SVB- Bilanz: 4:0 Punkte und 15:4 Tore

Bayreuths Eishockey- Regionalligist „zermürbte“ TSV Königsbrunn zweimal:
8:2 Heimsieg folgte ungefährdetes 7:2 in Schwaben/ „Reiberein“ nach harten Attacken

Einen weiteren Meilenstein in Richtung Regionalliga- Meisterschaft setzte das Eishockeyteam des SV Bayreuth in der Oberliga- Aufstiegsrunde, Gegner TSV Königsbrunn ließ der Spitzenreiter zweimal abblitzen. Einem 8:2 (1:0, 3:1, 4:1) – Heimerfolg am Freitag ließ der SVB gestern Abend einen 7:2 (2:0, 2:0, 3:2)- Erfolg in Schwaben folgen. Neben den Akteuren gerieten am Freitagabend im Städtischen Eisstadion auch die Schiedsrichter ins Schwitzen, als sie im ersten Drittel eine handfeste Keilerei zwischen H. Bertele und Horton (SVB) zu schlichten hatten. Erst ein Appell der Unparteiischen in der Drittelpause an beide Mannschaftsführer „dämpfte“ die allgemeine Hektik.

Der Szene, die in der neunten Minute die Gemüter der 1750 Zuschauer (erstmals blieb die Resonanz unter der kalkulierten Marke von 1800 Besuchern) erhitzte, waren bereits einige überharte Attacken der Königsbrunner voraus gegangen. Ob sie danach trachteten mit dieser „Taktik“ den Einheimischen zunächst den Wind aus den Segeln zu nehmen? So musste SVB- Verteidiger Campbell mit einer Verletzung am Ohr bereits nach 50 Sekunden vom Eis und ärztlich behandelt werden. „Übeltäter“ H. Bertele marschierte für fünf Minuten auf die Strafbank. Kaum wieder von der 9. Minute in die Haare Minutenlang flogen die Fäuste, wälzten sich die beiden „Kampfhähne“ auf dem Eis. Selbst das Eingreifen der Unparteiischen fruchtete zunächst wenig.
Erst nach zehnminütiger Unterbrechung konnte die Partie fortgesetzt werden. Nicht mehr mit von der Partie war dann allerdings der Königsbrunner H. Bertele, der nach der zweiten Disziplinarstrafe eine Spieldauerdisziplinarstrafe erhielt. Auch für Horton, der von dem Gästespieler in den Finger gebissen worden war, gab es eine Verschnaufpause. Er müsste für fünf Minuten auf die Strafbank, die am Freitagabend recht frequentiert war.
Spielerisch ging auf beiden Seiten im ersten Drittel recht wenig zusammen. Vermochte der Tabellenführer in der Anfangsphase aus zahlenmäßiger Überlegenheit keinerlei Kapital zu schlagen, setzte er seinen ersten Glanzpunkt in der 19. Minute dem 1:0 durch Endres bei Unterzahl (vier gegen fünf) ging ein schulmäßig eingefädelter Break voraus. Horton führte mit Ruhe und Übersicht die Scheibe. Er spielte zurück zu L. Schmid, der wiederum mit einem präzisen Bilderbuchpass Endres bediente.
Auch in den ersten Minuten des zweiten Drittels lief das Kombinationsspiel noch keinesfalls wunschgemäß. Als der ansonsten zuverlässige SVB-Torhüter Knetsch in der 29. Minute mit einem zu kurz abgewehrten Schuss selbst entscheidende Hilfestellung zum Ausgleich leistete, schien sich sogar ein Umschwung anzubahnen. Alle Zweifel zerstörte wenig später Horton. Nach feinem Solo vollstreckte er elegant zum 2:1 L. Schmid mit einem gefühlvollen Schlenzer sowie der wiederum stets torgefährliche Endres sorgten bereits vor dem Schlussdrittel, das ganz im Zeichen der spielerisch dominierenden Bayreuther stand, für eine deutliche 4:1- Führung.
Wie bereits im letzten Heimspiel gegen TSV Trostberg blieb die zweite Sturmformation des zukünftigen Oberligisten ohne jegliche Torausbeute. Liegt es tatsächlich nur am mangelnden Vollstreckerglück, wie es Spielertrainer Gerhard Schmid in der Pressekonferenz formulierte? Von dem leicht verletzten „Kapitän“ Plattner ging Schmid und G. Schmid setzten vor allem kämpferische Akzente.
Die relativ wenigen Gegentore der letzten Wochen unterstreichen, dass die SVB- Dekung an Stabilität gewonnen hat. Eine Szene: Als Campbell und G. Schmid in der 17. Minute Zeitstrafen verbußten. Ließen sich Knetsch und Co. Keinesfalls einschüchtern. Speziell in dieser Phase wurde deutlich, dass die Nebenleute des wiederum imponierenden Campbell allerhand dazugelernt haben.
„Oberligareif“
Oberligareife bescheinigte Königsbrunns Spielertrainer Rudi Schneider den Bayreuthern. „Der SVB muss sich zwar auf der einen oder anderen Position verstärken, doch selbst mit der jetzigen Mannschaft wurde er in der Oberliga nicht auf einen der letzten Plätze anzutreffen sein“, meinte Schneider, der die Schiedsrichter für die Hektik der Anfangsphase verantwortlich machte.
Erfreuliche Selbstkritik übte SVB- Spielertrainer Gerhard Schmid, als er anmerkte:
„In der nervösen Anfangsphase verlor so mancher von uns den Kopf, so dass wir gegen vier Königsbrunner ohne Torerfolg blieben.“ Der Ex- Selber meinte weiter: ! Unsere zweite Sturmformation zeigte sich spielerisch stark. Es ist lediglich eine Frage der Zeit, wann im Abschluss endlich wieder der Knoten platzt. Die Schiedsrichter haben insgesamt gar nicht so schlecht gepfiffen.“
Tore: 1:0 Endres (19.- Pass L. Schmid/ Horton), 1 :1 Becher (19.), 2:1 Horton (31.- Solo), 3:1 L. Schmid (34.), 4:1 Endres (36.- Nachschuss), 5:1 Endres (41.- Zuspiel Horton), 6:1 Endres (45.- Pass Campbell), 8:1 Horton (49.- Zuspiel Endres), 8:2 Schneider (50.).
Strafminuten: SVB (12+5), Königsbrunn (8+20 sowie Spieldauerdisziplinarstrafe für H. Bertele).
Zuschauer: 1750



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth