Doppelschlag in vorletzter Minute

Gibt 5:4-Heimsieg des ESVB gegen Deggendorf Kraft für den letzten Saisonabschnitt

EISHOCKEY

Von Siegfried Zerrenner

"Das Ergebnis gibt uns hoffentlich Kraft für den entscheidenden Saisonabschnitt". Trainer Sommer atmete nach der Schlusssirene erleichtert auf, denn mit einem 5:4 (1:2, 1:0, 3:2) Heimsieg gegen den Deggendorfer EC beendete der ESV Bayreuth eine Negativserie von fünf Niederlagen in Folge und sorgte zum Oberliga-Finale für einen versöhnlichen Ausklang dieser mitunter enttäuschenden Runde.

Allerdings wurden die 1100 Anhänger bis zuletzt auf die Folter gespannt. Als die Niederbayern in der 56. Minute durch ein Geschenk von ESVB-Torwart Schmidt mit 4:3 in Führung lagen, schienen sich die bekannten "Inszenierungen" der letzten Wochen abzuspielen. Doch in Überzahl rissen die Sommer-Schützlinge die Kastanien wieder aus dem Feuer. Mit einem Doppelschlag in der vorletzten Minute wendeten Cmunt und Reja innerhalb von 13 Sekunden wieder das Blatt. In den letzten 32 Sekunden musste allerdings ein 3:5-Unterzahlspiel überstanden werden., wobei die Gäste obendrein ihren Torhüter vom Feld genommen hatten.
"Endlich wurde unsere Mannschaft für die Bemühungen belohnt" meinte Trainer Sommer, der allerdings die Augen vor den Realitäten nicht verschloss: "Im ersten Drittel agierten wir ohne Selbstbewusstsein, woran sicherlich die Niederlagen in den letzten Spielen beigetragen haben. Im zweiten Drittel war eine deutliche Steigerung zu erkennen, Kampf, Einsatz und Zweikampfstärke stimmten, ehe wir im letzten Abschnitt unsere Gegentore fast selbst schossen. Trotzdem hat mein Team nach dem 3:4-Rückstand Charakter bewiesen."
Als kritischer Beobachter hatte der Trainer des Play-Down-Gegners EHC Klostersee, Jiri Neubauer die "Tigers" unter die Lupe genommen. Mit welchen Eindrücken hat er wohl die Heimfahrt angetreten? Unübersehbar war sicherlich, dass der ESVB mit Pascha (bis zur 32. Minute) und Schmidt zwei talentierte Torhüter in seinen Reihen hat, aus deren Unsicherheit aber auch Kapital zu schlagen ist. Beide leisteten sich je einen dicken Patzer.
Nicht verborgen blieb dem Beobachter die hohe Fehlerquote der ESVB-Defensive, wenn die Deggendorfer das Tempo forcierten, wobei selbst die Leistungsträger nicht von Missverständnissen gefeit waren. So hatte Triebfeder Kolek wiederholt Probleme beim Passspiel, Kulczinskys halbherzige Alibi-Abwehraktion hatte das 3:3 in der 53. Minute zur Folge. Ein ähnlicher Lapsus war Stürmer Bärnreuther schon beim 0:1 nach 87 Sekunden anzukreiden.
Leichtsinnige Scheibenverluste und Abstimmungsfehler der ESVB-Stürmer im ersten Drittel konnten allerdings abgestellt werden, obwohl Duval ab der 29. Minute mit einer Lendenwirbelprellung ausscheiden musste. Er wird sich heute einer Röntgenuntersuchung unterziehen. Krankheitsbedingt hatte Asanger schon vorher passen müssen, während Reja angeschlagen ins Spiel ging. Dafür bot der Totalausfall des letzten Sonntags eine ansprechende Leistung. Er glänzte als umsichtiger Passgeber und zweimaliger Vollstrecker, wobei das Siegtor sicherlich bei einigen Fans in Erinnerung bleibt.
Deutlich aufsteigende Tendenz zeigte ein vor Wochen schon abgeschriebener Akteur. Kubicek brachte seine Schussqualitäten mit zwei Treffern und zwei Vorlagen nachhaltig zur Geltung und lässt in dieser Form für den entscheidenden Saisonabschnitt hoffen, für den einige Spieler auch in punkto Konzentration einiges zulegen müssen. Weshalb an Junior Trolda das Spiel derzeit vorbeiläuft gilt es sicherlich zu ergründen.
Verletzungsbedingt nahmen auch die Gäste einen Torhüterwechsel vor. Der starke tschechische Keeper Cinibulk musste in der 43. Minute in die Kabine. Bei einem gehaltenen Kubicek-Hammer zog er sich eine Fingerverletzung zu und musste ins Krankenhaus gebracht werden.

ESV Bayreuth:

Pascha (ab 32. Schmidt) - Katz, Kolek, Thumm, Kubicek, Kulcynski, Zimermann- Meyer, Duval, Reja; Polaczek, Cmunt, Bärnreuther; Asanger, Häußinger; Trolda.

Deggendorfer EC:

Cinibulk (ab 42. Barz) - Kelleher, Vogl; Tsyplakov, Pflügl; Weber - Sauter, Johnson, D. Gaudet; R. Gaudet, Pongratz, Kulzer; Garthe, Draxler, Williams, Eisenhuth

SR:

Rademaker (Krefeld)

Zuschauer:

1096

Strafminuten:

Bayreuth 12, Deggendorf 16

Tore:

0:1 (2.) Kulzer, 1:1 (15.) Kubicek (Duval, Reja), 1:2 (16.) Williams, 2:2 (26.) Kubicek (Kolek, Cmunt - 5 gegen 4), 3:2 (43.) Reja, 3:3 (53.) D. Gaudet (R. Gaudet, Sauter), 3:4 (56.) Johnson (R. Gaudet, Sauter), 4:4 (58.) Cmunt (Polaczek, Kubicek - 5 gegen 3), 5:4 (59.) Reja (Kolek, Kubicek - 5 gegen 4)



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth, Bayreuth Tigers GmbH