SVB spannte 3600 Zuschauer auf die Folter

Spitzenreiter der Eishockey- Regionalliga Süd erzielte 5:3- „Zittersieg“ gegen EV Regensburg vor ausverkauftem Haus

Am 13. Spieltag der Eishockey- Regionalliga Süd machte Spitzenreiter SV Bayreuth das Dutzend voll: Vor ausverkauftem Haus erzielte der Neuling am gestrigen Sonntagabend seinen zwölften Saisonsieg in Folge. Allerdings sahen sich die 3600 Zuschauer im Kunsteisstadion bis zum Schluss auf die Folter gespannt, ehe das 5:3 (1:0, 2:1, 2:2) gegen den bisherigen Drittletzten unter Dach und Fach gebracht war. In einer über weite Strecken glanzlosen Partei, stellten die Oberfranken erst in den letzten 120 Sekunden mit einem Glücksschuss von Janker sowie einem weiteren Horton- Treffer die Weichen auf Sieg. Im letzten Auswärtsspiel vor Beginn der Aufstiegsrunde tritt der Tabellenführer am kommenden Sonntag beim EV Fürstenfeldbruck an.

Eine unliebsame Feiertagsüberraschung schien sich gestern für den Tabellenführer SVB anzubahnen, als die mit lobenswertem nach einer Serie haarsträubender Einzelfehler der einheimischen Deckung in der 54 Minute das 3:3 erzielten. Während die Gastgeber zu diesem Zeitpunkt total außer Tritt waren, wirkten die Oberpfälzer bissiger. Sie nutzten beinahe jede Gelegenheit, um SVB- Torhüter Knetsch mit Weitschüssen auf die Probe zu stellen. Selbst die schon oft in prekären Situationen angewandte Brechstangenmethode der Bayreuther mit forcierten Einzelaktionen (Horton, L. Schmid, Campbell) zum Erfolg zu kommen, schien zunächst wenig zu fruchten.
Die ersten Anhänger hatten bereits das Stadion verlassen, als Glücksgöttin Fortuna den Oberfranken kräftige Unterstützung gewährte. Ein Weitschuss Jankers durch Freund und Feind fand in der 58. Minute seinen Weg ins Netz. Als Horton eine Minute später mit dem 5:3 für klare Verhältnisse sorgte, war der erste Ärger einiger SVB- Fans über die wenig berauschende Vorstellung schon wieder verraucht.
Dennoch dürften sich die SVB- Verantwortlichen in den nächsten Tagen einige Fragen durch den Kopf gehen lassen. Haben etwa die Anfangserfolge das SVB-Team müde gemacht? Unübersehbar war nämlich dass Horton, Endres und Co. Jener Funke der Begeisterung aus den ersten Wochen fehlte. An der inneren Bereitschaft durfte dies kaum gelegen haben, denn immerhin hatte die Crew nach den Feiertagen ein freiwilliges Trainingspensum (so Spielertrainer G. Schmid) absolviert.
Nicht von der Hand zu weisen war jedenfalls ein gewisser Substanzverlust der gesamten SVB- Truppe. Als der Anfangselan „verflogen“ war, zerfiel das Mannschaftsspiel zunehmend in wenig produktive Einzelaktionen. Selbst die Stützen Horton und Campbell machten hierin keine Ausnahme, obwohl beide Kanadier vor eigenen Familienmitgliedern eigentlich glänzen wollten. Nach vertanen Möglichkeiten, wobei Regensburgs reaktionsschneller Torhüter Frank wiederholt einige Scharfschüsse gekonnt entschärfte, machte sich eine gewisse Laschheit breit. Darüber konnten auch Hortons Tore zum 1:0 bzw. 2:1 nicht hinwegtauschen. Bei Wilhelms Weitschuss zum 3:1 sprang die Scheibe von einem Regensburger Abwehrspieler in die Maschen.
Noch augenfälliger als die Missverständnisse sowie die fehlende Harmonie im Angriff waren die Ungereimtheiten der SVB- Deckung. Zum Glück wussten die Gäste daraus nur unzureichend Kapital zu schlagen. Erstmals durcheinandergewirbelt wurden die Bayreuther in der 17. Minute, als Verteidiger Campbell eine 2-Minuten- Strafe absitzen musste. Nach einem gravierenden Schnitzer Ullmanns kassierte der SVB in der 23. Minute das 1:1. Auch beim 2:3 und 3:3 standen einheimische Abwehrspieler Pate. In den kommenden Spitzenspielen (EC Oberstdorf, DEC Frillensee Inzell) vor eigenem Anhang müssen die Verteidiger energischer zur Sache gehen, um einen Punktverlust zu vermeiden.



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth, Bayreuth Tigers GmbH