Schwache 1. Hälfte konnten die Tigers nicht mehr ganz korrigieren


1.EV Weiden – EHC Bayreuth 7:5 (4-1;2-2;1-2)

1 767 Zuschauer Strafen: W: 51 Min BT: 30 Min Powerplay: W 3/5 BT 3/10

1.EV Weiden: Meiler, Weidenbach – Domke, Penk (2), Schmid, Kastner (2), Schalamon, Frank (4), Baldauf (2) – Robl (2), Möstel (4), Hofmeister (6), Schreier (25), Pastika (2), Kirchberger, Stetter, Hagn (2), Zellner, Farnbauer

EHC Bayreuth: O.Schmidt, Bädermann (ab 25)(2) – Meixner, Zimmermann (2), C.Maier (2), Wagner, Rothemund, S.Mayer (2), Zimmer (12) – Müller (4), Geigenmüller, Brahmer, S.Schmidt, Carbone, Steffens (2), Zeilmann (2), Gorges, Jilemnicky, Hausauer (2)

Tore: 1-0 (4) 5-4 Zellner (Penk, Möstel); 2-0 (7) Zellner (Möstel); 3-0 (14) 4-4 Penk (Pastika); 3-1 (16) 5-3 Zimmermann (Hausauer); 4-1 (20) 5-4 Möstel (Zellner); 5-1 (23) 5-4 Zellner (Penk, Pastika); 6-1 (25) Pastika (Schreier, Hofmeister); 6-2 (27) 5-3 Geigenmüller (Jilemnicky); 6-3 (39) Müller (Jilemnicky); 6-4 (42) 5-4 Hausauer; 6-5 (60) 6-5 Zimmermann; 7-5 (60) 5-6 Pastika (Zellner, Penk)

Vor absolut oberligatauglicher, stimmungsvoller Kulisse im Weidner Eisstadion starteten die Einheimischen mit einem Tempo, als wären sie wirklich vom Teufel getrieben. Für Landesligaverhältnisse kann man da getrost von High-Speed-Eishockey sprechen, mit dem die Tigers sichtbar große Probleme hatten. Läuferisch und von der Aggressivität im Zweikampf her, waren die Devils den Oberfranken deutlich überlegen und so war die Torfolge nur logische Konsequenz. Durch Penks Überzahlweitschuss, bei dem Schmidt keine Sicht hatte und Zellner, der einen krassen Abwehrfehler der Wagnerstädter bestrafte, ging man schon früh klar in Führung. Die Oberfranken konnten sich in dieser Phase kaum aus der Umklammerung der Blau-weißen befreien und Penk nutzte eine weitere Defensivschwäche zum 3-0. Das 3-1 durch Zimmermann bei 5 gegen 3 wirkte in diesem Moment nur wie Ergebniskosmetik. Torwart Meiler sah dabei nicht gut aus, eventuell war auch ihm hier die Sicht verstellt. Kurz vor der 1.Pause erhöhte der EVW erneut im Powerplay durch Möstel. Die Frage ob man diesen Treffer überhaupt anerkennen kann, erübrigt sich bei dem in der Landesliga üblichen Niveau der Unparteiischen. Zweifel sind zumindest erlaubt, schließlich lagen in dieser Szene gleich mehrere Spieler beider Teams im Torraum und Goalie Schmidt konnte sich dadurch kaum noch bewegen. Eigene Torchancen blieben aber das ganze Drittel über Mangelware für den EHC. Auch eine frühe Auszeit von Trainer Weingran nach dem 3-0, brachte keine nennenswerte Wirkung.

Im Mittelabschnitt bot sich den zahlreichen Besuchern erstmal wieder das gleiche Bild. Weiden im Vorwärtsgang und die Gäste mit großen Schwierigkeiten sich wirkungsvoll entgegen zu stemmen. Folgerichtig fielen weitere Treffer für die blauen Teufel durch Zellner und Pastika. Mit dem Torwartwechsel Bädermann für Schmidt und einigen Umstellungen in der Mannschaft änderten sich aber langsam die Verhältnisse. Geigenmüllers 6-2 bei 5 gegen 3 und die berechtigte Spieldauerstrafe eines Weidners nach einem völlig unnötigen Bandencheck gegen Steffens, brachten die Gelb-schwarzen wieder ins Spiel. Leider konnten die 3 hochkarätigen Torchancen in diesem Powerplay nicht genutzt werden. Der am Knie verletzte Steffens ließ sich in der Kabine tapen, Biss auf die Zähne und kehrte im letzten Drittel auf das Eis zurück, um seinen Team bei der Aufholjagd zu helfen. Mit einer starken Einzelaktion erzwang der angeschlagen ins Spiel gegangene Müller das 6-3 für seine Farben und ließ damit wieder etwas Hoffnung im Lager der Tigers aufkommen.

Diese wurde dann durch Hausauers erfolgreichen Nachschuss in Überzahl weiter genährt. Das Heimteam musste nun immer mehr dem Anfangstempo Tribut zollen und die Tigers spielten zunehmend ihre Konditionsstärke aus. Der EVW konzentrierte sich fast nur noch darauf die Angriffsbemühungen der Gäste zu stören und kam kaum noch zu eigenen Aktionen. Als Bädermann dann sein Tor für einen weiteren Feldspieler verlassen hatte rutschte Heimtorwart Meiler ein Zimmermannschuss zum 6-5 durch und das Spiel stand tatsächlich noch einmal kurz vor dem kippen. 30 Sekunden vor Ende traf aber Pastika ins erneut leere Tor der Tigers zum 7-5 Endstand.

Gut 25 Minuten sahen die Oberfranken praktisch kein Land in diesem Schlagerspiel. Danach besannen sie sich wieder auf ihre Stärken und drängten die immer mehr nachlassenden Blue Devils soweit zurück, dass sogar der Ausgleich noch möglich war. Sicherlich kann man in Weiden verlieren, aber bei einem besseren Start wäre vielleicht mehr möglich gewesen. So traten die Oberfranken mit zwiespältigen Gefühlen die Heimreise an und müssen nun in den nächsten Partien die Punkte holen, die ihnen diesmal verwehrt geblieben sind.



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth