Tigers phasenweise wie im Rausch


EHC Bayreuth – SVG Burgkirchen 9:2 (3-1,5-1;1-0)

Zuschauer: 619
Strafen: BT: 32 Min B: 48 Min
Powerplay: BT: 4/8 B: 2/8

Bayreuth: Döhler, Bädermann – Meixner (2), Zimmermann (8), Rothemund, Maier (2), Mayer (4), Zimmer – Zeilmann (2), Walther, Samek (2), Diener (2), Bärnreuther (6), Schmidt (4), Carbone, Brahmer, Hausauer

Burgkirchen: Velkoski, Seyffert (ab 25) – Schneider (4), Gnyp, Demcenko (4), Matveenko (2), Smogavc (6), Lenczyk – A.Piskunov, S.Piskunov (2), Sorsak, Schön (2), Riemel, Schmidt (2), Sztefek (12), Jung (14)

Torfolge: 1-0 (4) Hausauer; 1-1 (12) 6-4 Sztefek (A.Piskunov, Demcenko); 2-1 (13) 5-4 Hausauer (Meixner, Samek); 3-1 (18) Samek (Hausauer); 4-1 (23) Walther (Meixner, Hausauer); 5-1 (24) Samek (Mayer); 6-1 (26) 5-4 Samek (Hausauer, Mayer);
7-1 (28) 4-5 Samek; 8-1 (29) 5-4 Brahmer (Zeilmann, Bärnreuther); 8-2 (33) 6-4 Demcenko (A.Piskunov); 9-2 (52) 5-4 Zimmer (Zimmermann, Bärnreuther)

Das kurzzeitige Abtasten beider Teams zu Spielbeginn beendete Hausauer schon nach gut 3 Minuten. Seinen „steal“ im Mitteleis verwandelte er selbst eiskalt zur Führung. Irgendwie schien der angedachte Spielplan der Gäste damit völlig durchkreuzt zu sein, wirkten sie in der Folgezeit doch ziemlich von der Rolle. Die Tigers hatten daraufhin viele gute Chancen, doch gelang es ihnen vorerst nicht ihre Führung auszubauen. In Überzahl gelang den Kelten stattdessen erst einmal der Ausgleich. Alex Piskunovs Traumpass brauchte Sztefek nur noch einzuschieben. Die Oberfranken zeigten sich davon aber nicht beeindruckt, sondern schlugen sofort zurück. Wiederum war es der agile Hausauer, der mit dem volley verwandelten Abpraller seiner Farben wieder in Front brachte. Zahlreiche weitere Torchancen der Wagnerstädter folgten. Unter anderem traf Kapitän Zimmermann mit einem Distanzschuss nur den Pfosten. Das 3-1 resultierte dann aus einem Samek Direktschuss nach gewonnenem Bully von Hausauer.

Als Walther im Mittelabschnitt mit einer Energieleistung erhöhte gab er gleichzeitig den Startschuss für eine Phase in der die Gelbschwarzen wie im Rausch spielten. Besonders der sehr starke Samek war überhaupt nicht mehr zu bremsen und sorgte mit einem lupenreinen Hattrick schon früh für die Entscheidung. Erst traf er per Nachschuss, worauf die Gäste den Torwart wechselten. Auch das hemmte die Spielfreude der Bayreuther keineswegs. Mit einem trockenen Distanzschuss in Überzahl stellte der junge Tscheche auf 6-1, aber sein ganz großer Auftritt sollte erst noch folgen. In einer unscheinbaren Situation lief er in Unterzahl plötzlich druckvoll aus 20 m Entfernung auf den scheibenführenden, letzten Mann der SVG zu. Mit seinem bis unters Hallendach spürbaren Willen nahm er ihm tatsächlich den Puck ab und versenkte ihn unter dem Jubel der Tigersfans zum 7-1. Den Raubkatzen gelang in dieser Phase nahezu alles. Brahmers Kracher von der blauen Linie im Powerplay setzte dann den Schlusspunkt unter 6 denkwürdige Minuten mit 5 Tigerstoren. Bei 6-4, erneut wegen einer angezeigten Strafe, die etwas Unordnung hinterlassen hatte, sorgte Demcenko noch für etwas Ergebniskosmetik bei den Gästen aus der Kreis Altötting.

Schon gegen Ende des 2.Drittels sorgten zahlreiche Strafen, oftmals auch etwas willkürlich von den Schiris verteilt, für den Bruch des Spielflusses. Auch im letzten Abschnitt setzte sich das fort. Die Tigers spielten auch nicht mehr ganz so konzentriert und druckvoll. z.B. musste Döhler in einem Überzahlspiel gleich zwei 1-0 Breaks des der Kelten parieren. Mit einem klasse ausgespielten 5 gegen 4 traf dann Zimmer schon zum Endstand. Gegen Ende des Spiels verloren die Unparteiischen dann völlig den Überblick. Aber auch fast 5 Minuten 5 gegen 3 konnten die Kelten nicht für sich nutzen. In der 57. Minute scheiterte Samek noch mit einem an ihm selbst verursachten Penalty am Gästetorhüter.

Wer dieses Resultat vorhergesagt hätte, wäre wohl für verrückt erklärt worden. Schließlich sind die Gäste als einer der großen Aufstiegsfavoriten angereist. Vor allem läuferisch waren die Tigers ihren Gegnern aber um Längen überlegen. Dieses Tempo konnte die SVG eigentlich nie mitgehen. Aus einer kompakten Mannschaft in der sich die 3 Neuzugänge Meixner, Maier und Brahmer sofort sehr gut integrierten, ragten diesmal der nach seiner Sperre zurück gekehrte Hausauer und der 4 fache Torschütze Samek noch heraus. Döhler bot im Tigersgehäuse wieder eine souveräne Vorstellung und gab seiner Mannschaft damit die nötige Ruhe und Sicherheit für die eigenen Angriffsaktionen. Die ganze Truppe verdiente sich mit dieser grandiosen Leistung ein Gesamtlob und bot ihren Fans einen wunder schönen Eishockeyabend.



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth