Aufbäumen nach 1:4-Rückstand belohnt

Cmunt erzielte in der Verlängerung den 5:4-Siegtreffer des ESVB gegen Deggendorf / Viele Fehler bestraft

EISHOCKEY

Von Siegfried Zerrenner

"Das war zwar keine optimale Leistung meiner Mannschaft, aber wir haben gewonnen." Trainer Bohuslav Ebermann brachte es nach dem 5:4 (1:1, 1:3; 2:0) nach Verlängerung gegen den Oberligazehnten Deggendorfer EC treffend auf den Punkt. Ebenso gravierend wie die hohe Fehlerquote, die im zweiten Abschnitt zum 1:4-Rückstand führte, war das lobenswerte Aufbäumen im Schlussdrittel. In der "Nachspielzeit" musste der ESVB-Anhang vor Cmunts Siegtreffer zwei Mal kräftig durchatmen.

Gästetrainer Ron Chyzowski konnte sich dennoch über den ersten Saison-Auswärtspunkt seines ersatzgeschächten Teams freuen. "Wir haben noch 23 Spiele zu absolvieren und geben im Rennen um Platz acht noch nicht auf," gab er sich kämpferisch.
Bei den entscheidenden Szenen im ersten Drittel war der Kanadier Stephens maßgeblich beteiligt. Die Oberfranken hatten durch Bärnreuthers 1:0-Führung (5.), als er nach einem herrlichen Cmunt-Pass elegant vollstreckte, das Spiel nach einigen Anfangswirren in den Griff bekommen. Das 2:0 schien in der 8. Minute fällig, doch Deggendorfs überragender Torhüter Cinibulk parierte einen Stephens Volleyschuss mit einer Glanzparade, ehe der Kanadier bei einem Überzahlspiel mit einem Fehlpass die Vorlage zum ärgerlichen Ausgleich der Donaustädter servierte. Wie weggeblasen waren dadurch die guten Vorsätze der Einheimischen, die mit Abspiel-Nachlässigkeiten den in der Defensive klug gestafftelten Gast regelrecht aufbauten und trotz optischer Vorteile bis zur Drittelpause ohne weitere zwingende Chance blieben.
Dies änderte sich zwar im zweiten Abschnitt zunächst gravierend, doch dann entnervte der reaktionsschnelle Gästekeeper die ESVB-Stürmer. Polaczek (23.), Heinisch, Asanger (23.), Kubicek (24.), Bärnreuther (29.) sowie Kolek und Cmunt (29.) scheiterten am tschechischen Schlussmann, ehe ein Patzer des einheimischen Junioren-Torwarts Schmidt in der 30. Minute Deggendorf die überraschende Führung bescherte. Die Konfusion bei den zahm gewordenen "Tigers" war perfekt, als eine unnötige Kulczynski-Strafzeit nur 44 Sekunden später zum 1:3 führte.
Sympomatisch das folgende Überzahlspiel nach dem Schema "mit dem Kopf durch die Wand". Und nach einem Fehlschuss von Verteidiger Katz war der langsam schaltende Abwehrspieler beim anschließenden Konter regelrecht überfordert. Der eingewechselte Torhüter Nachtmann war jedenfalls beim 1:4 machtlos. Möglicherweise war die Unordnung in der Defensive durch eine verletzungsbedingte Umstellung verursacht worden, denn Zimmermann hatte sich im Training eine Schultereckgelenksprengung (etwa vier Wochen Pause) zugezogen. Der zu Kolek in den ersten Block beorderte Katz blieb mitunter ohne Bindung und das Duo Singaitis-Kulczynski "wackelte" bei Angriffen der Gäste.
Die Bayreuther Aufholjagd deutete sich bereits Ende des zweiten Drittels durch das 2:4 (Walz) an und wurde auch durch ein umstrittenes Strafmaß gegen Stephens (2 plus 10 Min.) nicht gestoppt. Für Stephens rückte Cmunt in den ersten Block und Heinisch dafür in die zweite Formation, während Trainer Ebermann auf den dritten Block verzichtete. Die Taktik ging auf, denn die Einheimischen gekamen Oberwasser und das Nachsetzen in Torraumszenen wurde belohnt. Reja konnte so in der 49. und 54. Minute DEC-Keeper Cinibulk zum 3:4 und zum 4:4 überwinden. Bei Chancen von Stephens (57.) und Polaczek (60.) war der Siegtreffer möglich, den bei den Gästen auch Garthe (58.) und Johnson (59.) während der regulären Spielzeit auf dem Stock hatten.
In der Verlängerung agierten zunächst die Gäste zielstrebiger. Nach guten Reaktionen von TW Nachtmann bei Schüssen von Draxler und Gaudet (62.) gelang allerdings Cmunt bei einem schnellen Spielzug 102 Sekunden vor Schluss das Siegtor für die Einheimischen .

ESV Bayreuth:

Schmidt (ab 32. Nachtmann) - Katz, Kolek; Kubicek, Thumm; Singaitis, Kulczynski - Meyer, Stephens, Reja; Polaczek, Cmunt, Bärnreuther; Asanger, Heinisch, Walz; Trolda.

Deggendorfer EC:

Cinibulk - Weber, Tsyplakov; Kelleher, Vogl - Draxler, D. Gaudet, Johnson; Menauer, Garthe, Kulzer; Pledl, Retzer, Eisenhut.

SR:

Pfeil (Königsbrunn);

Zuschauer:

1327;

Strafminuten:

Bayreuth 16 plus 10 gegen Stephens (Unsportlichkeit), Deggendorf 14.

Tore:

1:0 (5.) Bärnreuther (Cmunt, Thumm), 1:1 (14.) Draxler (Garthe - 4 gegen 5), 1:2 (30.) D. Gaudet (Weber, Johnson), 1:3 (30.) Johnson (Garthe, D. Gaudet - 5 gegen 4), 1:4 (33.) Johnson (Draxler), 2:4 (38.) Walz (Cmunt), 3:4 (49.) Reja (Heinisch), 4:4 (54.) Reja (Meyer, Kolek), 5:4 (64.) Cmunt (Kolek, Bärnreuther).



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth, Bayreuth Tigers GmbH