Unverhoffte Gelegenheit nicht genutzt

Nach Punktabzug für EV Landshut verpasste ESVB den möglichen Anschluss durch 0:4-Niederlage in Geretsried

EISHOCKEY


Der ESV Bayreuth hat eine große Gelegenheit verpasst, den Anschluss zum achten Play-off-Platz in der Oberliga Süd schlagartig wieder herzustellen. Ein Punktabzug für den Tabellenachten EV Landshut hatte vor dem gestrigen Spieltag den Abstand zu diesem Hauptkonkurrenten von sieben auf vier Zähler verkürzt, doch dann vergaben die Bayreuther die Chance zur Verbesserung des eigenen Kontos beim Tabellenvorletzten TuS Geretsried mit 0:4 (0:1, 0:3, 0:0).

Nachdem gleichzeitig die Landshuter ihr Missgeschick durch einen 5:3-Sieg in Peiting wieder wett machten, ist der kurzzeitige Hoffnungsschimmer für den ESVB vor seinem morgigen Heimspiel um 18.30 Uhr gegen den ESV Kaufbeuren fast schon wieder verschwunden.
Die unverhoffte Schützenhilfe war einem Formfehler der Landshuter zu verdanken gewesen. Bei ihrem 5:2-Sieg vor einer Woche gegen den ETC Crimmitschau hatten sie den Juniorenspieler Konschuh aufgeboten, der sich dann sogar als Torschütze auszeichnete, dessen Pass jedoch den Vermerk "nicht im Seniorenbereich einsetzbar" trägt.
Zunächst schien der ESVB noch auf dem besten Wege zu sein, aus dem Glücksfall Kapital zu schlagen. Er bestimmte das Geschehen und verzeichnete auch die deutliche Mehrzahl an Chancen. Dabei rückte der einheimische Torhüter Tucek in den Brennpunkt, der wiederholt gut reagierte, aber auch nicht selten durch Abpraller noch zusätzliche Möglichkeiten für die ESVB-Stürmer eröffnete. So entstand auch die klarste Chance des ersten Drittels, als Tucek einen Schlagschuss von Kolek abgewehrt hatte und der von Duval nicht ganz richtig getroffene Nachschuss in Richtung Tor trudelte. Unmittelbar vor der Linie schaffte es der zurück stürzende Schlussmann, die Scheibe mit dem Schläger noch weg zu "kratzen" (19.).
Dagegen hatte für Geretsried lange Zeit nur eine ernsthafte Tormöglichkeit aus der 11. Minute zu Buche gestanden, als Huml den weit heraus gekommenen ESVB-Torhüter Schmidt ausgespielt hatte, dann aber zu weit abgedrängt war, um das leere Tor zu nutzen. Konsequent verwerteten die Gastgeber dafür gleich die einzige Strafzeit des ersten Drittels. Sieben Sekunden vor dem Ablauf der Strafe gegen Thumm traf Schury durch das Getümmel vor Schmidt, in dem sein erster Schussversuch noch hängen geblieben war. Auch im zweiten Abschnitt führte der erste gefährliche Angriff der Gastgeber gleich zum Erfolg, als ein Schuss von Hansch von der linken Seite glücklich vom Innenpfosten ins Tor prallte.
Von da an haderte man im ESVB-Lager zunehmend mit Schiedsrichter Breiter, denn den Rest des Drittels sahen sich die Bayreuther einem fast permanenten Powerplay des Gegners ausgesetzt. Die Versammlung von bis zu vier Spielern auf der Strafbank führte auch zu längeren Phasen in zweifacher Unterzahl, in denen schließlich die vorentscheidenden Treffer Nummer drei und vier fast zwangsläufig fielen. Beim 0:4 reklamierten die Gäste zudem auch noch vergeblich ein Torraumabseits.
Unterm Strich wurden im zweiten Drittel 16 Strafminuten für Bayreuth notiert. Die Begründungen reichten dabei von einem offensichtlichen Faustschlag (Polaczek) bis hin zu einer höchst fragwürdigen "unkorrekten Ausrüstung" von Reja, nur weil das Trikot des Kanadiers in der Hose steckte. Dieser Bilanz stand auf Geretsrieder Seite nur eine einzige Strafzeit gegenüber, die zudem wegen einer wenig später folgenden Strafe gegen Kolek kaum ins Gewicht fiel.
Im letzten Abschnitt geriet der Sieg der Gastgeber nicht mehr in Gefahr. Die beste Chance, um wenigstens das erste Spiel der Saison ohne jeden ESVB-Treffer zu verhindern, hatte Thumm mit einem Schuss an den Außenpfosten erst in der 59. Minute. Als einziger weiterer "Höhepunkt" ist allenfalls noch eine Rauferei zwischen Vajdak und Kolek zu nennen. Dabei gab es neben jeweils vier Strafminuten auch noch eine zehnminütige Disziplinarstrafe für den eigentlich unbeteiligten Polaczek, der damit morgen gesperrt ist.

TuS Geretsried:

Tucek - Nitsch, Jellen; Demmel, Vajdak; Zinnecker, Wiele - Urban, Kames, Huml; Valasek, Tomek, Hansch; Schury, Auer, Menge.

ESV Bayreuth:

Schmidt - Kolek, Zimmermann; Katz, Kulczynski; Kubicek, Thumm - Asanger, Duval, Reja; Polaczek, Cmunt, Bärnreuther; Meyer, Herrmann, Trolda; Häußinger.

SR:

Breiter (Freiburg);

Strafminuten:

Geretsried 6, Bayreuth 24 plus 10 für Polaczek;

Zuschauer:

400.

Tore:

1:0 (18.) Schury (Wiele - 5 gegen 4), 2:0 (28.) Hansch (Valasek), 3:0 (29.) Schury (Tomek - 5 gegen 3), 4:0 (36.) Auer (Hansch - 5 gegen 3).



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth, Bayreuth Tigers GmbH