ESVB-Vorsitzender: Mit der Leistung nicht einverstanden

Ärgerliche 4:6-Niederlage gegen Tabellennachbarn EHC Bad Aibling / Michailov und Reja Ausfälle im ersten Sturm

EISHOCKEY

Von Siegfried Zerrenner

"Ehrlich gesagt, es hat mir die Sprache verschlagen." Vorsitzender Michael Böhner war am Samstagabend kein Einzelfall im Eisstadion, denn nach der ärgerlichen 4:6 (1:2, 1:0, 2:4)-Heimniederlage gegen den EHC Bad Aibling herrschte auch unter den eingefleischten "Tigers"-Fans Ratlosigkeit und mitunter sogar Entsetzen. "Ich bin mit der Leistung der Mannschaft nicht einverstanden", fasste Böhner schließlich seinen Frust in Worte.

Anhänger und selbst Spieler hatten offensichtlich Probleme, ihre Enttäuschung zu verbergen. Vor allem bei Torhüter Markus Nachtmann war die "Schmerzgrenze" überschritten. Von Fans verbal angegriffen, schwang er auf dem Weg in die Kabine seine Torhüterkelle in Richtung seiner lautstarken Kritiker, die schon nach den ersten Gegentoren nach Junioren-Keeper Schmidt gerufen und damit auch einen Teil zur allgemeinen Verunsicherung beigetragen hatten.
"Wir hatten uns im ersten Drittel zu passiv verhalten. Das war so nicht abgesprochen. Im zweiten Abschnitt haben wir es versäumt, eine 4:2-Führung vorzulegen, denn damit hätten wir uns im letzten Durchgang leichter getan", ließ ESVB-Coach Hans Rothkirch den "Spielfilm" Revue passieren. Sein treffendes Statement: "Wir haben uns unnötige Strafzeiten eingehandelt und Bad Aibling hat uns mit effizientem Powerplay demoralisiert."
Doch die Mängelliste bei den Oberfranken ist länger: Wie schon vor einer Woche im Derby gegen Selb war der Ausfall der als Leistungsträger ursprünglich eingeplanten Michailov und Reja im ersten Sturm nicht zu übersehen. So blieb dem trotz einer Adduktorenzerrung stets rackernden Stephens nur die Rolle des unermüdlichen und letztlich auch unglücklichen Einzelkämpfers. Seine Schlüsselszenen: Stephens konnte in der 34. Minute einen Alleingang zur möglichen 3:2-Führung nicht verwerten, während eine Strafzeit gegen den Kanadier in der 51. Minute den Oberbayern den Ausgleich zum 4:4 bescherte.
Dabei hatte ESVB-Keeper Nachtmann (nach Abwehr des ersten Schusses auf dem Eis liegend) von seinen Vorderleuten keinerlei Unterstützung erhalten. Keine gute Figur machte der Schlussmann beim 4:5 durch den Kanadier Gustafson aus spitzem Winkel, als die Scheibe vom Körper des Torwarts über die Linie kullerte, doch der eigentliche "Auslöser" dieser prekären Sutuation war ESVB-Verteidiger Kulczynski. Auch die beiden Weitschusstreffer zum 1:1 und 3:3 sind dem Keeper und seiner Defensivabteilung zusammen anzulasten. Kulcynskis Strafzeit hatte das 1:1 im ersten Drittel zur Folge, und auch Zimmermanns "Auszeit" nach unnötigem Halten wurde mit dem 3:3 bestraft. Während Katz und Thumm wiederholt Unsicherheiten verrieten, erreichte von den Verteidigern nur Kolek Normalform, die er mit zwei Treffern bestätigte. Dass sich die zweite Sturmreihe mitunter phasenweise geschlossener präsentierte, lag an Cmunt und dem etwas couragierteren Meyer. Asangers Kurzeinsatz im ersten Sturm weckte mit der 4:3-Führung in der 49. Minute einige Hoffnungen, doch die dritte Angriffsreihe wirkte insgesamt harmlos.
"Unser Ziel war es, die Fehler der Bayreuther zu nutzen und in kritischen Szenen hat uns Torhüter Häusler über Wasser gehalten", wollte Gästetrainer Markus Berwanger nur einen Akteur aus seinem Team namentlich herausheben. Der Gast gefiel durch schnelles Umschalten von Defensive auf Offensive.

ESV Bayreuth:

Nachtmann - Zimmermann, Kolek; Thumm, Katz; Kulczynski - Michailov, Stephens, Reja; Meyer, Cmunt, Bärnreuther; Asanger, Herrmann, Häußinger; Trolda.

EHC Bad Aibling:

Häusler - Adam, Buchecker; Bousquet, Paderhuber; Hiemer, Kathan - Scheid, Schädler, Pohl; Wieser, Gustafson, Schneider; Splitter, Slezak, Mayer.

SR:

Drews (Regensburg);

Zuschauer:

1466;

Strafminuten:

je 16.

Tore:

1:0 (5.) Kolek (Bärnreuther, Katz - 5 gegen 4), 1:1 (13.) Paderhuber (Gustafson, Schneider - 5 gegen 4), 1:2 (17.) Mayer (Kathan, Slezak), 2:2 (30.) Cmunt, 3:2 (41.) Kolek (Stephens, Michailov - 5 gegen 4), 3:3 (47.) Buchecker (Schädler, Scheid - 5 gegen 4), 4:3 (49.) Asanger (Kulczynski), 4:4 (53.) Buchecker - 5 gegen 4, 4:5 (55.) Gustafson (Pohl), 4:6 (59.) Schädler (Adam - 5 gegen 4).



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth, Bayreuth Tigers GmbH