Frühe Vorentscheidung im Nachbarderby

ESVB hatte beim Oberliga-Dritten ERC Selb mit 3:7 das Nachsehen / Fünf Überzahltore

EISHOCKEY

Bei seinem Oberliga-Einstand an der Bande des ESV Bayreuth hatte Trainer Paul Sommer erwartungsgemäß nichts zu feiern. Sein Team geriet im kampfbetonten Nachbarderby beim Tabellendritten ERC Selb früh auf die Verliererbahn, wurde aber mit 3:7 (1:4, 1:2, 1:1) unter Wert geschlagen. Nach Siegen der Konkurrenz ist Play-off-Platz acht weit weg.

Mit einer nahezu optimalen Chancenverwertung legten die im Abschluss cleveren Selber eine deutliche 4:1-Führung im ersten Drittel vor. Dabei nutzten sie ihre beiden Überzahlsituationen ebenso eiskalt wie sie auch Fehler der Gäste konsequent bestraften. Beim 1:0 nach nur 78 Sekunden, als Polaczek eine umstrittene Strafzeit kassiert hatte, wuchtete Salpa die Scheibe unhaltbar unter die Torlatte, während König beim 2:0 (7.) nach einer Einzelaktion zunächst von einem Scheibenverlust der Gäste profitiert hatte. Beim dritten Selber Einschuss (12.) "saß" Cmunt und das 4:1 (14.) durch den routinierten Scott, der ESVB-Keeper Schmidt elegant verladen konnte, klappte gar in Unterzahl.
Das war insofern ärgerlich für die Bayreuther, weil sie bei einem Powerplay dem erneuten Anschlusstor sehr nahe waren. Mit einer tollen Aktionen hatte dabei ERC-Torwart Wegmann (14.) einen Kolek-Treffer im letzten Moment verhindert, ehe im Gegenzug die Einheimischen wiederum jubelten.
Das von Trainer Sommer neu erarbeitete Überzahlsystem zählte zweifellos zu den Pluspunkten der in der Defensive weiterhin anfälligen "Tigers". Daraus resultierte auch das 1:2-Anschlusstor in der 10. Minute. Ein raffiniertes Reja-Zuspiel schloss Duval ab. Dagegen hatte der Kanadier in der 17. Minute beim Powerplay während einer Porzig-Strafzeit mit einem Schuss an den Außenpfosten Pech. Cmunt und Reja scheiterten gleich im Anschluss an TW Wegmann.
Gleich zu Beginn des zweiten Drittels nahm Coach Sommer einen Torhüterwechsel vor. Für Oliver Schmidt, der nicht seinen besten Tag erwischt hatte, kam Juniorenkeeper Norbert Pascha zu seinem Oberliga-Debüt. Und gleich bei seiner ersten ernsthafen Prüfung hatte der 17-Jährige Pech, dass ihm ein Crombeen-Schuss vom Schoner über die Linie kullerte. Dafür konnte er sich bei einem Jonak-Schuss (28.) auszeichnen.
Glück hatte sein Gegenüber Wegmann nur wenige Sekunden später, als ein Stephens-Schuss nur knapp über die Latte zischte. Die Überzahltrumpfkarte der Selber stach auch in der 30. Minute. ESVB-Stürmer Polaczek hatte gerade auf der Strafbank Platz genommen, als ein von Rich mit dem Schlittschuh abgefälschter Tsvetkov-Schuss im Tor landete und den jungen Pascha unglücklich aussehen ließ. Auch der Gast verstand eine Powerplay-Chance zu nutzen, als sich die Porzellanstädter wegen Spielverzögerung eine Strafzeit (37.) eingehandelt hatten. Cmunt glänzte dabei aus kurzer Distanz als technisch versierter Vollstrecker.
Die 800 Bayreuther Fans unter den 2500 Zuschauern waren im Schlussdrittel zumindest mit der kämpferischen Einstellung der "Tigers" zufrieden, die bei Chancen von Trolda (47. u. 60.), Duval (49.) und Cmunt (60.) ein freundlicheres Resultat verpassten.

ERC Selb:

Wegmann - Jonak, Hanft; Tsvetkof, Porzig; Wittig, Körner - Scott, Salpa, Crombeen; Rich, Grögor, Hördler; König, Adamus, Bado; Kannewurf.

ESV Bayreuth:

Schmidt (ab 21. Pascha) - Kolek, Zimmermann, Thumm, Katz, Kulcynski - Duval, Stephens, Reja; Asanger, Cmunt, Polaczek; Trolda, Herrmann, Häußinger.

SR:

Sander (Peiting);

Zuschauer:

2475;

Strafminuten:

Selb 14, Bayreuth 14.

Tore:

1:0 (2.) Scott (Salpa, Hanft - 5 gegen 4), 2:0 (7.) König, 2:1 (10.) Duval (Reja, Cmunt - 5 gegen 4), 3:1 (12.) Jonak (Hördler, Salpa - 5 gegen 4), 4:1 (14.) Scott (Jonak - 4 gegen 5), 5:1 (25.) Crombeen (Salpa, Scott), 6:1 (30.) Rich (Tvetkov, Hördler - 5 gegen 4), 6:2 (38.) Cmunt (Reja, Duval - 5 gegen 4), 7:2 (43.) Rich (Grögor, Hördler), 7:3 (57.) Reja (Katz, Asanger).



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth, Bayreuth Tigers GmbH