockeyfans Sonderbeifall für diese Klasseleistung.
Das Kombinationsspiel in diesem tempogeladenem Spitzenduell lief bei den Oberfranken nicht immer ganz nach Wunsch. Als sie sich im zweiten Drittel sichtlich bemühten, das Mannschaftsspiel zu forcieren, kassierten die nach einem Missgeschick von Verteidiger Fritsch und Torhüter Knetsch, der ansonsten eine fehlerlose Partie zeigte, prompt den Ausgleich. Erst in den Anfangsminuten des letzten Durchgangs inszeniert der SVB elanvolle Sturmläufe.
Noch zu bemängeln: Sinnvoll aufgezogenes Powerplay bei zahlenmäßiger Überlegenheit war lediglich in den ersten 20 Minuten zu konstatieren.
Speziell in diesen Situationen wurde der verletzte Spielertrainer G. Schmid (Muskelfaserriss) als etatmäßiger „Einfädler“ vom Dienst vermisst.
Zu den positiven Aspekten zählt fraglos, der inzwischen abgeschlossene Eingewöhnungsprozess der „Neuen“. Janker verdiente dich in der Deckung neben Campbell das Prädikat „zuverlässig“. Der zweite Ex Nürnberger Wilhelm tat sich als Aktivposten im zweiten Sturm hervor während Endres ohnehin nicht mehr aus der ersten Sturmformation wegzudenken ist. Lediglich im Abschluss sollte der Ex- Inzeller noch etwas konzentrierter zur Sache gehen.
In punkto taktischer Disziplin verdienten sich die Schwaben ohnehin ein Gesamtlob. Sie operierten betont aus der Defensive und bereiteten mit einem massiven Block im Zentrum Bayreuths Stürmern allerhand Kopfzerbrechen. Zudem hatten sich die Gäste ein Rezept zurechtgelegt, das in Zukunft vermutlich Schule machen dürfte. SVB- Sturmtank Bob Horton hatte sich harter Manndeckung zu erwehren. Der energisch, attackierende Kossmann ließ dem einheimischen Kanadier wenig Spielraum. Die Folge Horton wusste nicht in gewohnter Weise zu brillieren, wenngleich der Publikumsliebling keinesfalls enttäuschte.
Horton rackerte nach besten Kräften, scheute keine weiten Wege und zeigte in den Schlussminuten vorbildlichen Kampfgeist. Er war in der 50. Minute vom Stock des TSV- Verteidigers Bryckowsky an der Stirn getroffen worden. Der SVB- Stürmer hatte die Platzwunde kurz behandeln lassen und half in der Schlussphase den knappen Sieg über die Zeit zu retten.
„Unser Spiel gemacht!
In den höchsten Tönen lobte SVB- Spielertrainer Gerhard Schmid seine kampfstarke Truppe. Im einzelnen führte er aus: Ich glaube wir haben ein gutes Spiel gesehen und haben daher allen Grund zufrieden zu sein. Für uns war es wichtig, dass wir uns vom Gegentor nicht aus dem Konzept bringen ließen. Uns sind in dieser Phase keine dummen Fehler unterlaufen. Wir haben unser Spiel gemacht und dies war letztlich ausschlaggebend.
Die Königsbrunner erwiesen sich, wie eigentlich nicht anders erwartet, als starker Gegner. Unser Stürmer Horton, der allerdings verletzungsbedingt gehandikapt war, würde von den Gästen mit konsequenter Manndeckung wirkungsvoll abgeblockt. An diese Spielweise der Gegner, wird sich Horton künftig gewöhnen müssen.
Tore: 1:0 Horton (17.- Nachschuss), 1:1 W. Bertele (36. – Pass H. Bertele), 2:1 L. Schmid (43.- Pass Horton), 3:1 Endres (44.- Nachschuss).
Strafminuten: SVB (6), TSV Königsbrunn (17. und 10 und Spieldauerdisziplinarstrafe für W. Bertele).
Schiedsrichter: Obenberg (Grafing), Köhler (Erkehrsreuth).
Zuschauer: 3300



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth