Wölfe gewinnen verdient im Tigerkäfig


EHC Bayreuth – VER Selb 1:4 (0-2;0-2;1-0)
Zuschauer: 1 009
Strafen: BT: 22
S: 49
Powerplay: BT: 1/7
S: 1/8
Bayreuth: Bädermann, Steeger – Kiesl (2), Zimmermann, Wagner (2), Rothemund, Hausner (12), Mayer (2), Zimmer (2) – Zeilmann, Walther, Diener, Schmidt, Carbone, Runge, Gorges, Mienack (2), Hausauer

Selb: Kümpel, Wohn – Holden (2), Kraus (2), Lüdke, Thumm (4), Porzig, Horvath (4), Fischer (2) – Schramm, Trolda, Siegeris (27), Schade, Setzer, Jaworin, Lamich (2), Bartels (2), Hendriksson (4), Thielsch

Torfolge: 0-1 (12) 5-4 Bartels (Thielsch, Trolda); 0-2 (16) Thielsch (Holden); 0-3 (22) Lamich
(Horvath); 0-4 (40) 4-5 Lamich (Kraus); 1-4 (52) 5-4 Zeilmann (Zimmer, Gorges)

Beim jüngsten Oberfrankenderby im Eishockey übernahm der klassenhöhere Bayernligist vom Eröffnungsbully weg die Initiative. Die technischen und läuferischen Vorteile der Hochfranken sorgten dafür, das die Scheibe teilweise richtig gut durch ihre Reihen lief. Die Tigers stemmten sich in der Defensive dagegen und konnten dabei auf einen erneut guten Torwart Bädermann vertrauen. So dauerte es trotz optischer Überlegenheit bis zur 12.Spielminute, bis die Gäste in Überzahl durch den frei gespielten Bartels in Führung gingen. Einen Abwehrfehler des EHC bestrafte dann Thielsch durch sein sicher abgeschlossenes Break mit dem 0-2. Mit diesem Resultat ging man dann zum ersten Mal in die Kabine, auch weil der EHC sich bis auf ein paar Distanzschüsse praktisch keine nennenswerten Torchancen erspielen konnte.

Gleiches Bild dann auch im Mittelabschnitt. Der VER machte das Spiel und die Wagnerstädter waren fast ausschließlich mit Abwehrarbeit beschäftigt. Ein 2-1 Break könnte Bädermann noch parieren, doch beim Schuss des auffälligen Lamich zum 0-3 machte er seinen einzigen Fehler im ganzen Spiel. Ansonsten bewahrte er sein Team mit vielen guten Szenen vor größerem Schaden. Einige scheinbar etwas übermotivierte Wölfe-Spieler brachten dann völlig unnötigerweise eine überharte Note ins Spiel. Negativer Höhepunkt dieser unerfreulichen Phase waren eine völlig korrekte Spieldauerstrafe für Siegeris nach einem üblen Bandencheck und später noch eine Verletzung von Sebastian Mayer, die ein Weiterspielen für ihn unmöglich machte. Das Schiedsrichtergespann hatte dabei einen schweren Stand und trug mit einigen Fehlentscheidungen auch zu der aufkommenden Hektik mit Bei. Das 0-4 in Unterzahl, von Lamich mit einer feinen Einzelaktion erarbeitet, ging dabei fast unter.

Im Schlussdrittel merkte man den Tigers an, das sie ihren Fans doch mehr bieten wollten. Ob der VER etwas die Zügel schleifen ließ, oder wegen des relativ hohen Tempos der ersten 40 Minuten nicht mehr konnte, lässt sich nicht sicher feststellen. Der EHC kam jedenfalls deutlich besser ins Spiel und auch zu einigen guten Torchancen. Eine davon nutzte Zeilmann in Überzahl zum völlig verdienten Ehrentreffer. Den Abpraller nach einem Zimmerschuss brauchte er nur noch einzuschieben. Einige weitere Chancen auf beiden Seiten brachten keine Ergebnisänderung mehr ein.

Unter dem Strich ein verdientes Ergebnis für die Gäste, die in den ersten 40 Minuten ziemlich deutlich dominierten. Später kamen auch die Tigers zu besseren Szenen. Dabei machte sich wie schon in einigen Spielen zuvor bemerkbar, das den Stürmern der Festspielstädter vor dem Tor anscheinend etwas die Abgebrühtheit fehlt. Auch im Powerplay (mehrmals sogar 5-3) ist für die Tigers noch deutlich Luft nach oben. Mit der erwarteten Rückkehr von Graf und Samek zum Punktspielstart in einer Woche gegen den EV Weiden 1b, ist aber sicherlich ein guter Start in die Landesligasaison machbar. Mannschaften der Kaliber Schönheide, Höchstadt oder Selb sind dort jedenfalls nicht häufig zu erwarten.



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth