3:2-Siegtor in der Verlängerung

Stephens läßt ESVB nach erstem Play-down-Duell mit dem EHC Klostersee hoffen

EISHOCKEY

Von Siegfried Zerrenner

Kein Schönheitspreis für den ESV Bayreuth, aber die 1:0-Führung im ersten Duell um die Qualifikation zur Oberliga Süd: Gegen den personell geschwächten bisherigen Regionalligisten EHC Klostersee ließen die "Tigers" ihren Anhang bis zur Verlängerung bangen, ehe Torjäger Troy Stephens mit dem fünften Überzahltreffer des Spieles das Siegtor zum 3:2 (2:1, 0:1, 0:0) markierte.

Kampf war Trumpf auf beiden Seiten und die Nervosität war nicht zu übersehen. Dabei hatte der Gast gleich in den Anfangsminuten erneutes Verletzungspech. Nachdem Flügelstürmer Jiri Beranek wegen einer im Training erlittenen Verletzung am Auge passen musste, erwischte es mit Michal Poral auch den Mittelstürmer des Paradeblocks. Der Tscheche zog sich nach rund drei Minuten einen Schlüsselbeinbruch zu und musste ins Krankenhaus gebracht werden. Trotzdem ließen sich die Oberbayern dadurch nicht aus dem Konzept bringen, wenngleich die Einheimischen eher zu ihrem Spiel fanden. Vor allem bei Überzahl ging von Stephens und Co. stets Gefahr aus.
Mit einem Doppelschlag innerhalb von 34 Sekunden sorgten die "Tigers" bei einem 4:3-Powerplay nach zwölf Minuten für die scheinbar beruhigende 2:0-Führung: Stephens nutzte zunächst eine Verwirrung der EHC-Defensive, als eine Strafzeit angezeigt wurde und ein Kubicek-Weitschuss zum 2:0 schien nicht ganz unhaltbar.
Doch auch der Gast zog seine Überzahltrumpfkarte als Reja und Cmunt (17.) die Strafbank drückten. Als ESVB-Torwart Schmidt einen Weitschuss nach vorne abtropfen ließ, staubte Müller ab und der Gast war wieder im Spiel. Und sofort häuften sich ruppige Szenen. Dabei erhielt ESVB-Verteidiger Kolek (18.) einen Stockschlag ins Gesicht. Der vom Schiedsrichter ausgemachte Übeltäter Zajonc bekam eine 5-Minuten-Strafzeit plus eine Spieldauerdisziplinarstrafe verpasst. Doch aus dem Fehlen des flinken EHC-Torjägers konnten die Oberfranken kein Kapital schlagen.
Sie hätten in den gut drei Minuten bis zur ersten Drittelpause für die Vorentscheidung sorgen können, doch Schüsse von Kubicek und Zimmermann meisterte Gästetorwart Höchhäuser, während Cmunt knapp am Pfosten vorbei zog.
Der tüchtige EHC-Keeper stand im zweiten Drittel wiederholt im Mittelpunkt, als er mit Glanztaten Schüsse von Kubicek (24.) und Polaczek (28.) meisterte, ehe er einen Stephens-Schuss mit dem Kopfschutz (29.) abwehrte. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Einheimischen aber schon ihre spielerische Linie verloren, wozu auch Schiedsrichter Mrachatz mit umstrittenen Strafzeiten seinen Teil besteuerte. So hatten die "Tigers" kritische Phasen in Unterzahl zu überstehen. Allerdings versiebte Bärnreuther in der 32. Minute leichtfertig, ehe der Gast ein 5:3-Powerplay (33.) zum 2:2 verwertete. Und selbst ein Rückstand schien in der Schlussphase des zweiten Drittel möglich. Die beste Tat von Torwart Schmidt war in der 31. Minute zu notieren, als er einen Alleingang des EHC-Stürmers Seisenberger (in Unterzahl) abwehrte.
Das Schlussdrittel verlief zunächst ausgeglichen, wobei sich der Schiedsrichter beim Verteilen von Strafzeiten zurückhielt. Der Siegtreffer des ESVB schien in der 52. Minuten bei einer Cmunt-Aktion möglich, als sein Schuss knapp am Außenpfosten vorbei zischte. Der bisherige Oberligist hatte offensichtlich die größeren Kraftreserven. Reja (54.), Meyer (55.), Bärnreuther (56.) verpassten knapp das Führungstor, wobei sich Klostersees Torwart Hochhäuser wiederholt auszeichnete. Somit blieben die leichten Vorteile zunächst ungenutzt. In der Verlängerung waren beide Teams zunächst auf Sicherheit bedacht. Eine Strafzeit gegen Gästestürmer Faradi führte zur Entscheidung. Bereits nach zehn Sekunden markierte Stephens mit einem Schuss in die rechte obere Ecke das 3:2.

ESV Bayreuth:

Schmidt - Katz, Kolek, Thumm, Kubicek, Kulcynski - Meyer, Stephens, Reja; Polaczek, Cmunt, Bärnreuther; Zimmermann, Asanger, Häußinger; Trolda.

EHC Klostersee:

Hochhäuser - Nickel, Ruprecht; Haider, Elters; Faradi, Schindler; Kerti - Zajonc, Porak, Seisenberger; Rohrhofer, Saller, Müller; Sicorschi, Kaltenhauser, Feicht; Lorenz.

SR:

Mrachatz (Höchstadt);

Zuschauer:

1515;

Strafminuten:

Bayreuth 22, Klostersee 14 plus 5 plus Spieldauerd. gegen Zajonc.

Tore:

1:0 (12.) Stephens (Cmunt - 4 gegen 3), 2:0 (13.) Kubicek (Bärnreuther - 4 gegen 3), 2:1 (17.) Müller (Rohrhofer, Haider - 5 gegen 3), 2:2 (33.) Haider (Rohrhofer - 5 gegen 3), 3:2 (64.) Stephens (Kubicek, Cmunt - 5 gegen 4).



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth