ESVB-Coach: Wir haben einfach kein Glück

Beim 1:2 gegen Spitzenreiter Regensburg schien Überraschung möglich / Ex-Bayreuther Michailov markierte Siegtor

EISHOCKEY

Von Siegfried Zerrenner

"Wir haben einfach kein Glück", haderte Trainer Hans Rothkirch nach der Schlusssirene. Der in nahezu allen Belangen verbesserte ESV Bayreuth bot Oberliga-Spitzenreiter EV Regensburg zwar Paroli, doch im Abschluss fehlte wiederholt das nötige Quäntchen Glück, so dass es letztlich eine 1:2 (1:0, 0:1, 1:0)-Niederlage zu quittieren gab, während die ESVB-Rivalen Bad Aibling und Deggendorf Auswärtssiege feierten.

EVR-Trainer Jiri Ehrenberger bezeichnete seinen Torhüter Haider als Sieggaranten.
Eins gleich vorweg: Das vorgesehene Debüt der kanadischen Stürmerduos platzte. Nachdem Danny Colacito keinen freien Platz im Flugzeug bekommen hatte, war gestern nur Martin Duval in der Wagnerstadt eingetroffen, während Colacito erst am heutigen Samstag erwartet wird. Respekt vor Duval, der wenige Stunden nach seiner Ankunft gleich ins ESVB-Trikot schlüpfte. Seine künftigen Mannschaftskameraden hatte er erst in der Kabine unmittelbar vor Spielbeginn kennen gelernt. Trotzdem fügte sich der 28-Jährige nahtlos im ersten Sturm ein. Mit etwas Glück hätte er sogar im ersten Drittel zum Helden werden können. Nach einem Pass seines Landsmannes Reja vergab er in der 15. Minute eine nahezu hundertprozentige Chance zum möglichen 2:0. In der 19. Minute legte der zweikampfstarke Duval auf für Stephens, doch der scheiterte am aufmerksamen EVR-Keeper Haider.
Für die Führung hatte allerdings die zweite Sturmreihe gesorgt. Dabei glänzten Bärnreuther und Cmunt als Einfädler einer feinen Kombination, während der in diese Formation aufgerückte Asanger (9.) clever abschloss. Auch in weiteren Szenen deutete Asanger an, dass er sich in dieser Reihe offensichtlich wohl fühlte. Das leichte Chancenplus im ersten Abschnitt bestätigte die Führung, zumal ESVB-Schlussmann Schmidt gegen Cermak (11.) und gegen den auffälligen Offensivverteidiger Schinköthe (14.) souverän klärte.
Obwohl die Regensburger im zweiten Drittel das Tempo erhöhten, hielten sich deren Chancen in Grenzen. Mit einem feinen Aufbaupass leitete Beran zwar den Spielzug zum 1:1 (27.) ein, doch die zwingenderen Gelegenheiten erarbeiteten sich die Einheimischen. Nach einem Asanger-Pass vergaben aber Bärnreuther und Cmunt (23.) aus kurzer Distanz, während ein Herrmann-Schuss (38.) von EVR-Verteidiger R. Martin von der Torlinie "gekratzt" wurde. Nur Zentimeter fehlten auch bei einem Kolek-Geschoss (39.) nach einem Herrmann-Zuspiel, wobei der dritte ESVB-Block couragiert zu Werke ging.
Die Entscheidung leitete eine Reja-Strafzeit 21 Sekunden vor der zweiten Drittelsirene an, nachdem der spritzigere Schinköthe an ihm vorbeigezogen war. Die Strafe war im Schlussabschnitt soeben abgelaufen, als ausgerechnet der in dieser Woche von Bayreuth nach Regensburg gewechselte Michailov das 2:1 für den Spitzenreiter besorgte, der anschließend das Spiel clever kontrollierte, aber beim ESVB-Kraftakt in den Schlussminuten ins Schwitzen geriet. Cmunt (57.) und Katz (58.) scheiterten aber an EVR-Schlussmann Haider, ehe sich die Einheimischen durch einen Wechselfehler um die letzte Chance brachten. Pech: ESVB-Stürmer Meyer zog sich eine Schulterverletzung zu.

ESV Bayreuth:

Schmidt - Zimmermann, Kolek; Katz, Thumm; Kulczynski - Duval, Stephens, Reja; Asanger, Cmunt, Bärnreuther; Trolda, Herrmann, Meyer; Häußinger.

EV Regensburg:

Haider - Schinköthe, Herdt; Beran, Palenta; R. Martin, Chr. Martin - Fical, Cermak, Lala; Lazo, Hruby, Schweiger; Michailov, Naumann, Kock.

SR:

Breiter (Freiburg);

Zuschauer:

1811;

Strafminuten:

ESVB 6, EVR 2.

Tore:

1:0 (9.) Asanger (Cmunt, Bärnreuther), 1:1 (27.) Hruby (Lazo, Beran), 1:2 (42.) Michailov (Naumann).



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth, Bayreuth Tigers GmbH