Gästekeeper raubte ESVB-Stürmern den Nerv

Hohe Fehlerquote und unübersehbare Abschlussschwächen bei der 3:6-Derbyniederlage gegen Haßfurt bestraft

EISHOCKEY

Von Siegfried Zerrenner

Neuer Trainer, altes Manko! Im Oberliga-Derby gegen den ERC Haßfurt ließ sich der ESV Bayreuth durch die höhere Eigenfehlerquote sowie unübersehbare Abschlussschwächen auf die Verliererbahn drängen. Bei der 3:6 (1:2, 1:3, 1:1)-Niederlage brachte außerdem der wiederum überragende Gästetorwart Ulrik Kuhnekath mit Glanztaten in Serie die einheimischen Stürmer schier zur Verzweiflung. "Nach vertanen Chancen habe ich das Unheil früh befürchtet", resümierte ESVB-Coach Hans Rothkirch.

Zur Freude der Anhänger beider Lager lieferten sich beide Teams von Beginn an einen offenen Schlagabtausch bei hohem Tempo. Der Anfangselan der mitunter spritziger wirkenden Gäste wurde allerdings nach 176 Sekunden durch die erste Strafzeit (Dobler) gebremst. Als im Anschluss auch Gästeverteidiger Fritz auf die Strafbank musste, bot sich den Einheimischen bei fast vier Minuten Überzahl die Chance zu Führung. Doch sie blieb ungenutzt. Stattdessen wurde Gästekeeper Kuhnekath regelrecht warmgeschossen. Er machte in dieser kritischen Phase der Gäste fünf zwingende Möglichkeiten von Reja, Stephens, Heinisch, Bärnreuther und Asanger zunichte, ehe sich die Gäste aus der Umklammerung lösten und ein Lehrbeispiel lieferten, wie man aus wenigen Gelegenheiten eine 2:0-Führung erzielt.
Beim 0:1 regierte ESVB-Verteidiger Kulczynski bei einer Abwehraktion nicht entschlossen genug und beim 0:2 betätigte sich Katz mit einem Schnitzer im Angriffsdrittel als unfreiwilliger Einfädler. Torhüter Nachtmann, der Sekunden vorher einen Mix-Alleingang abgewehrt hatte, schien bei einem Morin-Solo erneut Sieger, ehe ihm der Puck über die Torlinie rutschte.
Dagegen unterlief den Mainfranken nur eine Unaufmerksamkeit: Ausgerechnet Junior Trolda erwies sich beim 1:2-Anschlusstor als kaltschnäutziger Vollstrecker. Cmunt und Katz scheiterten im Anschluss wieder am Keeper der Unterfranken, die nach 50 Sekunden des zweiten Drittels die einheimische Deckung regelrecht aushebelten. Ausgangspunkt war eine kleine Rangelei von Katz im Mitteldrittel und bei der anschließenden 1:2-Situation war Verteidiger-Kollege Thumm überfordert.
Der 1:3-Rückstand hinterließ zweifellos Spuren bei den "Tigers", die zunächst nur Torhüter Nachtmann im Spiel hielt. Er verhinderte bei Möglichkeiten von Mix (24.), Tremblay (28.) und Jodion (31.) einen höheren Rückstand, ehe eine Sekunde nach Ablauf einer umstrittenen Singaitis-Strafzeit Marcoux (33.) im Gegenzug nach einem knapp verfehlten Cmunt-Braek zum 4:1 traf. Damit waren die Gastgeber offensichtlich am Nerv getroffen, denn Meyer (35.), Polaczek (37.) und Stephens (38.) ließen zum Teil aus kurzer Distanz beste Chancen beinahe fahrlässig ungenutzt. Unmittelbar nach Kubiceks Überzahltor zum 2:4 hatte Cmunt mit einem Lattenkracher Pech und im Gegenzug stellte der auffällige ERC-Stürmer Mix den alten 3-Tore-Abstand wieder her.

Unterbrechung

Für Aufregung sorgte kurz vor Beginn des Schlussdrittels ein von außerhalb des Eisstadions abgefeuerter Knallkörper. Während sich der Übeltäter mit dem Fahrrad aus dem Staub machte, ließ der Schiedsrichter das Eis neu aufbereiten. Doch damit wurden die Aktionen der Wagnerstädter nicht besser. Mit umgestellten zwei Blöcken erzielten im Schlussdrittel zwar ein optisches Übergewicht, allerdings fehlte der Biss im Abschluss. Der stets rackernde Stephens erzielte neben Cmunt noch die meiste Wirkung in der Offensive, aber in der 44. und 49. Minute verzweifelte er an TW Kuhnekath, der sich in der 58. Minute bei einem Thumm-Schuss geschlagen geben musste. Den Schlusspunkt setzte der Gast mit einem Penalty, den Torwart Nachtmann mit einem Stockwurf verursacht hatte.

ESV Bayreuth:

Nachtmann - Kolek, Kulczynski; Katz, Thumm; Kubicek, Singaitis - Meyer, Stephens, Reja; Polaczek, Cmunt, Bärnreuther; Asanger, Heinisch, Häußinger; Trolda.

ERC Haßfurt:

Kuhnekath - Jodoin, Cote; Fritz, Johansson; Hoffmann, Dobler - Koslowski, Treblay, Mix; Morin, Maidment, Marcoux; Grömling, Heubach, Popek.

SR:

Drews (Regensburg);

Zuschauer:

2057; Strafminuten: Bayreuth 10, Haßfurt 22.

Tore:

0:1 (9.) Jodoin (Tremblay, Koslowski), 0:2 (14.) Morin (Fritz), 1:2 (18.) Trolda (Heinisch), 1:3 (22.) Maidment (Morin, Marcoux), 1:4 (33.), Marcoux (Maidment), 2:4 (38.) Kubicek (Stephens, Reja - 5 gegen 4), 2:5 (39.) Mix (Tremblay, Koslowski), 3:5 (58.) Thumm (Cmunt, Bärnreuther), 3:6 (59.) Mix (Penalty).



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth, Bayreuth Tigers GmbH