ESVB konnte Meisterfeier nicht trüben

1:7-Niederlage der "Tigers" beim Oberliga-Titelgewinner Regensburg / Ehrentreffer durch Offensivverteidiger Kolek

EISHOCKEY

Als höflicher Gast erwies sich der ESV Bayreuth in seinem letzten Auswärtsspiel der Oberliga Süd: In keiner Phase konnte der Tabellenzehnte die Meisterfeier des vorzeitigen Titelgewinners EV Regensburg trüben, hatte aber letztlich zu deutlich mit 1:7 (1:3, 0:2, 0:2) Toren das Nachsehen.

Um so mehr gilt es zum morgigen Oberliga-Heimfinale gegen den Deggendorfer EC (18 Uhr) Selbstvertrauen für die in einer Woche beginnende Play-down-Runde mit dem Regionalliga-Dritten zu tanken.
Mit einer Umstellung überraschte ESVB-Trainer Paul Sommer. Um Erfahrung für den Ernstfall zu sammeln, beorderte der Coach kurzfristig Junioren-Keeper Norbert Pascha an Stelle von Oliver Schmidt ins Gehäuse. Die zweite Änderung erfolgte allerdings verletzungsbedingt. Für den angeschlagenen Kanadier Danny Reja rückte Peter Asanger in den ersten Sturm und Verteidiger Harry Kulcynski kam dafür in die dritte Angriffsreihe.
Bei seinem ersten Oberliga-Einsatz von Beginn an musste sich TW Pascha bereits nach 21 Sekunden geschlagen geben. Ex-Weltmeister Lala überliste nach feiner Einzelleistung den Junioren-Schlussmann mit einem Schuss durch die Schoner. Nichts zu halten gab es für den Nachwuchsmann jedoch beim 0:2 in der 12. Minute, als der völlig freistehende tschechische Stürmer Eichenman mit einem halbhohen Schuss traf, ehe beim 3:0 (14.) während einer Bayreuther Drangphase erneut Routinier Lala bei seinem erfolgreichen Konter sein ganzes Können aufblitzen ließ.
Der deutliche Zwischenstand nach 14 Minuten wurde dem Spielverlauf allerdings nicht ganz gerecht. Die "Tigers" hielten optisch mit, doch im Gegensatz zum Meister blieb die Chancenverwertung mäßig. Cmunt (2.) und Daval (7.) scheiterten in den ersten Minuten am Regensburger Ersatzkeeper Brunner, während Polaczek (8.) einen Kolek-Pass (8.) nicht annehmen konnte. Unmittelbar nach abgewehrten Schüssen von Bärnreuther und Polaczek (14.) schaffte Lala nach einem Break das 3:0. Es sprach aber für die Moral der Gäste, dass sich keine Resignation breit machte.
Noch vor dem Treffer zum 1:3 durch den nach vorne gespurteten Verteidiger Kolek (20.) fehlte Duvall (18.) das notwendige Quäntchen Glück im Abschluss. Glücksgöttin Fortuna wurde auch zu Beginn des zweiten Abschnitts vermisst. Nach nur 16 Sekunden schien das Anschlusstor fällig. EVR-Keeper Brunner schien bei einer Duval-Aktion bereits geschlagen, ehe er mit dem Schlittschuh doch noch rettete. Cmunt traf in der 22. Minute nur den Pfosten und Sekunden später verzog der Tscheche nach einer Einzelaktion.
Während Häußinger (25.) am einheimischen Torwart scheiterte, verfehlte Polaczek nach sehenswertem Doppelpass mit Cmunt nur um Haaresbreite das Gehäuse der Regensburger, die sich in diesem Abschnitt merklich zurück hielten. Trotzdem konnten die Oberpfälzer mit einem Doppelschlag in der 36. Minute ihren Vorsprung weiter ausbauen. Beim 4:1 wurde ESVB-Torhüter Pascha von einem "Flatterschuss" überrascht, den "Fuchs" Lala noch vor der blauen Linie "abgefeuert" hatte, ehe der zweite EVR-Sturm eine Konzentrationsschwäche der Gäste 34 Sekunden später zum 5:1 nutzte. Naumann vollstreckte mit einem Rückhandschlenzer. Nicht einverstanden mit einer 2-Minuten-Strafzeit war Polaczek in der 38. Minute. Die Folge: Der ESVB-Stürmer reklamierte und kassierte eine zusätzliche 10-Minuten-Disziplinarstrafe.
Vergeblich waren die Oberfranken im Schlussdrittel um eine Ergebnisverbesserung bemüht. Der zusammen mit Kolek auffällige Kanadier Duval blieb in der 45. und 48. Minute ohne den krönenden Abschluss, während ein Cmunt-Treffer in der 56. Minute vom Schiedsrichter offensichtlich übersehen worden war. Kurz vorher hatten aber die Donaustädter während einer Strafzeit gegen ESVB-Verteidiger Kolek durch einen feinen Überzahlspielzug auf 6:1 (54.) erhöht, ehe in der 58. Minute der überragende Stürmerroutinier Lala (insgesamt vier Treffer) den Torereigen beendete.

EV Regensburg:

Brunner - Herdt, Schinköthe; Beran, Palenta; R. Martin, C. Martin: Tischler - Lala, Cermak, Fical; Naumann, Curth, Schweiger; Michailov, Eichenman, Lazo; Aukofer, Kock, Hruby.

ESV Bayreuth:

Pascha - Zimmermann, Kolek, Kubicek, Thumm, Katz - Meyer, Duval, Asanger; Polaczek, Cmunt, Bärnreuther; Trolda, Häußinger, Kulczynski.

SR:

Stratz (Freiburg);

Strafminuten:

Regensburg 2, Bayreuth 6 plus 10 gegen Polaczek;

Zuschauer:

1950.

Tore:

1:0 (1.) Lala (Schinköthe), 2:0 (12.) Eichenman (C. Martin, Michailov), 3:0 (14.) Lala (Cermak), 3:1 (20.) Kolek (Katz, Cmunt), 4:1 ((36.) Lala (Schinköthe, Cermak), 5:1 (36.) Naumann (Curth), 6:1 (54.) Aukofer (Beran, Tischer - 5 gegen 4), 7:1 (58.) Lala (Schinköthe, Beran).



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth