Tigers plündern das Falkennest


ESC Hassfurt – EHC Bayreuth 3:8 (1-2;0-4;2-2)

497 Zuschauer Strafen: H: 28 Min BT: 20 Min Powerplay: H 0/2 BT 2/5

ESC Hassfurt: Sprenger, Hildenbrand Martin – Kulczynski, M.Schorr (2), Marco Hildenbrand (6), B.Schorr, Berndaner (2) – Nold, M.Waldvogel, Herrmann (2), Geuder (12), Popek, Bates, Priem (2), Rappl, Kaufmann (2), Ankenbrand, Rambacher, Kinereisch

EHC Bayreuth: Bädermann, O.Schmidt – Meixner (2), Zimmermann, C.Maier (2), Rothemund, S.Mayer, Zimmer (4) – Müller (10), Geigenmüller, Brahmer, S.Schmidt, Carbone, Steffens, Zeilmann, Jilemnicky, Hausauer, Seibel (2)

Tore: 1-0 (12) Nold (Penalty); 1-1 (12) 5-4 Müller (Meixner, Steffens); 1-2 (14) Brahmer (Schmidt, Jilemnicky); 1-3 (22) S.Schmidt (Brahmer); 1-4 (24) S.Mayer (Jilemnicky, Steffens); 1-5 (36) Müller (Brahmer); 1-6 (39) Jilemnicky (Zeilmann); 1-7 (41) 5-4 Jilemnicky (Hausauer, Meixner); 2-7 (53) Geuder (Herrmann, Rappl); 2-8 (55) Brahmer (Zeilmann); 3-8 (58) Bates (Nold, Kaufmann)

Wie erwartet starteten die Gastgeber druckvoll in diese wichtige Partie. Von Trainer Weingran erneut gut eingestellt hielten die Tigers aber gut dagegen und hatten mit gefährlichen Breaks ebenso ihre Möglichkeiten. Durch einen etwas fragwürdigen Penalty, von Nold trocken verwandelt, gingen die Hawks in Führung. Eine Unachtsamkeit der Oberfranken im Powerplay hatte ihnen diese Möglichkeit erst eröffnet. Davon aber unbeeindruckt schlugen die Tigers aber sofort zurück. Noch im gleichen Überzahlspiel markierte der starke Müller per Nachschuss den Ausgleich. Als dann der auffällige Brahmer, herrlich freigespielt die Führung der Gelb-schwarzen erzielte, nahm man dann deutlich das Spielgeschehen in die Hand und ließ die Gastgeber von da ab nicht mehr zur Entfaltung kommen.

Im Mittelabschnitt kann man für Landesligaverhältnisse getrost von einer Eishockeydemonstration der Bayreuther sprechen. Hoch konzentriert und ihrem Gegner in allen Belangen überlegen zelebrierte man Auswärtseishockey nahezu in Perfektion. Nicht unerwähnt sollte allerdings bleiben, dass die Hassfurter Truppe einige mehr oder weniger angeschlagene Spieler verkraften musste. Beim 1-3 lauschte Brahmer einen Hassfurter Querpass im Spielaufbau ab, bediente Schmidt und der vollstreckte eiskalt. Nach dem 4. Treffer durch einen abgefälschten Schuss von Mayer nach turbulenten Szenen vor Sprengers Gehäuse nahm Heimtrainer Mikulenka eine Auszeit um den Spielfluss der Wagnerstädter zu bremsen, doch die ließen sich davon nicht beirren. Mit teilweise herrlichen Spielzügen stürzten sie die Unterfranken von einer Verlegenheit in die Nächste, vergaßen dabei aber öfters ihre glänzenden Torchancen auch zu verwerten. Erst Müllers energischer Einsatz brachte das 1-5 und nach einer schönen Kombination mit dem starken Zeilmann markierte Jilemnickys 1-6 den Schlusspunkt unter ein hervorragendes Drittel des EHC.

Sofort nach Wiederbeginn im Schlussdrittel zerstörte Jilemnickys Powerplaytreffer auch die letzten Hoffnungen der Falken. Der sehr engagierte Hausauer hatte ihn mit einem Traumpass glänzend freigespielt. Danach verwalteten die Tigers das Spiel ganz souverän und überboten sich teilweise im Auslassen hochkarätigster Torchancen. In den letzten 10 Minuten zog dann auch noch etwas Schlendrian in die Reihen der Tigers ein, was die Gastgeber noch zu etwas Ergebniskosmetik nutzen konnten. Brahmers Nachschuss zum zwischenzeitlichen 2-8 sorgte dafür, dass am Ende ein hochverdienter 3-8 Auswärtssieg für die Tigers zu Buche stand.

Mit dieser Galavorstellung verbesserten die Tigers ihre vorher schon glänzende Ausgangsposition in dieser ultra starken Landesliga Nord nochmals deutlich. Neben dem gewonnenen direkten Vergleich gegen die Hawks bleibt man damit auch für die ersten Plätze im Endklassement ein ganz heißer Anwärter. Eine geschlossene Mannschaftsleistung von dem erneut souveränen Bädermann im Tor, über die zweikampfstarke Abwehr, bis zu den nur so vor Spielfreude sprühenden Sturmreihen sorgte für einen in dieser Höhe unerwarteten Auswärtserfolg, der bei besserer Chancenverwertung sogar noch deutlicher hätte ausfallen können. Die Taktik von Trainer Weingran, an die sich die Mannschaft konsequent hielt, ging erneut auf und stellte das Heimteam vor eine an diesem Tag für sie unlösbare Aufgabe. Ohne Schwachpunkt in seinen Reihen, feierte das Team samt Coach mit seinen Fans nach Spielschluss die neben dem Spiel in Regensburg beste Saisonleistung verdientermaßen auf dem Eis.



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth