Verfolger klar auf Distanz gehalten

Eishockey- Regionalligist SV Bayreuth gab TSV Trostberg mit 10:4 das Nachsehen

Innerhalb einer Woche schüttelte der Eishockey- Regionalligist SV Bayreuth seinen zweiten Verfolger ab. Nachdem 3:1 vor acht Tagen gegen TSV Königsbrunn gab der Tabellenführer gestern vor 3000 Zuschauern im Städtischen Kunsteisstadion dem bisher Zweiten, TSV Trostberg, letztlich deutlich mit 10:4 (3:1, 3:1, 4:2) Toren das Nachsehen und unterstrich damit seine Spitzenstellung in dieser Spielklasse. Nach dem missglückten Saisonstart in Inzell feierte der Neuling damit seinen neunten Sieg in Folge. Am kommenden Wochenende stehen die Auswärtsspiele beim TSV Farchant und SC Gaißach auf dem Terminplan der Oberfranken.

„Die Stimmung innerhalb der Truppe ist durch den tragischen Unfalltod unseres Torhüters Alfred Käs beinahe auf dem Nullpunkt angelangt“, meldete ein SVB- Verantwortlicher („Schließlich war Käs nicht nur irgendein Spieler, sondern vielmehr der gute Geist der Mannschaft“) vor dem zweiten Gipfeltreffen leise Bedenken an. Von einem psychologischen Knacks war zwar in der Anfangsphase nichts zu verspüren, wenngleich unschwer zu erkennen war, dass die Oberfranken nicht mir dem frischen Elan der letzten Heimspiele zur Sache gingen.
Hatten der gestern spielerisch großartig aufgelegte Endres sowie L. Schmid für einen 3:0- Vorsprung innerhalb von sechs Minuten gesorgt, kam dann etwas Sand in die Angriffsmaschinerie der Gastgeber. Zwar verzeichneten sie nach wie vor Chancen in Hülle und Fülle doch im Abschluss klappte es auf einmal nicht mehr. Dies allein war wiederum der Verdienst des großartigen Gästetorhüters Fuchs. Er brachte die SVB- Stürmer mit Serien an Glanztaten schier zur Verzweiflung. In der 11. sowie 13. Minute vereitelte er Sololäufe der SVB- Stürmer Horton und L. Schmid in bravouröser Manier. Und das war bei weitem noch nicht alles.
Von der Hektik der SVB- Stürmer, die nach den ausbleibenden Erfolgserlebnissen verunsichert wurden. Ließ sich auch die SVB- Deckung anstecken. Dachte man beim 1:3- Anschlusstreffer (Janker und Campbell ließen sich verladen) noch an einen kleinen Schönheitsfehler, schlichen sich zunehmend mehr Unzulänglichkeiten ein. Was war los mit der SVB- Deckung? Hier hat Spielertrainer G. Schmid auf alle Fälle noch die Hebel anzusetzen, soll der Durchmarsch zur Oberliga so geradlinig wie bisher fortgesetzt werden können. Als Unsicherheitsfaktor erwiesen sich wiederholt Fritsch und Hartmann. Nicht ganz von ungefähr kassierten die Gastgeber nach gravierenden Schnitzern den 2:3- Anschlusstreffer.
Es sprach zweifellos für die Moral der SVB- Crew, dass sie sich nicht aus dem Rhythmus bringen ließ, wenngleich konstruktiv vorgetragene Spielzüge im zweiten Drittel nahezu Seltenheitswert hatten. Immer wieder rannte man sich am Abwehrbollwerk der Trostberger fest, deren Keeper alle Missgeschicke seiner Vorderleute entschlossen ausbügelte.
Erst 22 Minuten vor Schluss hatten die SVB- Fans wieder Grund, Ihre Jubelsgesänge anzustimmen. Für den Auftakt sorgte Janker in der 38. Minute, dessen abgefälschter Weitschuss im Netz der Gäste zappelte. Und dann ging er in den Schlussminuten des zweiten Abschnitts noch einmal turbulent zu. Als ein Gewaltschuss G. Schmid in der 39 Minute vom Netz wieder ins Feld zurücksprang, reklamierten die Zuschauer und Fans vergeblich. Das wiederholt fragwürdige Entscheidungen treffende Schiedsrichtergespann hätte diese Szene offensichtlich nicht richtig gesehen und diesen Treffer die Anerkennung versagt.
Doch die Volksseele kochte nur wenige Sekunden. Mit einem ähnlichen glasharten Weitschuss stellte W. Schmid letztlich die Weichen auf Sieg als die Einheimischen endlich einmal in der Lage waren, aus zahlenmäßiger Überlegenheit (fünf gegen drei) Kapital zu schlagen. Nach einem Bilderbuchpass von L. Schmid markierte Endres noch in diesem Abschnitt das vorentscheidende 6:2.
Erst im letzten Drittel wusste der SVB in fast allen Belangen zu überzeugen. L. Schmid, Endres und Co. forcierten das Mannschaftsspiel. Sie setzten sich auf den Außenpositionen geschickt in Szene, wobei sich zwangsläufig Möglichkeiten eröffneten. Zudem „taute“ ein SVB- Akteur auf, der 40 Minuten lang nicht, wie gewohnt zum Zuge gekommen war. Bob Horton. Zwei Alleingänge sowie ein Geschoss aus etwa acht Metern versenkte er unhaltbar im Gehäuse der Trostberger. Kein Wunder also, wenn die Anhänger auf den Stehrängen tobten. Wenn G. Schmid, der nach längerer Verletzungspause wieder mitwirkte, seinem Team ein Pauschallob zollte, tat er gut daran. Alle Akteure wussten sich im Schlussabschnitt zu steigern, während die der erwähnten kurzzeitigen „Durststrecke“ niemand in der Lage war mit Umsicht Regie zu führen. Auffallend allerdings das gute Verständnis von L. Schmid und Endres. Im zweiten Sturm mühte sich W. Schmid vorbildlich, wenngleich ihm nicht alles nach Wunsch gelang. Torhüter Knetsch dem ein Gegentreffer anzulasten war, erwies sich als sicherer Rückhalt.
Beim Gast verdiente sich zweifellos der Ex- Rosenheimer Bundesligatorhüter Fuchs die beste Benotung, obwohl auch ihm ein Lapsus anzulasten war. Sehr wirkungsvoll setzte sich die Sturmreihe mit Bauer, Lapper und H. Lindner in Szene.
„Nur eine Frage der Zeit“
Er sei von Anfang an überzeugt gewesen, dass sich seine Mannschaft letztlich deutlich durchsetzen würde, meinte SVB- Spielertrainer Gerhard Schmid kurz nach der Schlusssirene. Der Spielertrainer weiter: „Es ist klar, dass man sich gegen Kontrahenten, die aus der Defensive operieren zunächst hart tut. Doch wenn man immer Druck macht, ist es nur eine Frage der Zeit, wann der Gegner zusammenbricht.
Besonders freue ich mich über die Tatsache, dass wir uns vom 2:3- Anschlusstreffer nicht aus dem Konzept bringen ließen. Wir haben eine disziplinierte Mannschaftsleistung geboten und letztendlich verdient gewonnen Endres und L. Schmid harmonisierten prächtig.
Tore: 1:0 Endres (1.-Nachschuss), 2:0 Endres (4.- Pass L. Schmid), 3:0 L. Schmid (6.- Vorlage Endres), 3:1 Przeplaska (10.- Zuspiel Körber), 3:2 Lapper (28.- Pass Bauer), 4:2 Janker (38.- Weitschuss), 6:2 Endres (40.- Pass L. Schmid), 6:3 Lapper (42.- Weitschuss), 6:4 Körber (52.- Weitschuss), 7:4 Horton (53.- Alleingang), 8:4 Fritsch (54.- Weitschuss), 9:4 Horton (54.- Weitschuss), 10:4 Horton (57.- Alleingang).
Strafminuten: SVB (22), TSV Trostberg (26)
Schiedsrichter: Hell (Amberg), Köhler (Selb)
Zuschauer: 3000



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth