Tigers rupfen die Falken im Frankenderby


EHC Bayreuth – ESC Hassfurt 8:1 (3-0;2-1;3-0)

Zuschauer: 703
Strafen: BT: 28 Min H: 106 Min
Powerplay: BT: 3/8 H: 1/4

Hassfurt: Sprenger, Hildenbrand Martin – Schorr M, Waldvogel S (12), Berndaner (12), Schorr B (2), Potschka, Hildenbrand Marco (4) – Popek (2), Waldvogel M (12), Herrmann, Weiß (10), Nold, Kaufmann (2), Franek, Fuchs (38), Beck (10), Rappl (2)

Bayreuth: Döhler, Schmidt 0 (ab 60.) – Meixner, Zimmermann (12), Maier (2), Mayer (2) – Zeilmann (2), Walther, Fritsche, Samek (6), Diener, Schmidt, Carbone, Brahmer, Hausauer (4)

Torfolge: 1-0 (3) Schmidt S (Brahmer); 2-0 (9) 5-4 Walther (Brahmer, Zeilmann); 3-0 (20) 5-4 Zeilmann (Maier, Zimmermann); 3-1 (28) 5-4 Nold (Waldvogel S, Schorr M); 4-1 (29) Schmidt S (Samek, Maier); 5-1 (37) Zeilmann; 6-1 (41) Carbone (Zeilmann); 7-1 (55) Samek (Hausauer); 8-1 (59) 5-4 Hausauer (Zimmermann, Maier)

In diesem Frankenderby legten die Tigers überraschenderweise los wie die Feuerwehr. Trotz der Belastung, seit Wochen mit Minikader einen Kraftakt nach dem anderen zu absolvieren, waren sie den eigentlich ausgeruhten Gästen in Punkto Spritzigkeit und Einsatz haushoch überlegen. Mit den ersten Chancen scheiterte man noch, doch nach 3 Minuten eröffnete Schmidt per Nachschuss den da noch nicht absehbaren Torreigen. Bemerkenswert ist dabei noch die Tatsache, das sich Schmidt und auch Kapitän Zimmermann an diesem Abend trotz Verletzungen in den Dienst der Mannschaft stellten und aufliefen. Als die beiden unsicheren Schiedsrichter erst Zeilmann wegen angeblicher Schwalbe und dann Zimmermann mit Strafen belegten hatten die Unterfranken bei einer 5-3 Überzahl die Chance zum Ausgleich. Die aufopferungsvoll kämpfenden Wagnerstädter ließen aber nicht einmal eine gute Torchance zu und überstanden diese Phase schadlos. Von da an waren die Gelb-schwarzen dann nicht mehr zu halten. Mit eindrucksvollem Angriffswirbel schnürten sie die hilflosen Hawks ein und Walther, sowie Zeilmann erhöhten jeweils im Powerplay auf 3-0. Dazwischen vergab man noch eine ganze Reihe hochkarätiger Chancen und hatte einmal etwas Glück, als die Hassfurter bei ihrer Großchance nach einem 3 gegen 1 Break, vorbei zielten.

Im Mittelabschnitt bot sich den Besuchern das gleiche Bild. Der EHC war durchweg im Vorwärtsgang und die Hawks versuchten mehr schlecht als recht dagegen zu halten. Neben je einem Pfostentreffer auf beiden Seiten scheiterten die Oberfranken noch einige Male, bevor Nold ein Überzahlspiel zum Anschlusstreffer für den ESC nutzen konnte. Davon ließ sich die Heimmannschaft aber überhaupt nicht beeindrucken und erhöhte ihrerseits durch Schmidt und Zeilmann völlig verdient auf 5-1. Zahlreiche Nickeligkeiten und ein insgesamt sehr undiszipliniertes Verhalten sorgte bei den Gästen für eine richtige Strafzeitenflut, die die Tigers in dieser Phase aber nicht zu weiteren Treffern nutzen konnten.

Auch im Schlussdrittel setzten die Bayreuther ihre engagierte und druckvolle Spielweise fort und stürzten die Gäste damit von einer Verlegenheit in die nächste. Carbone, Samek und Hausauer sorgten mit ihren Treffern dafür, dass zumindest ein Teil der Torchancen auch in Zählbares umgemünzt werden konnte. Mit weiteren massiven Strafenzeiten, die größtenteils völlig berechtigt waren, verstärkten die Gäste den schlechten Eindruck des ganzen Spiels noch mehr und wurden mit dieser Abfuhr auch entsprechend „belohnt“. Ein rundum gelungener Eishockeyabend erlebte dann in der Schlussminute noch einen absoluten Höhepunkt. Udo „the wall“ Döhler ging 30 Sekunden vor Ende unter stehenden Ovationen des Publikums vom Eis und nahm Abschied vom aktiven Sport in seiner Eishockeyheimat. Nach vielen Jahren für die verschiedenen Bayreuther Eishockeyvereine tritt er nun seine verdiente sportliche Ruhe an. Dank gilt ihm dafür, dass er den Neuanfang beim EHC mit seinen sportlichen Leistungen und auch seiner ganzen Persönlichkeit mitgetragen hat und auch zum Ende seiner großen Eishockeykarriere noch einmal ein ganz wichtiger Baustein im Bayreuther Kufensport war.

Mit im Vergleich zu den letzten Wochen fast schon einem „Luxuskader von 13 Feldspielern“ spielte man die ausgeruhten Gäste 60 Minuten lang an die Wand und feierte einen auch in dieser Höhe völlig verdienten Sieg. Aus einer wiedermal sehr geschlossenen Mannschaftsleistung muss man diesmal Juniorenspieler Florian Zeilmann herausheben. Er spielte nicht nur einen spielstarken, abgebrühten Stürmer, sondern agierte auch als Verteidiger (als vorübergehend nur noch 3 nominelle Defender zur Verfügung standen) absolut souverän und hat sich das Prädikat Spieler des Tages und Topscorer verdient. Ansonsten musste man erneut sagen dass es einfach Spaß macht dieser Truppe zuzuschauen. Läuferisch und auch spieltechnisch ganz hervorragend boten sie eine echte Eishockeyshow für Landesligaverhältnisse.

Chapeau EHC Bayreuth „die Tigers“



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth