Aus der Traum von Play-off-Rang acht?

Defensivmängel des ESV Bayreuth bei der 1:4-Derbyniederlage beim Oberliga-Nachbarn ERC Haßfurt bestraft

EISHOCKEY

Der Traum von der Play-off-Aufstiegsrunde ist so gut wie vorbei. Im gestrigen Schlüsselspiel um den achten Oberliga-Tabellenplatz bereitete der ESV Bayreuth seinen Anhängern im Derby beim Nachbarn ERC Haßfurt einmal mehr in dieser Saison eine herbe Enttäuschung und musste sich mit 1:4 (0:2, 0:2, 1:0) Toren klar beugen.

Nur eine Siegesserie kann die "Tigers" vor der "Play-down-Runde" mit den besten Regionalligisten retten, doch müsste die Aufholjagd morgen im Heimspiel gegen den Überraschungsvierten EC Peiting (18.30 Uhr) eröffnet werden. Der Spielfilm des ersten Drittels war eigentlich eine Wiederholung aus zahlreichen Spielen in dieser Saison. Der ESVB bot spielerisch jederzeit Paroli, verzeichnete die zwingenderen Chancen, doch jubeln durfte der jeweilige Gegner. Nach bekanntem Muster wurden Abwehrschwächen der Oberfranken eiskalt bestraft, die bereits nach 38. Sekunden in Rückstand gerieten. Offensichtlich noch nicht ganz wach, bekam der von Cote bediente ERC-Torjäger Marcoux viel Platz zum Abschluss, wobei der von seinen Vorderleuten im Stich gelassene Torhüter Schmidt keine gute Figur machte. Das traf auch beim 0:2 in der 18. Minute zu, als dem jungen Keeper ein abgefälschter Schuss durch die Schoner rutschte. Schmidt hatte allerdings vorher bei Schüssen von Tremblay (6.) und Heubach (11.) ausgezeichnet reagiert. Einen noch stärkeren Eindruck hinterließ zweifellos Haßfurts Ersatztorhüter Sellerer, der mit zwei Glanztaten sein Gehäuse sauber hielt. Der Ausgleich der Gäste schien bei einem 5:3-Powerplay (14.) fällig, doch der Kuhnekath-Vertreter fischte einen Stephens-Schuss mit einer Prachtparade aus dem Winkel, wehrte einen anschließenden Kolek-Schuss ab und rettete bei einem Unterzahl-Break der Bayreuther nach einem Stephens-Solo erneut großartig. Sekunden später schlossen allerdings die Unterfranken ihr erstes Überzahlspiel (Strafzeit gegen Katz) mit dem 2:0 ab. Eine überraschende Chance konnte im Anschluss von ESVB-Junior Häußinger aus kurzer Distanz nicht genutzt werden.

Ungenutzt blieb auch ein Überzahlspiel zu Beginn des zweiten Drittels. Ein Zimmermann-Schlagschuss wurde vom ERC-Torwart abgewehrt, ehe Stephens in der 24. Minute nach einem Duval-Pass mit einem Schuss an den Innenpfosten Pech hatte. Alle Hoffnungen auf den Anschlusstreffer zunichte machte das 0:3 (27.), als die zu offensiv orientierten Gäste überlistet wurden. Die Defensivabteilung war auch beim 0:4 (36.) scheinbar weggetreten, denn der Kanadier Tremblay konnte freistehend Maß nehmen. Wenige Minuten vorher hatte Schmidt bei Schüssen von Tremblay (27.) und Morin (34.) Schwächen seiner Vorderleute noch ausbügeln können. Duval (36.), Cmunt (37.) und Kolek (40.) hatten noch vor der zweiten Drittelpause die Chance zur Ergebnisverbesserung. Zu diesem Zeitpunkt war allerdings Verteidiger Zimmermann nach einer Hüftverletzung nicht mehr auf dem Eis. Bei konsequenter Nutzung einiger Überzahlmöglichkeiten hätten sich die "Tigers" im Schlussabschnitt besser aus der Affäre ziehen können. Mit Cmunt markierte der neben Stephens auffällige ESVB-Stürmer bei einem 5:3-Powerplay den Ehrentreffer. Bei den Einheimischen ragten Torwart Sellerer und Stürmer Tremblay heraus.

ERC Haßfurt: Sellerer - Jodoin, Cote; Dobler, Anders; Hoffmann, Bauer - Mix, Marcoux, Maidement; Morin, Tremblay, Popek; Koslowski, Fritz, Heubach; Grömling.

ESV Bayreuth: Schmidt - Kolek, Zimmermann; Thumm, Katz; Kulczynski - Duval, Stephens, Reja; Asanger, Cmunt, Polaczek; Trolda, Herrmann, Häußinger.

SR: Breiter (Freiburg);

Zuschauer: 1000;

Strafminuten: Haßfurt 22, Bayreuth 14 plus 10 gegen Polaczek..

Tore: 1:0 (1.) Marcoux (Cote), 2:0 (18.) Dobler (Jodion - 5 gegen 4), 3:0 (27.) Morin (Heubach, Fritz), 4:0 (36.) Temblay (Mix, Koslowski), 4:1 (54) Cmunt (Stephens, Kolek - 5 gegen 3).



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth