Meister Ole EHC


EHC Bayreuth – ESC Hassfurt 3:1 (1-1;1-0;1-0)

Zuschauer: 1 123
Strafen:
BT: 54 Min H: 60 Min
Powerplay:
BT: 2/9
H: 1/11

Bayreuth: Döhler (10), Bädermann – Kiesl, Zimmermann (2), Rothemund, Hausner (2), Mayer (16),
Zimmer (2) – Zeilmann (4), Walther, Samek (4), Diener (2), Bärnreuther (4), Schmidt (6),
Carbone, Runge, Gorges

Hassfurt: Sprenger, Hildenbrand – Schorr M, Waldvogel S (2), Schorr B (6) Berndaner (14) – Nold,
Fuchs, Waldvogel M (14), Herrmann (12), Beck, Popek (2), Franek (2), Rappl (2), Thür Jun
(4)

Torfolge: 1-0 (9) 5-4 Gorges (Samek); 1-1 (15) 5-4 Popek (Franek, Nold); 2-1 (39) 5-4 Gorges
(Carbone); 3-1 (41) Bärnreuther (Penalty)

Es war im wahrsten Sinne angerichtet für ein echtes Endspiel um die Meisterschaft der Landesliga Nord. Die beiden deutlich stärksten Teams der Liga sorgten bei echten Eishockeytemperaturen dafür, dass es bei der großen Kulisse im Tigerkäfig nicht kalt wurde. In einem rassigen, temporeichen Duell trugen beide Mannschaften dazu bei, dass es den Begriff Spitzenspiel wirklich verdient hatte. Leider wollten oder konnten sich die beiden Referees diesem Niveau nicht anpassen. Mit zunehmender Spielzeit verloren sie immer mehr den Überblick und waren insgesamt mit der Leitung der Partie heillos überfordert.

Den besseren Start erwischten die Gäste. Mit ihrem laufstarken und aggressiven Forchecking brachten sie die Tigers einige Male in Verlegenheit. Besonders bei einem 5-3 Überzahlspiel nach einer zweifelhaften Samek-Strafe zwangen sie den überragenden Döhler zu mehreren Glanzparaden. Immer wieder angetrieben von den Waldvogel Brüdern, Popek und vor allem Franek kamen die Unterfranken zwar zu einigen Chancen, doch an Döhler fanden sie keinen Weg vorbei. So war es dann der starke Gorges, der die Oberfranken bei 5 gegen 4 in Führung brachte. Glänzend angespielt vom einsatzfreudigen Samek zog er direkt ab und traf flach unten ins Eck. Die Hawks zeigten sich davon unbeeindruckt und rannten weiter an. Doch Döhler war vorerst mit mehreren „Big-Saves“ schier unüberwindbar. Bei einem weiteren Powerplay der Falken passierte es dann aber doch. Den Franek Schuss konnte er zwar noch abwehren, aber gegen Popeks Nachschuss war er dann machtlos. Kurz darauf baten die Schiedsrichter dann zur vorgezogenen Drittelpause. Das Tor des EHC war mehrfach aus der Verankerung gesprungen und ließ sich nicht mehr richtig befestigen.

In der Restspielzeit des 1.Abschnitts drehten dann die Wagnerstädter noch mal richtig auf. Erst scheiterte man mit einem Break am Torwart und dann hatten die Unparteiischen ihren ersten großen negativen Auftritt. Bei einem Distanzschuss ließ der Hassfurter Torwart die Scheibe durchrutschen und sie trudelte ins Tor. Zuvor (viel zu früh) hatten sie aber bereits abgepfiffen. Trotzdem gaben sie zuerst den Treffer um ihn dann nach minutenlangen, massiven Protesten der Gäste wieder zurück zu nehmen.

Im Mittelabschnitt sah man zu Beginn wieder mehr Aktionen der Unterfranken, doch die ganz großen Chancen blieben Mangelware. Mit zunehmender Spielzeit sorgten dann auch die Tigers wieder für mehr Entlastung und Gorges nutze ein Powerplay zur Führung für den EHC.

Im Schlussdrittel startete Zeilmann dann einen Alleingang und konnte nur durch ein Foul gebremst werden. Den berechtigten Penalty verwandelte Bärnreuther in souveräner Manier für sein Team. Als dann Döhler ein klasse Franek-Solo parierte, gingen beim Hassfurter Herrmann dann wohl einige Sicherungen durch. Mit einem brutalen Ellenbogencheck ins Gesicht streckte er Hausner auf offenem Eis nieder und wurde von den katastrophalen Schiedsrichtern nur mit 3 mal 2 Minuten „beschenkt“. Eine Spieldauerstrafe wäre für diese miese Aktion das absolute Minimum gewesen. Als sich dann Franek auch noch beim Bully !!! einen bösen, fast ungeahndeten Stockschlag (2 Minuten Strafe) gegen Gorges leistete, der sich dabei eine schwere Knieverletzung zuzog, war endgültig kaum mehr Eishockey möglich. Mit unzähligen Strafen auf beiden Seiten, völlig zerstückelt, liefen die Minuten herunter. Einen „Auftritt“ hatten die Referees aber noch. Als die Hassfurter ihren Torhüter etwa 2 Minuten vor Ende vom Eis genommen hatten, steuerte Schmidt, bedrängt von einem Gegenspieler, auf das leere Tor zu, und wurde gefoult. Zum Erstaunen aller, entschied man aber nicht auf Penalty, sondern der Hassfurter bekam eine 2 Minutenstrafe.

Auch ohne den nach einer Matchstrafe im Juniorenspiel vorerst gesperrten Hausauer, konnten sich die Tigers dank einer unglaublichen Willensleistung gegen die starken Unterfranken durchsetzen und den Meistertitel der Landesliga Nord an den roten Main holen. Die bessere Chancenauswertung und ein überragender Udo Döhler ließen die Gäste fast verzweifeln. Den ganzen Team und Coach Weingran gilt der Respekt für eine glänzende Hauptrunde. In der Aufstiegsrunde zur Bayernliga, die am 04. Januar beginnen wird, will man weiter dafür Sorgen das sich das Bayreuther Eishockey positiv entwickelt. Mehr als einen Schritt hat diese Truppe bereits jetzt dazu beigetragen.



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth