EHC Bayreuth konnte 4-1 Vorsprung nicht halten


ERV Schweinfurt – EHC Bayreuth  6:4 (0-1;2-3;4-0)

381 Zuschauer
Strafen:
S: 64 Min
BT: 14 Min
Powerplay:
S 2/6
BT 1/9

ERV Schweinfurt: Swolenski, Reukauf – Berger (12), Hoppe (2), Reiser (2), Ploss, Knaup (2), Beck,
Görlitz, Schäfer – Zimmermann (4), Lang, Freund, Waßmiller, Thurner (14), Juhasz (12),
Eckmaier (4), Trolda, Waldner (12), Mrachatz

EHC Bayreuth: Bädermann, O.Schmidt – Meixner, Zimmermann (2), C.Maier, Wagner (2),
Rothemund, S.Mayer, Fritsche – Müller, Geigenmüller (2), S.Schmidt, Carbone, Steffens (2),
Zeilmann, Gorges (2), Jilemnicky (2), Hausauer


Tore: 0-1 (14) Mayer; 1-1 (21) 5-4 Juhasz (Hoppe); 1-2 (27) 5-4 Steffens (Geigenmüller, Hausauer); 1-3 (32) 4-4 Hausauer (Carbone, C.Maier); 1-4 (39) Geigenmüller (Hausauer, Gorges); 2-4 (40) Waßmiller; 3-4 (44) Juhasz (Görlitz); 4-4 (47) Thurner
(Trolda, Swolenski); 5-4 (53) 5-4 Juhasz (Görlitz, Eckmaier); 6-4 (55) Hoppe

Die Tigers kamen vom Bully weg gut ins Spiel, agierten in der Defensive sehr sicher und konsequent. Man ließ die Unterfranken trotz ihres Bemühens nicht zur Entfaltung kommen und hatte bei den Gegenstößen sogar die weitaus besseren Torchancen. Nach einem Abwehrfehler erzielte Verteidiger Mayer die nicht unverdiente Führung, als er alleine auf das Tor zusteuerte und sicher, im Stile eines Torjägers verwandelte. Bei zwei gefährlichen Unterzahlbreaks hatte das Heimteam seine besten Szenen, doch der souverän wirkende Bädermann ließ sich nicht bezwingen. Auch die Gelb-schwarzen hatten noch weitere Möglichkeiten. Ein zweiter Treffer gelang ihnen dabei aber vorerst nicht. Im Mittelabschnitt kam der ERV druckvoller aus der Kabine und stellte die Oberfranken vor mehr Probleme als zuvor. Der sehr auffällige Ex-Profi Juhasz erzielte bei einem Konter in Überzahl ! folgerichtig den Ausgleich. Doch die Wagnerstädter konnten sich wieder aus der zeitweisen Umklammerung befreien und der agile Steffens brachte sein Team per Nachschuss bei 5-4 wieder in Führung. Nicht der Bayernligist sorgte dann etwa für spielerische Highlights, sondern die Gäste vom roten Main bauten ihren Vorsprung durch den 3 gegen 2 Kontertreffer von Hausauer und Geigenmüllers technisch starken Nachschuss auf 4-1 aus. Auch die zwischenzeitliche Auszeit von Spielertrainer Waßmiller, wo er seine Reihen neu ordnen wollte, konnte den Spielfluss der Tigers nicht brechen.Er selbst musste dann mit seinem Solo kurz vor der zweiten Pause für den Anschlusstreffer sorgen. Taktisch unklug sicherten die Gäste nicht das Ergebnis und agierten im Defensivzweikampf zu unentschlossen und ermöglichten ihm damit erst diesen Alleingang.

Wie erwartet versuchten die Dogs im letzten Drittel das Blatt noch zu wenden. Juhasz feiner Handgelenkschuss brachte sie auch gleich wieder heran. Leider scheiterte Carbone dann mit seinem Alleingang am Torhüter und im Gegenzug traf einer der Ex-Bayreuther in Blau-weiß Michael Thurner zum Ausgleich. Sein Schuss traf Bädermanns Schulter, über die die Scheibe unglücklich ins Tor kullerte. Danach sorgte der völlig übermotivierte Nachwuchsspieler Berger für den negativen Höhepunkt des Spiels. Mit Anlauf „nagelte“ er Verteidiger Meixner in die Bande, der danach nicht mehr weiter spielen konnte und wurde von den dann ziemlich überforderten Schiedsrichtern mit nur 2+10 beschenkt. Trainer Weingran versuchte zwar seine Mannschaft mit einer Auszeit zu Beruhigen, aber in solchen Phasen fehlt der größtenteils sehr jungen Truppe anscheinend noch die Erfahrung um solche Anweisungen konsequent umzusetzen. Einige seltsame Strafzeiten nutzte das clevere Heimteam dann um noch mehr Unordnung bei den Bayreuthern auszulösen und wiederum Juhasz und der gute nordamerikanische Probespieler Hoppe sorgten mit ihren Toren doch noch für einen Heimsieg der Kugellagerstädter.

Die Tigers zeigten weitere spielerische Fortschritte und waren dem Bayernligisten lange Zeit sogar in der Qualität und Effektivität der Torchancen deutlich überlegen. Das es am Ende nicht zum Erfolg reichte, lag an der nach der klaren Führung zu ungestümen Spielweise der Mannschaft. Statt das Ergebnis mehr zu sichern wollte man dem Favoriten wohl den vorzeitigen Todesstoss versetzen. Dieser Versuch ging dann aber auch Dank der Referees klassisch nach Hinten los. Die besseren Einzelspieler (besonders Waßmiller, Juhasz und Hoppe) nutzten das dann noch zu einem nicht wirklich verdienten Erfolg. Das sie dazu am Ende eine übertrieben rustikale Spielweise einsetzten, sollte ein ambitionierter Bayernligist eigentlich in so einem Spiel nicht nötig haben. Mindestens ein Unentschieden hätte die sich sehr gut schlagenden Oberfranken verdient gehabt.



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth