8:3- Sieg: Prestigetitel schon in der Tasche?

SVB- Eishockeyteam ließ im Finalrunden- Heimspiel gegen Königsborner EV viele Möglichkeiten ungenutzt verstreichen.

Auch zum Saisonfinale hatten die Bayreuther Eishockey- Anhänger letztlich Grund zur Freude: Im Finalrunden Heimspiel um die Deutsche Regionalligameisterschaft, distanzierte der Süd- Erste, SV Bayreuth, den Sieger der Nord- West- Gruppe, Königsborner EV, mit 8:3 (2:1, 1:0, 5:2) Toren und steht damit kurz vor dem Gewinn dieses Prestigetitels. Ob der 5-Tore- Vorsprung reichen wird, entscheidet sich am kommenden Sonntag, wenn Horton, Campbell und Co. Ihre Visitenkarte in der Unnaer Eishalle abgeben.

Wie schon so oft in dieser Saison konnte der SVB vor 2008 zahlenden Zuschauern im letzten Drittel seine konditionellen Vorteile entscheidend in die Waagschale werfen. Er forcierte das Tempo, besann sich wieder auf seine spielerischen Qualitäten und stellte damit seine Anhänger zufrieden. Mit etwas größerer Konzentrat im Abschluss hätte der Erfolg allerdings deutlicher ausfallen können. Beihnahe ein halbes Dutzend mal kreuzten die einheimischen Stürmer alleine vor dem überragenden Gästetorsteher Kipper auf, ohne daraus allerdings weiteres Kapital gelangen zu können. Wiederholt fehlte nur ein kleiner „Lupfer“ um die Scheibe über den oft auf dem Eis schlitternden Gästetorwart ins Netz zu setzen. Eine Sache, die es im Hinblick auf die nächste Serie in der Oberliga- Süd auf alle Fälle zu studieren gilt.
Speziell nach dem Auftakt nach Maß als Endres mit einem Drehschluss nach 15 Sekunden das 1:0 markierte, ließen die Oberfranken beste Möglichkeiten ungenutz verstreichen. Doch anstatt gleich für klare Verhältnisse zu sorgen, spannten die Schützlinge von Spielertrainer G. Schmid ihren Anhang bis zur Schlussphase auf die Folter.
Immer wieder verstanden es die Westfalen mit geschicktem Forechecking und massierter Deckungsarbeit den Bayreuthern den Wind aus den Segeln zu nehmen. Als die Wagnerstädter in der 10. Minute nach einem Weitschuss das 1:1 kassierten, wurde die Nervosität durch zerfahrenes Angriffsspiel dokumentiert. Selbst bei zahlenmäßiger Überlegenheit erspielten sich die Gastgeber kaum Vorteile.
Die Königsborner wussten zwar weniger spielerisch zu brillieren, doch vermochten sie aus zahlenreichen Unzulänglichkeiten der Nordbayern zu profitieren. Die Überraschung glückte in der 46. Minute als sie mit einem Doppelschlag innerhalb von 15 Sekunden auf 3:3 gleichzogen. Beide Treffer waren SVB- Keeper Knetsch anzulasten.
Es sprach zweifellos für die gute Moral der einheimischen Crew, das sie sich von diesem Schock nicht aus dem Konzept bringen ließ. Man fand über lobenswertem Kampf zum Spiel und diskutierte in den letzten 15 Minuten klar das Geschehen. Für den krönenden Abschluss sorgte letztlich Stürmer W. Schmid, der nach einer Musterkombination über G. Schmid und Plattner mit einer herrlichen Granate das 8:3 sicherstellte.
Mit diesem sehenswerten Treffer krönte W. Schmid seine tadellose Leistung im letzten Saisonauftritt. Der Ex-Selber präsentierte sich lauf- und konditionsstark, geizte nicht mit glasharten Distanzschüssen und avancierte damit zum wirkungsvollsten SVB- Angreifer.
Über weite Stecken nicht wie gewohnt zum Zuge kam hingegen die Paradesturmreihe der Bayreuther. Endres konnte einen Trainingsrückstand nach der Verletzungspause nicht verbergen, während sich Horton oft in wenig produktiven Einzelaktionen aufrieb. Im Gegensatz zu den letzten Vorstellungen vernachlässigte der Kanadier das Mannschaftsspiel.
L. Schmid setzte sich erst nach einer halben Stunde gut in Szene, nachdem er zunächst höchst überflüssige Strafminuten (6) gesammelt hatte. Im Endspurt sprühte er allerdings förmlich vor Elan und „Torhunger“.
In der einheimischen Deckung führten bekannte Szenen vor Knetschs Gehäuse. Obwohl auch Campell Fehlpässe unterliefen gab er der Deckung den nötigen Rückhalt, zumal TW Knetsch nicht seinen besten Tag erwischt hatte. Janker in der offensive.

Trainerstimmen:
Tempospiel entschied
Gerhard Schmid (SV Bayreuth): „Mit forciertem Tempospiel in den letzten 15. Minuten haben wir die Partie letztlich klar zu unseren Gunsten entschieden. Ein 5- Tore- Vorsprung müsste für das Rückspiel Königsborn reichen.
Nach dem raschen 1:0 sind einige von uns offensichtlich überheblich geworden. Als unser Torhüter dann drei sogenannte „Lappen“ kassierte war es eigentlich kein Wunder dass wir nervös wurden. Neben Verteidiger Campbell möchte ich W. Schmid im zweiten Angriff herausheben. Bei Endres machte sich die Verletzungspause negativ bemerkbar.
Die Königsborner konnten durchaus gefallen. Sie haben einige gute Techniker in ihren Reihen. Allerdings agierte der Gast mitunter etwas hektisch.“
Jacques Laroque (Königsborner EV): „ Ich habe meine Mannschaft kaum wieder erkant. Sie spielten sehr zerfahren, während sich die Bayreuther recht ordentlich in Szene setzten. Herausheben möchte ich unseren Torhüter Kippar, der hundertprozentig überzeugte. Ansonsten gefiel mit Abstrichen noch M. Becker. Ob wir den Regionalligatitel jetzt noch erringen können, ist fraglich. Ich jedenfalls gebe die Hoffnung nicht auf.“
Tore: 1:0 Endres (1.-Vorlage Campbell), 1:1 Diez (10- Weitschuss), 2:1 Horton (14.- Pass Campbell), 3:1 Campbell (23.- Vorlage- Plattner), 3:2 Becker (46.- Weitschuss), 3:3 Eling (46.- Weitschuss), 4:3 Wilhelm (47.- Zuspiel W. Schmid), 5:3 L. Schmid (51.- Weitschuss), 6:3 L. Schmid (52.- Pass Horton), 7:3 Horton (54.- Solo), 8:3 W. Schmid (57.- Vorlage G. Schmid, Plattner).
Strafminuten: SVB (29), Königsborn (20).
Zuschauer: 2800
Schiedsrichter: Langer (Hersching), Ondertoller (München)



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth