Strafe für die dürftige Chancenverwertung

ESVB verlor nach 4:2-Vorsprung mit 4:5 nach Penaltyschießen und verpaste den vorzeitigen Oberliga-Erhalt

EISHOCKEY

Von Siegfried Zerrenner

Es passte haargenau in das Bild dieser verkorksten Saison. Nach zwei bisherigen Siegen in der Play-off-Oberliga-Qualifikation verpasste der ESV Bayreuth im Duell mit dem Regionalligisten EHC Klostersee den vorzeitigen Klassenverbleib. Nach einer 4:2-Führung nach 45 Minuten ließen sich die Einheimischen noch die Butter vom Brot stehlen, verloren nach Penaltyschießen mit 4:5 (2:2, 1:0, 1:2) und müssen nun am Sonntag bei den Oberbayern versuchen, ihren zweiten Matchball zu verwerten.

Ausschlaggebend war letztlich die dürftige Chancenverwertung der Oberfranken, bei denen beim Penaltyschießen nur Polaczek getroffen hatte. Rohrhofer und Beranek ließen den Gast jubeln.
Mit einer fast optimalen Chancenverwertung im ersten Drittel hatten die Oberbayern die "Tigers" geschockt, die aus ihren optischen Vorteilen nur bedingt Kapital schlagen konnten und obendrein durch eigene Sorglosigkeit in der Defensive Hilfestellung zu beiden Gästetreffern leisteten. Beim 0:1 konnte Saller am linken Flügel durchstarten und unbehindert vollstrecken und beim 2:2-Ausgleich des Regionalligisten hatte sich die schlecht gestaffelte ESVB-Abwehr aushebeln lassen. Beranek traf aus bester Schussposition.
Die Bayreuther Offensive "lebte" lange Zeit nur von den Ideen des zweiten Blockes, nachdem ESVB-Torjäger Stephens hautnah beschattet wurde und der wiederum schwache Meyer keinerlei Impulse setzte. Polaczek schaffte mit einer Einzelaktion aus spitzem Winkel den 1:1-Ausgleich, während Bärnreuther einen feinen Spielzug in der 10. Minute nach klugem Polaczek-Zuspiel zum 2:1 versenkte. Doch die Freude über die Führung währte nur 57 Sekunden.
Zwar verzeichnete der Gast durch den auffälligen Beranek in den ersten Minuten des zweiten Drittels zwei zwingende Chancen, doch dann versäumten es die Bayreuther den "Sack" vorzeitig zuzuschnüren. Ein 5:3-Überzahlspiel (56 Sekunden) blieb noch ohne Ausbeute, ehe Kubicek mit einem Hammer zum 3:2 (32.) einschoss. Drei folgende hundertprozentige Möglichkeiten wurden aber leichtfertig verschenkt. Cmunt traf nach einem Asanger-Pass (35.) die Scheibe nicht. Und auch Bärnreuther (37.) und Polaczek (39.) blieben im Abschluss unkonzentriert.
Dafür wähnten sich die Einheimischen in der 44. Minute schon auf der Siegerbahn. Bei einem 4:3-Überzahlspiel verpasste zunächst Kubicek aus nächster Nähe, doch der nachsetzende Cmunt vollstreckte zum 4:2 (45.). In den anschließenden Minuten sahen aber sowohl die im Abschluss blassen ESVB-Stürmer als auch TW Havlik nicht besonders gut aus. Das 3:4 durch Haider (47.) und der Ausgleich (50.) waren durchaus vermeidbar. Es hätte nicht viel gefehlt und Beranek und Zajonk hätten in der 51. Minute den kämpferisch imponierenden Gast sogar in Front gebracht.Bis zum Ende der regulären Spielzeit hatten beide Teams noch Chancen zum 5:4. In der Verlängerung boten sich zunächst Stephens zwei Gelegenheiten, ehe der Jubel der ESVB-Fans in der vorletzten Minute zu früh kam. Bärnreuther hatte zwar getroffen, doch der Linienrichter hatte Abseits signalisiert.

ESV Bayreuth:

Havlik - Kolek, Katz, Kubicek, Thumm, Kulcynski - Asanger , Stephens, Meyer; Polaczek, Cmunt, Bärnreuther; Zimmermann, Häußinger, Trolda.

EHC Klostersee:

Hochhäuser - Nickel, Ruprecht; Haider, Elters; Faradi, Schindler - Seisenberger, Beranek, Zajonc, Rohrhofer, Saller, Müller; Sicorschi, Kaltenhauser, Lorenz; Rische.

SR:

Bertl (Peißenberg);

Zuschauer:

1465;

Strafminuten:

ESVB 12, EHC 22.

Tore:

0:1 (6.) Saller (Müller, Rohrhofer, 1:1 (8.) Polaczek (Cmunt), 2:1 (10.), Bärnreuther (Polaczek, Cmunt), 2:2 (11.) Beranek (Zajonk - 5 gegen 4), 3:2 (32.) Kubicek (Stephens, Polaczek - 5 gegen 4), 4:2 (45.) Cmunt (Kubicek - 4 gegen 3), 4:3 (47.) Haider (Nickel, 4:4 (50.) Seisenberger.



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth, Bayreuth Tigers GmbH