Tigers verpassen die Vorentscheidung


EHC Bayreuth – ESV Würzburg „Eisbären“ 4:4 (3-1;1-1;0-2)

Zuschauer: 693
Strafen: BT: 14 Min W: 38 Min
Powerplay: BT: 0/3 W: 1/7
BT: Döhler (2), Hornig – Graf, Kiesl, Zimmermann, Zimmer (4), B.Wagner, Panzer, Hausner (4) – Carbone, Langlois, Walther, Mienack (2), Ziegler, Zeilmann, Parkmann, Waldner, Brandstädter, Hohenberger, Runge
Torfolge: 1-0 (5) Parkmann (Brandstädter); 1-1 (6) Metz (Kacir); 2-1 (13) Brandstädter (B.Wagner); 3-1 (19) 4-4 Waldner; 4-1 (21) Parkmann (Brandstädter, Graf); 4-2 (39) 5-4 Kacir (Goerlitz); 4-3 (49) Kacir (Penalty); 4-4 (58) Lang (Metz)

Man merkte vom Eröffnungsbully weg, das es für beide Teams (in Bestbesetzung) ein entscheidendes Spiel war. Entsprechend verbissen wurde es auch geführt. Besser in die Partie kamen die Tigers. Zuerst scheiterte Zeilmann noch an Chernyavsky, doch nach 5 Spielminuten verwertete Parkmann einen Nachschuß zur Führung. Das die Gäste auch ihre Qualitäten hatten, merkte man kurz darauf erstmals deutlich. Bei einem 2-1 Konter bediente Kacir den mitgelaufenen Metz, der Döhler zum Ausgleich bezwingen konnte. Davon musste sich der EHC erst einmal eine zeitlang erholen, in der auf beiden Seiten nicht allzu viel passierte. Eine Einzelaktion von Brandstädter zum 2-1 brachte sein Team dann wieder auf Kurs. In seiner unnachahmlichen Art sprintete er an der Bande entlang an seinem Gegenspieler vorbei, zog nach innen und ließ dem ESV-Torwart mit einem satten, platzierten Handgelenkschuß keine Chance. Döhlers Parade nach einem Break der Unterfranken verhinderte dann den erneuten Ausgleich. Nachdem wiederum Zeilmann 2mal am starken Eisbärengoalie gescheitert war, erhöhte Waldner noch auf 3-1 für Bayreuth, indem sich allein hinter dem Tor durchsetze und vor dem Tor angekommen und den Winkel vollendete. Kurz vor der Pause bekam man noch ein paar Schauspieleinlagen der Würzburger zu sehen, die vergeblich einige Strafen für das Heimteam provozieren wollten. Gleich nach Wiederbeginn erhöhte Parkmann mit einem sicher abgeschlossenen Alleingang auf 4-1 für den EHC. Darauf schloß sich eine längere Dauerdruckphase der Oberfranken an, in der nur der krönende Abschluß, ein weiteres Tor, fehlte. Bei der besten Chance war für Langlois wieder der Würzburger Torwart Endstation. Die Würzburger antworteten mit einer Auszeit, die allerdings eine außergewöhnliche Wirkung hatte. Nicht die Eisbären kamen besser ins Spiel, sondern das Schiedsrichtergespann (besonders einer der beiden) verlor jegliche Übersicht. Die ganze Zeit standen sie schon mit der Icing-Regel der Art auf Kriegsfuß, das es sogar Szenenapplaus von den Rängen gab, wenn doch einmal eine richtige Entscheidung dabei war. Nun kamen aber noch massenweise Fehler bei der Spieleranzahl und beim Abseits hinzu. Fast schon minutenlanges 6-5 der Würzburger blieb genauso ungeahnt, wie ein überdeutliches Abseits vor dem 4-2 durch Kacir im Powerplay. Fouls wurden auch nur noch nach dem Zufallsprinzip gepfiffen. Im Schlussabschnitt wurde ein Treffer von Waldner nicht gegeben, weil die Schiris vorher abgepfiffen haben, obwohl die Scheibe völlig frei und spielbar war. Bei einem feinen Carbone-Solo war dann noch einmal Chernyavsky gefragt und parierte. In der 49. Spielminute spielte der besagte „Unparteiische“ dann noch einmal Schicksal. Da entschied er nämlich auf Penalty für die Eisbären wegen einem angeblichen Schlägerwurf, den wohl nur er so gesehen haben dürfte. Kacir ließ sich diese „geschenkte“ Torchance nicht entgehen und verkürzte auf 4-3. Die nun völlig verunsicherte Tigers-Mannschaft versuchte sich über die Zeit zu retten. Wie so oft ging das aber auch diesmal schief und Lang erzielte noch den Ausgleich für die Gäste, als er knapp 3 Minuten vor Ende alleine auf Döhler im EHC-Tor zusteuerte. 5 Sekunden vor Schluß bekamen die zahlreichen, stimmungsvollen Anhänger der gelb-schwarzen dann noch einen Beweis das es an diesem Tag einfach nicht sein sollte. Kapitän Graf traf in Überzahl mit einem Schlagschuß nämlich nur den Pfosten. 4-1 nach 21 Minuten für Bayreuth, da dachte wohl jeder im Stadion die Vorentscheidung könnte gefallen sein. Dann übernahmen leider die Referees die Rolle, die ihnen nicht zusteht. Sie spielten Schicksal. Sie weckten eine bis dahin eher leblose Würzburger Mannschaft wieder auf, indem sie durch unzählige, haarstreubende Entscheidungen die Tigers völlig verunsicherten. Sicher war es auf beiden Seiten so, doch ein Fakt ist es auch das mindestens den beiden Toren zum 4-2 und 4-3 der Würzburger krasse Fehler vorausgingen. Solcher „Nutzen“ blieb dem EHC über die komplette Spielzeit verwehrt. Selbst an die Nase packen muß sich das Team aber auch, warum sie ab der Spielmitte nicht mehr so elanvoll zu Werke ging wie vorher? Auch eine bessere Chancenverwertung hätte ihnen den Punktverlust sicher erspart. Agilster Bayreuther war an diesem Abend Brandstädter mit seinen schwungvollen Aktionen. Parkmann merkte man zwar nach wie vor seine Verletzung an, doch mit 2 Treffern erfüllte er sein Soll genauso wie Döhler im Tor der Tigers. In der Abwehr fiel zum wiederholten mal auf das da die Raumaufteilung nicht immer stimmt. Oftmals agierte man da zu offensiv und ermöglichte den Gästen dadurch Breakmöglichkeiten. Bei den Eisbären waren erneut Kacir im Angriff und Chernyavsky im Tor die herausragenden Akteure. Trotz des Unentschiedens haben die Tigers immer noch alle Möglichkeiten in der eigenen Hand. Mit 2 Siegen in den verbleibenden Spielen kann man nicht mehr eingeholt werden. Erst bei Punktverlusten haben die Konkurrenten noch eine Chance auf die Meisterschaft.



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth