Revanche fehlte spielerischer Glanz

SVB beendete ersten Saisonabschnitt mit 3:0 gegen DEC Frillensee/ Inzell

In Grenzen hielt sich am Samstagabend der Jubel der inzwischen erfolgverwöhnten Eishockeyanhänger des SV- Bayreuth. Vor rund 2400 Zuschauern im Städtischen Kunsteisstadion gelang dem Regionalliga- Spitzenreiter zwar mit 3:0 (0:0, 1:0, 2:0) die angestrebte Revanche für dass 2:5 zum Punktspielstart, spielerisch zu brillieren vermochte der potentielle Oberliga- Anwärter allerdings nicht. Zum Anschluss des ersten Saisonabschnitts weist der SVB dennoch eine Bilanz zum Vorzeigen auf: Stolze 30:2 Zähler, wobei die Schützlinge von Spielertrainer G. Schmid nunmehr 15 Siege in Folge verbuchten. Am kommenden Wochenende wird die Oberliga- Aufstiegsrunde der besten fünf Teams eröffnet. Ein Terminplan für diesen zweiten Saisonabschnitt, muss allerdings erstellt werden.

Kritische Stimmen zum Spiel gab es am Samstagabend auf den Steh- und Sitzrängen zu vernehmen. Zweifellos ein Novum im Bayreuther Kunsteisstadion, denn bislang hatten es die SVB- Cracks stets meisterhaft verstanden, gelegentliche Durststrecken mit einer wahren Torflut im Schlussdrittel, schnell vergessen zu machen.
All jenen lautstarken Kritikern sollte allerdings ganz dick ins Notizbuch geschrieben werden. Keine Mannschaft, ob im Eishockey, oder unteren Sportarten, ist in der Lage über eine lange Distanz immer in Hochform aufzutrumpfen. Wenn Spielertrainer Gerhard Schmid ohne Umschweife von einem glanzlosen Arbeitssieg sprach, weiß man im Spielertrainer Gerhard Schmid ohne Umschweife von einem glanzlosen Arbeitssieg sprach, weiß man im Spielerkader sehr wohl, in welche Kategorie man diesen letzten Auftritt einzuordnen hat. Dieses Gespür zur Realität dürfte auf den nächsten Etappen zur jetzt angestrebten Meisterschaft mit Sicherheit von wichtiger Bedeutung sein.
Gelegentliche Kunst- bzw. Verschnaufpausen sollte man dem Aufsteiger, der vor wenigen Monaten von einem Höhenflug dieser Art wohl kaum zu träumen gewagt hätte, durchaus zugestehen. Noch ist der Aufstiegskandidat nicht als Oberligist, sondern als Regionalliga- Vertreter zu messen. Allerdings wird in diesem Zusammenhang die Frage laut: Ist das Niveau in dieser Regionalliga vielleicht etwas gesunken?
Einige Ungereimtheiten im SVB- Team dürfen nicht ganz so ohne weiteres vom Tisch gekehrt werden. Auf alle Fälle gilt es in den nächsten Treffen, das Mannschaftsspiel wieder zu forcieren. So erstickte das Kombinationsspiel, von dem sich, gewisse Schlüsse über die Homogenität einer Truppe ableiten lassen, über weite Strecken meist schon im Keim. Durchdachte Aktionen über mehrere Stationen hatten Seltenheitswert. In dieser Beziehung war zwischen der ersten und zweiten Sturmreihe keinerlei Unterschied festzustellen.
Speziell im ersten Drittel lief herzlich wenig Konstruktives zusammen. Ein schlechtes Zeugnis stellte sich der Tabellenführer in der sechsten Minute aus, als er bei zahlenmäßiger Überlegenheit selbst mit seiner Paradebestzung Endres, Horton, L. Schmid (Sturm) sowie Campbell und G. Schmid (Verteidigung) nicht in der Lage war auch nur einen einzigen mit Überlegung vorbereiteten Angriff aufzuziehen. Von Powerplay- wie bei solchen Situationen eigentlich üblich- fehlte jegliche Spur.
Es ist freilich schwer gegen einen stur auf Defensive eingestellten Gegner spielerisch zu glänzen. Mit konstruktivem Positionsspiel über die Außen wäre es mit Bestimmtheit möglich gewesen die DEC- Deckung ein ums andere Mal aus den Fugen zu hieven. Als äußerst bescheiden darf zudem die Torausbeute bezeichnet werden. Allein der insgesamt blasse Horton, der vor eigenem Anhang erstmals ohne Einschuss blieb, ließ nahezu ein halbes Dutzend bester Einschussmöglichkeiten ungenutzt verstreichen.
Es bedarf hier allerdings der Ergänzung, das mit Stehuper ein Könner seines Faches beim Gast zwischen den Pfosten stand, der sich mit tollen Reaktionen als echter Rückhalt einer abwehrstarken DEC- Crew erwies. Trotz optischer Überlegenheit der Oberfranken, ließen sich die Oberbayern in keiner Phase aus der Fassung bringen. Bei ihren sporadischen Breaks, die recht vielversprechend eingefädelt wurden, ließen die Gäste allerdings kaum Kaltschnäuzigkeit im Abschluss erkennen. Allein Häusler kurvte dreimal gefährlich vor dem Gehäuse des recht zuverlässigen SVB- Torstehers Knetsch auf, doch unter dem Strich kam dabei wenig heraus.
Die SVB- Deckung, die nichts „anbrennen“ ließ hätte im Angriffsdrittel mehr Mut zu Weitschüssen zeigen sollen. Wie man`s macht stellte wiederum Campbell unter Beweis, als er mit einer Granate in der 54. Minute das 3:0 erzielte. Das 1:0 nach 21 Sekunden im zweiten Drittel hatte aus klugen Passspiel Hortons auf Endres resultiert. Der Ex- Inzeller profitierte bei seinem zweiten Treffer (43. Min) von Missverständnissen in der DEC- Abwehr. „Das wir uns so schwer tun, hätte ich nicht geglaubt“. Resümierte der SVB- Stürmer Klaus Endres, der schließlich ergänzte: „Letztlich hat das Treffen gezeigt, dass der Tabellenfünfte kaum schwächer spielt als der Spitzenreiter!“ Diesen Satz des Neuzugangs sollten die SVB- Verantwortlichen bei ihren Oberliga- Planungen durchaus mit ins Kalkül ziehen.
Tore: 1:0 Endres (21.- Vorlage Horton), 2:0 Endres (43.- Alleingang), 3:0 Campbell (54.- Weitschuss).
Strafminuten: SVB (4), DEC Frillensee/ Inzell (12)
Schiedsrichter: Faltermeier/ Lemmen (Landshut Krefeld).
Zuschauer: 2380

Termintagung am Mittwoch
Am kommenden Mittwoch findet die Termintagung zu der bereits am Wochenende beginnenden Aufstiegsrunde zur Eishockey- Oberliga statt. Dazu treffen sich die Delegierten der neun Regionalligisten in Fürstenfeldbruck. Um Überschneidungen mit anderen Bayreuther Vereinen zu umgehen, wird SVB- Abteilungsleiter Alfred Zapf den Wunsch äußern zunächst mit einem Auswärtsspiel seines Teams zu beginnen.
Nächstes Ziel heißt Meisterschaft
Gerhard Schmid (SV Bayreuth) „Wir haben unseren Angstgegner bezwungen und das zählt letztlich. Der DEC Frillensee Inzell zählt zweifelsfrei zu denjenigen Mannschaften die uns überhaupt nicht liegen. Wir spielten im ersten und zweiten Drittel recht vorsichtig und waren in erster Linie bestrebt, Breaks der Gäste zu vermeiden. Dennoch waren wir stets im Griff. Im Angriff versiebten wir zu vielen Chancen. Vermutlich war nach dem 9:2 im Gipfeltreffen gegen Oberstdorf nun etwas die Spannung heraus. Der SVB bot eine Durschnittsleistung, die letztlich zum Sieg reichte. Nachdem wir als Aufsteiger unser Nahziel, die Aufstiegsrunde mit 30:2 Zählern wohl für alle überraschend souverän erreicht haben, peilen wir jetzt die Meisterschaft an“.
Mandi Amberger (DEC Frillensee Inzell). „Unser Konzept wäre beinahe aufgegangen. Wir hatten versucht den Bayreuthern das Siegen so schwer als nur möglich zu machen. Zwei dumme Gegentore durchkreuzten jedoch unsere Pläne. Im Angriff trat unser Hauptproblem offen zu Tage, wir haben keinen Torjäger unseren Reihen. Wäre uns ein Treffer geglückt, vielleicht wäre die Partie etwas anders verlaufen.
In dieser Formation wird es der SVB in der Oberliga schwer haben. In dieser hohen Liga sind dir Gegner wesentlich routinierter. Ohne echte Verstärkung wird dieser Weg dornenreich sein!“



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth