Nicht mehr als die Pflicht erfüllt


EHC Bayreuth - Deggendorfer SC 1b 12:3 (3-1;1-1;8-1)

Zuschauer: 273
Strafen: BT: 55 Min Deg: 70 Min
Powerplay: BT: 4/8 Deg: 2/5
BT: Hornig, Döhler - Graf, Kiesl (4), Zimmermann, Zimmer, B.Wagner, Panzer (2), Hausner - Carbone (4), Götz, Walther (12), S.Wagner, Mienack (4), Ziegler (25), Zeilmann, Böhner, Diener, Parkmann (2), Waldner, Hohenberger (2)
Torfolge: 1-0 (2) Hohenberger (Mienack, Waldner); 2-0 (6) Waldner (Mienack, Hohenberger); 3-0 (18) Walther (Zeilmann); 3-1 (20) 5-4 Kern (Tkocz F.,Hillmeyer); 3-2 (28) Tkocz F.; 4-2 (33) Zeilmann; 5-2 (41) 5-4 Ziegler (Carbone, Zimmermann); 6-2 (42) Waldner (Zimmermann); 7-2 (45) 5-4 Graf (Carbone, Ziegler); 7-3 (47) 4-3 Kern; 8-3 (50) 5-4 Waldner (Zimmermann, Hohenberger); 9-3 (51) Zeilmann (Walther); 10-3 (54) 5-4 Mienack (Hohenberger, Zimmer); 11-3 (55) Hausner (Zeilmann, Walther); 12-3 (60) Hohenberger (Waldner)

Durch die Minusgrade und dem unfangreichen Sportangebot (gleichzeitig BBC Heimspiel und Fußball im TV) fand sich diesmal nur eine kleine Zuschauerschar im Tigerkäfig für das letzte Hauptrundenheimspiel des EHC ein. Trotzdem starteten die neuformierten Angriffsreihen der Oberfranken schwungvoll in die Partie. Besonders die 2te Formation setzte in der Anfangsphase durch Tore von Hohenberger und Waldner sowie Mienack mit einem Schuß ans Gestänge die Akzente. Ab Drittelmitte ging der Elan aber mehr und mehr verloren und es gab praktisch nichts mehr sehenswertes der Gelbschwarzen zu verzeichnen. Die mit nur 12 Feldspielern angereisten Gäste hatten mit ihren zahlreich eingesetzten Junioren kaum Probleme das niveaulose Spiel offen zu gestalten. Dem 3-0 durch Zeilmann ließen sie kurz vor der Sirene sogar den Anschlusstreffer in Überzahl folgen. Mehrere Zweikampffehler führten letztendlich zu diesem Gegentor. Im Mitteldrittel verschlimmerte sich das Dargebotene sogar noch. Keine Kombinationen, kaum Einsatz der Tigers führten sogar zum 3-2 nach 28 Minuten. Unerklärlicherweise machte sich auch immer mehr Nervosität bei den Tigers breit. Durch mehrmaliges nachstochern gelang Zeilmann dann wenigstens noch das 4-2. Trauriger Höhepunkt war ein 2 gegen 0 Break des EHC nach 38 Minuten, das man kläglich vergab. Im Schlussdrittel sah man dann eine andere Tigersmannschaft. Anscheinend wurden in der Kabine die richtigen Worte gefunden, um das Team endlich aufzuwecken. Innerhalb von 5 Minuten hatte man das Spiel durch drei Treffer endgültig entschieden. In Überzahl sorgten die Gäste dann noch etwas für Ergebniskosmetik. Was dann geschah konnte man weder verstehen noch die eigentliche Ursache erkennen. Ein bis dahin relativ faires Spiel eskalierte plötzlich durch zahllose Provokationen und Undiszipliniertheiten der Deggendorfer. Angefangen von einer kleinen Massenschlägerei bis hin zu vielen Checks von hinten und Stockschlägen in den folgenden Spielminuten, sogar als das Spiel schon unterbrochen war, konnten sich vornehmlich die Juniorenspieler des DSC kaum beruhigen. Das Ergebnis dieser „Ausraster" war neben mehrerer kleiner Strafen eine Match- und eine Spieldauerstrafe für die Niederbayern sowie eine Spieldauerstrafe für den Bayreuther Ziegler, der damit für das „Endspiel" in Amberg gesperrt ist. Davon angestachelt schraubten die Bayreuther dann mit 5 weiteren Toren das Ergebnis auf ein doch noch standesgemäßes 12-3. Das war ein Spiel in dem es für die Tigers außer den beiden Pflichtpunkten nicht viel zu gewinnen gab. Erfreulichster Aspekt war rückblickend das sich dabei vielleicht eine neue 2te Sturmformation gefunden hat. Waldner (3T2A), Hohenberger (2T3A) und Mienack (1T2A) kann man getrost als die Gewinner des Abends bezeichnen. Besonders die Dynamik von Mienack stach dabei positiv heraus. In der ersten Formation (Carbone, Ziegler, Parkmann) merkte man das Fehlen von Brandstädter sehr deutlich. Diese Reihe strahlte nur äußerst selten Torgefahr aus. Bezeichnend ist dabei sicher, das der immer noch stark angeschlagene Parkmann zum ersten Mal im Dress des EHC völlig ohne Scorerpunkt geblieben ist. Die jetzt folgende 2-wöchige Spielpause reicht hoffentlich aus, damit er sich bis zum „Finale" in Amberg auskurieren kann. Auch Carbone verzettelte sich, wie zuletzt immer, viel zu viel in Einzelaktionen und müßte dringend zum einfachen, mannschaftsdienlichen Spiel, das ihn am Saisonanfang stark gemacht hat, zurückfinden. Ein Phänomen das schon häufiger zu beobachten war, kam auch wieder zum Vorschein. Die mangelnde Torgefahr von der blauen Linie. Man schießt sowieso relativ selten aus der Distanz, auch weil man sich nicht genug in gute Schusspositionen bringt. Und wenn doch, dann sind die Versuche oftmals völlig harmlos. Die Gäste zerstörten den Anfangs passablen Eindruck durch ihre Undiszipliniertheiten völlig. Der EHC erfüllte seine Pflicht nach großen Anfangsschwierigkeiten am Ende noch standesgemäß und muß sich jetzt auf den Schlussakt in Amberg vorbereiten. Dort ist allerdings mehr als eine Steigerung zu diesem Spiel nötig, um bestehen zu können.



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth