Blumen auf dem Eis und Sekt in der Kabine

SVB- Eishockeyteam nach 8:5 über Oberstdorf Meister der Regionalliga Süd/ Horton- Treffer sorgten für Umschwung

Ein echtes „Endspiel“ um die Meisterschaft in der Regionalliga Süd erlebten die 2750 (zahlenden) Zuschauer am gestrigen Sonntagabend im Bayreuther Kunsteisstadion. Im Gipfeltreffen zum Abschluss der Oberliga- Aufstiegsrunde lieferten sich SV Bayreuth und Verfolger EC Oberstdorf einen spannenden und farbigen Schlagabtausch, der die einheimischen Tribünenbesucher vor allem im Schlussdrittel förmlich von den Sitzen riss. Nach einem 3:4- Rückstand stellte SVB- Stürmers Horton mit drei „Knallern“ in der kritischen Phase die Wichen zum letztlich hochverdienten 8:5 (3:2, 0:2, 5:1) Erfolg. Zur Meisterschaft in der Südgruppe gratulierte Oberbürgermeister Hans Walter Wild mit Blumen. Am kommenden Sonntag um 18 Uhr tritt der Süd- Erste im Finalrunden- Heimspiel um die Deutsche Regionalligameisterschaft gegen den Königsborner EV an.

„Pass auf, wir packen`s noch!“ hatte SVB- Spielertrainer G. Schmid verkündet, bevor er zum letzten Drittel auf das Eis fuhr. Und die Fans auf den Rängen tönten: „Hier regiert der SVB!“ Doch Hand aufs Herz: Welcher Eishockey- Anhänger hätte bei einem 3:4 Rückstand zu Beginn der letzten 20 Minuten noch auf einen Sieg mit drei Toren Unterschied getippt? Möglich wurde diese Tatsache durch eine meisterliche Leistung der gesamten SVB- Crew, die nicht zuletzt von den herrlichen Treffern Hortons beflügelt wurde.
Der Kanadier im SVB- Trikot bewies nach zuletzt nicht immer ansprechenden Vorstellungen was er für seine Mannschaft wert ist. Just zu einem Zeitpunkt nämlich
Als die taktische geschickt operierenden Oberstdorfer drauf und dran waren, den Oberfranken zu guter letzt noch die Butter vom Brot zu stehlen, sorgte er mit herrlichen Toren für den Umschwung zugunsten der Gastgeber. Das 4:4 markierte er mit einem Prachtschuss von der blauen Linie. Die 5:4- Führung der Oberstdorfer kaum 120 Sekunden später egalisierte er mit einem glasharten Schlagschuss. Eine Minute vor dem letzten Wechsel im Schlussdrittel verlängerte er eine Vorlage L. Schmids zum 6:5 in die Maschen. Plötzlich lief das Kombinationsspiel der Einheimischen wieder wie am Schnürchen. Als W. Schmid mit einem sogenannten „Bauerntrick“ und Platter auf 8:5 erhöhten, hätte der Gastgeber seine Fans wieder versöhnt die vor dem Schlussabschnitt nicht ganz zufrieden gewesen waren. Offensichtlich hatten vermeidbare Gegentreffer nach Missverständnissen in der Deckung sowie Fehlern von Torhüter Knetsch die Schützlinge von Gerhard Schmid nervös werden lassen.
Mit Ausnahmen der letzten zehn Minuten im ersten Durchgang hatten sich die Allgäuer optisch besser in Szene gesetzt. Immer wieder vermochten sie entscheidende Zweikämpfe zu ihren Gunsten zu entscheiden. Mit platzierten Schüssen aus allen Lagen setzten sie die SVB- Deckung unter Druck. Wären SVB- Keeper Knetsch die ersten Gegentore anzukreiden, wusste sich der Torwart im zweiten und letzten Abschnitt enorm zu steigern. Schüsse von Ryerson, O`Brian und Cecco entschärfte er dann in gewohnt zuverlässiger Manier, wobei ihm bei Pfostenschüssen von Ryerson und O`Brian auch das Glück der Tüchtigen zur Seite stand.
In der Abwehr zeichnete sich wiederum Campbell, als wichtige Stütze aus, wenngleich auch ihm einige Fehler unterliefen. Jankers Einsatz nach wochenlanger Verletzungspause wirkte sich positiv aus. Der Ex- Nürnberger  fügte sich nahtlos ein. Nicht zuletzt nach Unzulänglichkeiten von Fritsch in der ersten halben Stunde setzten die SVB- Verantwortlichen auf das bewährte Verteidigerduo.
In der ersten SVB- Sturmformation wurde der an einer Schlüsselbeinprellung laborierende Endres als Vollstrecker stark vermisst. Spielertrainer G. Schmid, der vorher mit Spritzen fit gemacht worden war, mühte sich redlich, doch fehlte im das notwendige Quentchen Glück im Abschluss. Mehrmals wurden seine Schüsse im letzten Augenblick von dem zuverlässigen Gästetorwart Jos Geiger zunichte gemacht. Horton lieferte eine seiner besten Saisonvorstellungen während L. Schmid nach einer „Durststrecke“ im zweiten Abschnitt im letzten Drittel wieder gefährliche Angriffe fuhr.
Der zweiten Sturmreihe mit W. Schmid. Plattner. Wilhelm und Endres gelang es, mit lobenswertem kämpferischem Einsatz technische Mängel zu verwischen.
Die Oberstdorfer, die als Tabellenzweiter ebenfalls in die Oberliga aufsteigen, wurden ihrem Ruf als ehrgeiziger, spielstarker Verfolger vollauf gerecht. Sie verfügten über zwei ausgeglichene Abwehrformationen sowie mit Cecco, Ryerson und O`Brian über eine torhungrige erste Angriffsreihe. Ex- Nationalspieler Stenger glänzte in erster Linie mit Einzelaktionen. Konditionell konnte der 38 jährige natürlich nicht mehr ganz mithalten.
Tore: 0:1 Ryerson (4.- Alleingang), 1:1 Horton (6.), 1:2 O`Brian (8.- Pass Ryerson), 2:2 Janker (13.- Nachschuss), 3:2 L. Schmid (19.), 3:3 Cecco (36.- Vorlage Ryerson), 3:4 O´Brian (38.- Zuspiel Ryerson), 4:4 Horton (41.- Weitschuss), 4:5 Cecco (42.- Alleingang), 5:5 Horton (44.- Schlagschuss), 6:5 Horton (49.- Pass L. Schmid), 7:5 W. Schmid (53.), 8:5 Plattner (54.- Pass W. Schmid).
Strafminuten: SVB (12), Oberstdorf (16)
Schiedsrichter: Obenberger (Grafing), Maier (Fürstenfeldbruck).
Zuschauer: 2750

Stimmen der Trainer:
Dank an Zuschauer
Gerhard Schmid (SV Bayreuth): Drei vermeidbare Tore im ersten und zweiten Drittel haben uns verunsichert. Man kann schon leicht nervös werden, wenn man wochenlang an der Tabellenspitze rangiert und dann im entscheidenden Treffen auf einmal zurückliegt. Dennoch war ich stets überzeugt, dass wir gewinnen werden. Im Schlussdrittel gab ich die Parole zu vergessen, um mit schnörkellosem Angriff spielt das Heil in der Offensive zu suchen. Der Erfolg gab uns recht.
Zu loben ist der Kampfgeist der gesamten Mannschaft. Gut gefallen konnten Horton und L. Schmid im ersten sowie W. Schmid im zweiten Sturm. Campbell wartete mit einer soliden Abwehrleistung auf. Desgleichen auch Janker, der nach langer Verletzungspause wieder mit von der Partie war.
Bedanken möchte ich mich bei unseren Zuschauern, die uns in vorbildlicher Weise unterstützen.“
Dr. Cerveny (EC Oberstdorf): „Wir hatten lange gut mitgehaltnén, jedoch bei Pfostenschüssen kein Glück im Abschluss. Die Bayreuther waren keinesfalls besser. Wenn man im Schlussdrittel mit zwei Toren vorne liegt, kann man einfach ruhiger aufspielen.“



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth, Bayreuth Tigers GmbH