Benzin im Tank der Tigers reichte nur für 40 Minuten


EHC Bayreuth – EHC 80 Nürnberg 4:5 (1-0;3-2;0-3)

347 Zuschauer
Strafen: BT: 44 Min N: 18 Min
Powerplay:
BT 2/6
N 1/10

EHC Bayreuth: Bädermann, O.Schmidt (ab 33.) – Meixner (2), Zimmermann (14), C.Maier, Hausner
(2), S.Mayer (4), Zimmer – Müller (2), Walther, Geigenmüller, Brahmer (4), S.Schmidt (2),
Carbone, Steffens, Zeilmann (12), Gorges, Jilemnicky (2),


Nürnberg: Treutle, Da.Budny – Beck (4), Kaczmarek, Papst, Jones, Schnabel (2), Babinsky (2),
Helowka – Marsall (2), Hatkevitch (2), Tesch (2), Do.Budny, Reiser, Müller (2), Hörl, Berg,
Pruett, Stibitz (2)

Tore: 1-0 (1) Steffens (Jilemnicky, Müller); 2-0 (28) 5-4 Jilemnicky (Steffens, Müller), 2-1 (32) Helowka; 3-1 (35) 5-4 Müller (Meixner); 4-1 (36) Meixner (Jilemnicky); 4-2 (40) 5-4 Marsall (Hatkevitch); 4-3 (50) Hörl (Hatkevitch, Marsall); 4-4 (57) Beck (Hörl); 4-5 (59) 4-5 Müller (Berg, Papst)

Obwohl das eigentlich obligatorische „Eistesten“ der 1.Mannschaft dieses Jahr nicht stattfinden durfte, gelang es den Eismeistern nach der Eisbemalung die Spielfläche rechtzeitig in einem guten Zustand fertig zustellen, damit die Tigers ihre Heimpremiere für die Saison 2008-09 durchführen konnten.
Fast wie ein „Formel 1 Bolide“ legten die Oberfranken auch los und erwischten die Gäste mit dem ersten Angriff eiskalt. Neuzugang Jilemnicky setzte sich klasse über Außen durch und bediente Steffens mustergültig, der zur frühen Führung eindrückte. Danach hatte das Spiel eher den Charakter einer Rallyefahrt. Erstens ging es auf beiden Seiten öfters etwas holprig zu, spielerisch passte noch nicht alles zusammen und zweitens war es entgegen normalen Testspielen, eine sehr körperbetonte Partie. Nürnberg hatte zwar mehr Scheibenbesitz, aber die Tigers wehrten sich nach Kräften. Goalie Bädermann agierte sehr sicher und ließ sich vorerst nicht bezwingen. Einmal rettete der Pfosten für ihn bei einem Distanzschuss in Überzahl. Im Laufe des 1.Abschnitts steigerten sich die Achtziger noch etwas, auch begünstigt durch zu viele Strafzeiten der Gelb-schwarzen, die die Gäste erst richtig ins Spiel brachten, ohne daraus zählbaren Nutzen zu erzielen.

Der Spielverlauf veränderte sich zwar nicht, aber Jilemnickys Nachschuss bei einem druckvollen Powerplay der Wagnerstädter stellte trotzdem auf 2-0. Die Tigers überstanden in der Folge mit großem Einsatz sogar eine 3-5 Unterzahl unbeschadet, aber kurz nach Ablauf der Strafen nutzte der Nordamerikaner Helowka die Unordnung in der Defensive zum Anschlusstreffer. Nach dem verabredeten Torwartwechsel beschleunigten die Festspielstädter dann noch mal kurzfristig im Stile von Michael Schuhmacher. Erst schlug ein satter Handgelenkschuss von Müller oben im Winkel ein und nicht einmal eine Minute später erhöhte Meixner per Nachschuss in Überzahl auf 4-1. Davon doch etwas angestachelt, gelang Marsall ebenfalls bei 5 gegen das 4-2, als er unbehelligt alleine vors Tor ziehen durfte und Goalie Schmidt keine Chance lies.

Im Schlussdrittel machte sich immer mehr bemerkbar, das die Tigers bis dahin nicht unbedingt „Sprit sparend gefahren sind“. Mit zuvor nur 3 Trainingseinheiten musste man den in diesem Bereich viel weiteren Mittelfranken, noch deutlicher die Initiative überlassen. Bis zum Ausgleich durch Hörl und Beck hatten die Wagnerstädter zwar zwischendurch auch noch gute Möglichkeiten, doch außer einem Pfostentreffer von Schmidt fehlte im Abschluss, auch wegen der immer mehr schwindenden Kräfte, die letzte Konzentration. Man versuchte sich zwar „quasi auf Reserve über die Ziellinie“ zu retten, doch ein unwiderstehliches Solo von Müller in Unterzahl bescherte den Noriscracks noch einen nicht mehr für möglich gehaltenen Erfolg.

Insgesamt bleibt fest zu halten das sich die Tigers über 2 Drittel erstaunlich gut präsentierten. Mit sowenig Vorbereitung bisher war das eigentlich nicht so zu erwarten. In guter Frühform präsentierte sich besonders die Formation Mayer, Meixner, Jilemnicky, Müller und Steffens, die auch für alle Tore verantwortlich zeichnete. Positiver Nebenaspekt scheint auch zu sein, das die Zeit, in der man von manchem Gegner etwas „rumgeschubst“ wurde, vorbei ist. Die „neuen Tigers“ wehren sich offensichtlich etwas mehr dagegen, als ihre Vorgänger. Mit der kommenden, trainingsintensiven Woche geht man dann in die Spiele gegen Hügelsheim auf dem Weg den nächsten Schritt zu machen. Der aktuelle Status ist zumindest schon sehr ansehnlich und macht richtig Appetit auf die Punktspiele.



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth