Paul Sommer sah erste Früchte

Überragender Kolek dreifacher Torschütze beim überzeugenden 5:1 des ESVB über Landshut

EISHOCKEY

Von Siegfried Zerrenner

Der Funke Hoffnung glimmt noch immer: Mit der seit Wochen besten Leistung hielt sich der ESV Bayreuth seine rechnerischen Chancen auf das Erreichen der Play-off-Aufstiegsrunde offen. Und auch die Fans hatten beim gestrigen Oberliga-Heimspiel endlich einmal wieder Grund zur Freude. Überragender Akteur beim überzeugenden 5:1 (2:1, 2:0, 1:0)-Sieg über den EV Landshut war zweifellos Verteidiger Vladimir Kolek mit drei Einschüssen.

Und auch die Nummer zwei ist schnell ermittelt: Torhüter Oliver Schmidt erwies sich in kritischen Unterzahlphasen als reaktionsschneller Rückhalt seines Teams, das mit etwas Glück (drei Pfostenschüsse) sogar noch deutlicher hätte vorne liegen können.
Der vor anderthalb Wochen verpflichtere neue ESVB-Trainer Paul Sommer sieht seine Mannschaft jedenfalls auf dem richtigen Weg: "Ich bin glücklich, das meine Truppe nach harter Arbeit in den letzten Tagen die ersten Früchte ernten konnte. Es geht aus meiner Sicht nicht nur darum, ob wir vielleicht noch Rang acht erreichen können, sondern es ist wichtig, dass wir im entscheidenden Saisonabschnitt auf ein intaktes Team zurückgreifen können."
Und in dieser Hinsicht sind er und seine neuen Schützlinge nach dem gestrigen Auftritt schon einen wichtigen Schritt weiters. Sommers Handschrift ist beim neuen Überzahlsystem klar erkennbar, das im Vergleich zur "Verlegenheitslösung" der letzten Wochen um nahezu hundert Prozent verbessert wurde. Die Bilanz: Die wichtigen Treffer zum 1:0 und 3:1 (Kolek) wurden jeweils nach druckvollem Powerplay erzielt, und das 2:0 gelang Katz nach einem tollen Cmunt-Zuspiel wenige Sekunde nach Ablauf einer Strafzeit gegen die Niederbayern.
Das schönste Tor markierten die Wagnerstädter in der 26. Minute: Mit einen von Asanger inszenierten Break gelang dem blitzschnell mitgespurteten Kolek mit einem Prachtschuss das 4:1.
Obwohl die Reihen durch Stephens Ausfall umgestellt werden mussten, hinterließen die Einheimischen in allen Phasen einen homogenen Eindruck. Duval bewies als Mittelstürmer im ersten Block Übersicht, Reja lieferte sein bestes Spiel im ESVB-Trikot und der "beförderte" Asanger fand sich nahtlos zurecht. Das galt auch für den in den zweiten Sturm aufgerückten Trolda, während sich Cmunt und Polaczek erneut als Aktivposten erwiesen. Die Steigerung der dritten Reihe war nicht nur kämpferisch erkennbar. Der zum Stürmer umfunktionierte Verteidiger Zimmermann glänzte gar als Torschütze zum 5:1.
Auch in der mit wenigen Ausnahmen stabilen Verteidigung gab es keinen Schwachpunkt. Jedenfalls klappte die Abstimmung in der Defensive ausgezeichnet. Allerdings wurden die Oberfranken erst im Schlussdrittel von den meist harmlosen und konfusen Landshutern gefordert. In Unterzahl agierten die Gastgeber beherzt.
Die Landshuter gaben ihrem neuen Trainer Bernie Englbrecht jedenfalls einige Rätsel auf. "Meine Mannschaft hatte am Wochenende zwei Gesichter. Nach dem Superspiel gegen Crimmitschau war die Leistung in Bayreuth mäßig", übte der Ex-Nationaltorhüter Kritik. Auffällig unauffälig agierten dabei einige etatmäßige Leistungsträger wie der kanadische Torjäger Zawatsky oder Ex-Nationalstürmer Brittig. Lediglich Toupal und Bruk ließen gelegentlich ihr Können aufblitzen. Ein Lob verdiente sich der Schiedsrichter, der in strittigen Situationen das Verursachterprinzip geschickt auslegte.

ESV Bayreuth:

Schmidt - Kolek, Kubiczek; Katz, Kulczynski, Thumm - Asanger, Duval, Reja; Trolda, Cmunt, Polaczek; Zimmermann, Herrmann, Häußinger.

EV Landshut:

Niininen - Geipel, Toupal; Böhrer, Gschmeidler; Mainer, Uvira; Oestreich - Meier, Brittig, Mühlbauer; Bruk, Hecker, Zawatzky; Breiteneicher, Yazdi, Acker; Hammer, Konschuh, Hofer;

SR:

Riepl (Reutlingen);

Zuschauer:

1364;

Strafminuten:

Bayreuth 20, Landshut 22 plus 10.

Tore:

1:0 (8.) Kolek (Katz, Duval - 5 gegen 4), 2:0 (15.) Katz (Cmunt, Hermann), 2:1 (19.) Toupal (Mühlbauer, Geipel), 3:1 (24.) Kolek (Cmunt - 5 gegen 4), 4:1 (26.) Kolek (Asanger), 5:1 (52.) Zimmermann (Kubiczek, Katz).



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth, Bayreuth Tigers GmbH