Drei "Matchbälle" zum Oberligaerhalt

ESVB kann nach knappem 4:3-Sieg beim EHC Klostersee am Freitag alles klar machen / TW Havlik als Rückhalt

EISHOCKEY

Der ESV Bayreuth hat es in der Hand, am kommenden Freitag vor eigenem Anhang vorzeitig den Verbleib in der Oberliga Süd zu sichern. Mit dem gestrigen 4:3 (2:1, 1:1, 1:1)-Sieg beim bisherigen Regionalligisten EHC Klostersee gingen die "Tigers" im Play-off-Duell der Qualifikation mit 2:0 in Führung und können im dritten Spiel alles klar machen.

Die rund 150 Bayreuther Fans unter den Zuschauern wurden wie schon am Freitagabend beim 3:2 in der Verlängerung erneut auf die Folter gespannt.
ESVB-Trainer Paul Sommer hatte auf den angeschlagenen Kanadier Reja verzichtet und die freie Ausländerstelle durch Torhüter-Neuzugang Havlik ersetzt, der sich in einigen Situationen im ersten Drittel als solider Rückhalt bewährte. Mit starken Reaktionen in der 9. und 10. Minute verhinderte er einen Rückstand seines Teams, als er bei Breaks der Einheimischen gegen den wieder genesenen tschechischen Stürmer Beranek sowie gegen Kaltenhauser klärte. EHC-Torwart Hochhäuser hatte sich in der Anfangsphase bei Aktionen von Asanger (4.) und Polaczek nach einem Cmunt-Pass (5.) bewährt.
Nach einem geglückten Doppelpassspiel mit Bärnreuther erzielte Cmunt das 1:0 für die Gäste (11.), die bei anschließenden Strafzeiten allerdings unter Druck gerieten. Unmittelbar nach Ablauf einer 3:5-Unterzahlsituation musste sich der vorher gut reagierende TW Havlik geschlagen geben. Ein Müller-Vorstoß schien schon abgewehrt, doch der Puck trudelte über die Torlinie. Aus einer Konfusion der EHC-Defensive konnten die "Tigers" ihrerseits beim 2:1 in der 17. Minute Kapital schlagen. Torwart Hochhäuser kollidierte beim Abwehrversuch mit einem seiner Vorderleute und Asanger reagierte mit einem Zuspiel auf den vor dem leeren Tor stehenden Stephens am schnellsten.
Bei vier Strafzeiten waren die Oberfranken im zweiten Drittel wiederholt gefordert. Mit lobenswertem Einsatz verstanden sie aber, nur wenige zwingende Chancen der Oberbayern zu zulassen, wobei sich Havlik als zuverlässiger Rückhalt erwies. Eben von der Strafbank auf das Eis zurückgekehrt, hätte der mit einem klugen Pass bediente Verteidiger Kulcynski in der 28. Minute für das 3:1 sorgen können. In Bedrängnis geriet der Gast bei einer anschließenden Zimmermann-Strafzeit, ehe Sekunden vor Ablauf ESVB-Verteidiger Kubicek Stürmer Cmunt mit einem Traumpass bediente. Der Gästestürmer verlud anschließend EHC-Schlussmann Hochhäuser elegant zum 3:1 (30.).
Die Einheimischen "antworteten" mit einer erneuten Drangphase und wurden für ihre Bemühungen belohnt. Müller legte für den freistehenden Saller auf, der mit einem Lupfer unter die Latte TW Havlik (35.) keine Chance ließ. In der 39. Minute wäre den Grafingern beinahe durch einen Schlagschuss ihres tschechischen Verteidigers Ruprecht der Ausgleich gelungen, während auf der Gegenseite Stephens bei einem Bärnreuther-Zuspiel einen Schritt zu spät kam.
Der Ausgleich in der 42. Minute, als Havlik beim Nachschuss ohne Hilfe seiner Vorderleute geblieben war, passte nicht ins Konzept der Gäste, deren Überzahltrumpfkarte dann für die Entscheidung sorgte. Nach zwei knapp vergebenen Chancen beim 5:3-Powerplay in der 50. Minute glänzte Kolek mit einem Traumpass auf den erneut kaltschnäuzigen Stephens. Bei Strafzeiten gegen Meyer (53.) und Katz (59.) musste allerdings gezittert werden.

EHC Klostersee:

Hochhäuser - Nickel, Ruprecht; Rische, Elters; Faradi, Schindler - Beranek, Haider, Seisenberger; Rohrhofer, Saller, Müller; Sicorschi, Kaltenhauser, Feicht.

ESV Bayreuth:

Havlik - Kolek, Katz, Kubicek, Thumm, Kulcynski - Meyer, Stephens, Asanger; Polaczek, Cmunt, Bärnreuther; Zimmermann, Häußinger, Trolda.

SR:

Drews (Regensburg);

Zuschauer:

750;

Strafminuten:

Klostersee 14, Bayreuth 18.

Tore:

0:1 (11.) Cmunt (Bärnreuther), 1:1 (15.) Müller - 5 gegen 4; 1:2 (17.) Stephens (Asanger), 1:3 (30.) Cmunt (Kubicek, Katz - 4 gegen 5), 2:3 (35.) Saller (Müller, Rohrhofer), 3:3 (42.) Müller (Saller, Rohrhofer) , 3:4 (52.) Stephens (Kolek, Cmunt - 5 gegen 3).



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth