83 Sekunden fehlten zum "Dreier"

ESVB verlor in Deggendorf nach Penaltyschießen 4:5

EISHOCKEY

Die Situation des ESV Bayreuth im Wettstreit um die acht Play-off-Aufstiegsrundenplätze in der Oberliga Süd wird allmählich prekär. Im gestrigen Duell beim direkten Rivalen Deggendorfer EC konnten die "Tigers" bei einer 4:2-Führung nach dem zweiten Drittel auf den ersehnten Auswärtssieg hoffen, ehe die Niederbayern kurz vor Schluss mit dem Ausgleich die Verlängerung erzwangen und im Penaltyschießen schließlich mit 5:4 (2:1, 0:3, 2:0) die Oberhand behielten.

Nachdem auch der EHC Bad Aibling weiter fleißig Punkte sammelte, ist unter dem Strich der gewonnene Zähler sicherlich zu wenig für die Wagnerstädter, denen im Schlussdrittel 83 Sekunden zum Sieg gefehlt hatten. Deggendorf und Bad Aibling (jeweils 43) weisen zwölf Spieltage vor Abschluss der Doppelrunde vier Zähler mehr als die Oberfranken (39) auf, für die am Freitag im Heimspiel gegen Schlusslicht EV Füssen (19.30 Uhr) nur ein Sieg zählt. Dabei hoffen die "Tigers" auch ihre zweite kanadische Stürmer-Neuverpflichtung Danny Colacito präsentieren zu können. Nachdem er erst gestern eingetroffen ist, konnte er von Trainer Hans Rothkirch nicht mehr berücksichtigt werden. Obendrein fehlten die verletzten Angreifer Polaczek und Meyer.
Insgesamt setzten die Bayreuther ihren bereits an Freitag gegen Spitzenreiter EV Regensburg erkennbaren leichten Aufwärtstrend fort. Sie starteten im ersten Drittel viel versprechend. Nachdem Stephens in der druckvollen Anfangsphase nur das Außennetz getroffen hatte, glückte Cmunt nach feiner Einzelleistung in der 2. Minute das 1:0. Eine anschließende 3:5-Unterzahlsituation (51 Sekunden) blieb zwar ohne Folgen, doch in der 6. Minute rettete Verteidiger Kulcynski bei einem "Flatterschuss" auf der Torlinie. Ein Fehler im Spielaufbau wurde aber in der 11. Minute mit dem Ausgleich bestraft. Johnson "lauschte" einen Pass ab und der bediente Draxler schloss seinen Alleingang unhaltbar ab.
In der Folge stand Deggendorfs tschechischer Torwart mehrmals im Blickpunkt. Er zeichnete sich bei Schüssen von Duval (15. und 16.), Stephens und Asanger (20.) aus, dessen Schuss er mit einer spektakulären Fußabwehr entschärfte. Dafür wirkten die Gäste in den Schlusssekunden des ersten Drittels nicht mehr hundertprozentig konzentriert. Beim Ertönen der Sirene bugsierte Sauter die Scheibe zum 2:1 über die Torline.
Im zweiten Abschnitt kombinierten die Einheimischen zunächst druckvoller und ESVB-Keeper Schmidt verhinderte bei Schüssen von Kelleher (21.) und Eisenhut (25.) weitere Gegentore, ehe der Gast wieder stärker aufkam. Bei einem Bärnreuther-Break in Unterzahl wäre eigentlich der Ausgleich fällig gewesen. Eine Duval-Aktion am linken Flügel wurde durch ein ungeahndetes Foul von den Deggendorfern abgeblockt, bei denen TW Cinibulk bei Aktionen von Reja, Herrmann und Häußinger eine Klasse andeutete.
In der 32. Minute musste er sich allerdings geschlagen geben, nachdem Reja ein Thumm-Geschoss noch abgefälscht hatte. Schüsse von Reja und Duval (35.) wehrte der tschechische Torwart ab, ehe er von Stephens 3:2-Führungstor unmittelbar nach einem Bully bei einer Unaufmerksamkeit erwischt wurde. Nichts zu halten gab es jedoch für den DEG-Publikumsliebling in der 37. Minute, als der nachsetzende Asanger zum 4:2 vollstreckte.
Wie vor einer Woche in Crimmitschau konnten die "Tigers" im Schlussdrittel den Vorsprung über die Zeit retten. Dabei verdarb das 3:4 in der 44. Minute durch einen abgefälschten Schuss das Konzept der Gäste, bei denen Asanger (47.) an Cinibulk verzweifelte. In den Schlussminuten gelang es nicht, den Druck der Donaustädter zu unterbinden. In der 55. Minute klärte TW Schmidt nach einem Tsyplakov-Schuss, und in der 58. Minute pflückte das Bayreuther Eigengewächs einen Draxler-Schuss mit der Fanghand ab, der aus nur drei Metern Maß genommen hatte. Den folgenden Schuss versenkte Draxler aber zum Ausgleich, wobei TW Schmidt die Sicht versperrt war.
In der Verlängerung hatte der Gast ein leichtes Chancenplus, doch im Penaltyschießen wirkten die Einheimischen Nervenstärker. Während bei Deggendorf Draxler, D. Gaudet Kelleher trafen, blieben die ESVB-Schützen Cmunt, Stephens und Bärnreuther ohne Einschuss. Auf beiden Seiten verdienten sich die Torhüter Bestnoten.

Deggendorfer EC:

Cinibulk - Tsyplakov, Weber; Veogel, Kelleher, Pflügl - Johnson, D. Gaudet, R. Gaudet; Draxler, Kulzer, Garthe; Sauer, Retzer, Eisenhut.

ESV Bayreuth:

Schmidt - Kolek, Zimmermann, Thumm, Katz, Kulcynsky - Duval, Stephens, Reja; Asanger, Cmunt, Bärnreuther; Trolda, Herrmann, Häußinger.

SR:

Drews (Regensburg);

Zuschauer:

1200;

Strafminuten:

DEC 6, ESVB 12.

Tore:

0:1 (2.) Cmunt (Alleingang), 1:1 (11.) Draxler (Johnson), 2:1 (20.) Sauter, 2:2 (32.) Reja (Thumm, Duval), 2:3 (35.) Stephens (Reja, Duval), 2:4 (37.) Asanger (Bärnreuther, Zimmermann), 3:4 (44.) Garthe (Sauter, Tsyplakov), 4:4 (59.) Draxler (D. Gudet).



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth