Erstmals 6-Punkte-Doppelspieltag der Tigers

Mit 6:3 in Füssen Aufwärtstrend bestätigt / ESVB-Torwart Nachtmann glänzte als Rückhalt in kritischen Phasen

EISHOCKEY

Just an Weihnachten verzeichnete der ESV Bayreuth seinen ersten 6-Punkte-Doppelspieltag in dieser Oberliga-Saison. Mit einem 6:3 beim Schlusslicht EV Füssen bestätigten die "Tigers" ihren beim 4:3 gegen Geretsried angedeuteten Trend zu mannschaftlicher Geschlossenheit, den es am Freitag im Derby gegen Haßfurt fortzusetzen gilt.

Der klare 3:0-Zwischenstand nach dem ersten Drittel wird dem Spielverlauf jedoch nicht ganz gerecht. Der Grund: Während die Bayreuther ihre Chancen entschlossen nutzen konnten, scheiterten die Füssener bei fünf "Hochkarätern" jeweils am tüchtigen ESVB-Keeper Nachtmann, der bereits in der Anfangsphase eine frühe Führung der Allgäuer verhinderte. So kam der einheimische Stürmer Vacca schon in der 2. Minute frei zum Schuss, doch Nachtmann rettete mit einer Glanzparade und auch während einer Unterzahlsituation nach einer unnötigen Singaitis-Strafzeit war er bei einem Kaufmann-Geschoss (4.) auf dem Posten.
Zwingender agierten allerdings die "Tigers" bei ihrem ersten Powerplay. Noch vor dem 1:0 durch einen von Meyer abgefälschten Kolek-Distanzschuss (7.) hatten Heinisch und Stephens (6.) "angeklopft".
Glück hatte allerdings TW Nachtmann in der 10. Minute. Bei einem Befreiungsschlag der Allgäuer rutschte der Puck aus der Fanghand des Schlussmanns, doch der aufmerksame Verteidiger Kubicek rettete in höchster Not. Höchst umstritten war eine Entscheidung des Peitinger Schiedsrichters von de Fenn nach einer Rangelei an der Bande (12.). Nach einer 2-Minuten-Strafzeit verpasste er dem reklamierenden ESVB-Verteidiger Kolek weitere 10 Minuten. Kräftig durchschnaufen musste Bayreuths neuer Trainer Hans Rothkirch auch wenige Sekunden später. Bei einem Alleingang konnte Füssens Torjäger Kaufmann jedoch den ausgezeichnet reagierenden ESVB-Keeper nicht überlisten. EVF-Tormann Irrgang rückte Sekunden später (15.) in den Blickpunkt, als der im Fallen einen Trolda-Schuss im letzten Augenblick abwehrte. Ein Abspielfehler hätte beinahe Folgen für die Oberfranken gehabt, doch Nachtmann bügelte den Schnitzer bei einem Friedl-Konter aus, ehe im Gegenzug Cmunt aus spitzem Winkel mit etwas Glück das 2:0 besorgte. Auch unmittelbar vor dem 3:0 der Wagnerstädter schien der Altmeister einem Treffer nahe, als Nachtmann mit dem Schoner gegen Vacca klärte, doch den nächsten, konstruktiv von Kubicek und Häußinger vorgetragenen Konter schloss Heinisch geschickt ab.
Füssens Trainer Georg Holzmann reagierte mit einem Torhüterwechsel zu Beginn des zweiten Abschnitts und tatsächlich wirkte die Defensive der Einheimischen stabiler. Die Gäste, die im ersten Durchgang noch 20 Strafminuten erhalten hatten, agierten dennoch cleverer und ließen ihrerseits ebenfalls nur wenige zwingende Aktionen vor ihrem Gehäuse zu.
In kritischen Situationen erwies sich erneut TW Nachtmann als sicherer Rückhalt. In der 24. Minute entschäfte er Schuss und Nachschuss des frei stehenden Friedl, während er in der 33. Minute bei einer Larsson-Aktion mit dem Schoner parierte. Auch für Vacca und Sänger (jeweils 34.) blieb der Schlussmann ein unüberwindbares Hindernis. Andererseits hätten die Franken die Führung sogar noch ausbauen können. Bei einem druckvollen Powerplay konnte der eingewechselte EVF-Torwart Martinovic einen Schuss von Verteidiger Katz erst im Nachfassen meistern (24.), während er vier Minuten später bei einer Kolek-Aktion sein Können unter Beweis stellte. Auffällig: In Unterzahlsituationen agierte die Gäste geschickt, die Allgäuer verzeichneten jedenfalls keine einzige klare Möglichkeit.
Der Beginn des Schlussdrittels erinnerte an frühere Spiele: Nachlässigkeiten brachte Füssen schnell auf 2:3 heran, ehe ein Bayreuther Doppelschlag ein Kippen der Partie verhinderte. Dafür legte Youngster Häußinger mit dem 4:2 genau 19 Sekunden nach dem Gegentreffer den Grundstein. Die Cleverness gab letztlich den Ausschlag zum souveränen Sieg der Gäste.

EV Füssen:

Irrgang (ab 21. Martinovic) - Fordal, Gmeinder; Polkovnikov, Koziol; Steiner, Büdinger - Kaufmann, Jung, Larsson; Vacca, Sänger, Opulskis; Schneider, Boldaveshko, Friedl; Wolf.

ESV Bayreuth:

Nachtmann - Kulczynski, Kolek; Katz, Thumm; Singaitis, Kubicek - Michailov, Stephens, Meyer; Polaczek, Cmunt, Bärnreuther; Asanger, Heinisch, Trolda; Häußinger.

SR:

Von de Fenn (Peiting);

Zuschauer:

1038;

Strafminuten:

Füssen 12, Bayreuth 18 plus 10 gegen Kolek (Reklamieren).

Tore:

0:1 (7.) Meyer (Kolek, Stephens - 5 gegen 4), 0:2 (18.) Cmunt, 0:3 (20.) Heinisch (Häußinger, Kubicek), 1:3 (42.) Opulskis (Vacca - 5 gegen 4), 2:3 (43.) Kaufmann (Boldaveshko) 2:4 (43.) Häußinger (Heinisch), 2:5 (45.) Stephens (Kolek, Michailov), 3:5 (54.) Boldaveshko, 3:6 (60.) Bärnreuther (Nachtmann - 6 gegen 5).



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth, Bayreuth Tigers GmbH