Defensive aus den Angeln gehoben

Enttäuschender ESVB unterlag in Peiting mit 4:8

EISHOCKEY

Mit nur mäßigem Zweikampfverhalten gab es für den ESV Bayreuth beim Überraschungsvierten der Oberliga Süd nichts zu erben. Bei der 4:8 (2:5, 1:0, 1:3)-Niederlage beim Neuling EC Peiting wurde die Defensive der im ersten und letzten Drittel enttäuschenden Gäste vom Neuling regelrecht aus den Angeln gehoben. Im Derby am Freitag gegen den Nachbarn ERC Selb wird sich der Tabellenachte in allen Bereichen steigern müssen, um seine Position zu behaupten.

Für die Peitinger Zuschauer hatte das erste Drittel zwar guten Unterhaltungswert, doch das spielerische Niveau hielt sich in Grenzen. Auf beiden Seiten profitierte man von Schwächen des Gegners, wobei die Fehlerquote klar beim Gast lag, dessen angebliches Defensivkonzept auch dadurch zerstört wurde, weil sich Torhüter Nachtmann nur in den ersten Minuten als Rückhalt erwies. Beim Doppelschlag der Einheimischen in der sechsten Minute sah zunächst der Keeper nicht gut aus. Sein Abpraller nach einem Weitschuss landete direkt beim Torschützen Sikora und beim 0:2 nach dem Bully konnte Meciar aus fünf Metern ungestört Maß nehmen.
Nach dem nicht unhaltbaren Anschlusstreffer durch Kolek, der nach einem Bully von Stephens bedient worden war, keimte kurz Hoffnung bei den "Tigers" auf. Bei einer Einzelaktion hätte Heinisch in der 12. Minute beinahe den Ausgleich geschafft, doch sein Schlenzer strich über die Latte, ehe der ESVB-Torwart beim 1:3 die Übersicht verloren hatte. Ein Ekblad-Geschoss war an das Lattenkreuz gekracht und Sikora reagierte schnell. Eine unnötige Herrmann-Strafzeit (Reklamieren) wurde anschließend in Unterzahl mit dem 1:5 bestraft. Die einzige durchdachte Angriffsaktion der im Sturm meist harmlosen Gäste führte in der 19. Minunte zum 2:5. Nach einem Stephens-Pass konnte Michailov ECP-Torwart Ollbrich ausspielen.
Auffallend im zweiten Drittel war die Stabilisierung der Defensive sowie eine enorme Steigerung von Torhüter Nachtmann. Auch im Angriff sorgte nicht nur der erste Block für Druck. Während Bärnreuther (22.) am einheimischen Keeper scheiterte, verfehlte Hermann (23.) nach einem Meyer-Zuspiel nur ganz knapp. Der Ex-Selber hatte bei seinem Comeback nach langer Verletzungspause in der 32. Minute Pech, dass er beim Abschluss gefoult worden war. Mehr Glück hatte dagegen Verteidiger Thumm, denn sein Schuss wurde von Heinisch geschickt zum 3:5 abgefälscht. Sekunden vor der zweiten Drittelpause lag bei einer guten Stephens-Aktion sogar der Anschlusstreffer in der Luft. Andererseits hatte Nachtmann mit tollen Reaktionen bei Schüssen von Kößl (30.), Sikora (34. und 37.) und Wickström (38.) sein Team noch im Spiel gehalten.
Dies änderte sich im Schlussdrittel, als Sikora in der 42. Minute mit dem 6:3 die Vorentscheidung besorgte. Mit vier Treffern und zwei Vorlagen war der Tscheche, der oft ungestört schalten und walten durfte, zweifellos der "Spieler des Tages" beim EC Peiting, während der Gast als Mannschaft arg enttäuschte. Stephens hatte in der 48. Minute mit seinem Treffer zum 4:6-Zwischenstand für eine kurzfristige Ergebnisverbesserung gesorgt.

EC Peiting:

Ollbrich - Ekblad, Lindmark; Kothmayr, Meciar - Holzer, Sikora, Hallmann; Hain, Kreitl, Wickström; Kößl, Brandl, Häfele.

ESV Bayreuth:

Nachtmann - Kolek, Kulczynski; Katz, Thumm; Kubicek, Singaitis - Michailov, Stephens, Reja; Polaczek, Heinisch, Bärnreuther; Meyer, Herrmann, Trolda; Häußinger.

SR:

Bendl (Planegg);

Zuschauer:

923;

Strafminuten:

Peiting 8, Bayreuth 16.

Tore:

1:0 (6.) Sikora (Lindmark), 2:0 (6.) Meciar (Wickström), 2:1 (7.) Kolek (Stephens), 3:1 (14.) Sikora (Ekblad), 4:1 (15.) Meciar (Kreitl, Wickström), 5:1 (16.) Ekblad (Sikora, Lindmark - 5 gegen 4), 5:2 (19.) Michailov (Stephens, Kolek), 5:3 (36.) Heinisch (Thumm, Polaczek), 6:3 (42.) Sikora (Holzer, Hallmann), 7:4 (49.) Sikora (Holzer), 8:4 (52.) Ekblad (Sikora, Holzer).



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth, Bayreuth Tigers GmbH