Tigers gewinnen das Kreisderby und können jetzt ganz nach Oben schielen


EHC Bayreuth – EV Pegnitz 5:3 (2-0;1-1;2-2)

1 224 Zuschauer Strafen: BT: 50 Min P: 40 Min Powerplay: BT 2/7 P 1/9

EHC Bayreuth: Bädermann, O.Schmidt – Meixner, Zimmermann, C.Maier, Rothemund, S.Mayer (16), Zimmer (14) – Müller (2), Geigenmüller (2), Brahmer, S.Schmidt, Steffens (2), Zeilmann, Jilemnicky, Hausauer (14), Seibel

EV Pegnitz: Sellerer, Braun (ab 8.) – Mendel, Sorg (2), Rembs, Rister Ma, Glück (2) – Knorre, Hagen, Ponitz, Schwarz, Schüssel (4), Skarupa, Cerny (4), Bärnreuther (16), Polesny (2), Rister Mi, Schwindl (10)

Tore: 1- 0 (5) Zeilmann (Brahmer, S.Schmidt); 2-0 (5) Hausauer; 2-1 (24) 4-5 Schwindl (Ponitz, Glück); 3-1 (26) 5-4 Zeilmann (Jilemnicky); 4-1 (41) 4-4 Brahmer (Meixner, Schmidt); 4-2 (52) 5-4 Ponitz (Polesny); 4-3 (56) Skarupa (Schwarz); 5-3 (60) 5-4 Geigenmüller (Hausauer, Schmidt)

Das Kreisderby begann wegen des großen Zuschauerandrangs etwas später und diese kleine Verzögerung schien die Gäste irgendwie zu lähmen. Die Wagnerstädter wählten sofort den Vorwärtsgang und gingen durch Zeilmann, der Torwart Sellerer von hinter dem Tor so anschoss, das die Scheibe über die Linie kullerte in Führung. Der Goalie war augenscheinlich von diesem Treffer so geschockt, das er nur 19 Sekunden später auch noch einen „Distanzschlenzer“ von Hausauer zum 2-0 passieren ließ. Gästetrainer Dippold reagierte darauf und wechselte schon in der 8 Minuten Braun für Sellerer ein. Die Tigers behielten das Spielgeschehen aber weiter unter Kontrolle, ohne das es noch zu ganz großen Torchancen kam. Gegen Ende des Drittels kamen die Pegnitzer dann etwas auf, aber außer ein paar Distanzschüssen aus meist schlechter Position ließ die Tigersabwehr nichts Nennenswertes zu.

Im Mittelabschnitt gelang Schwindl in typischer Manier der Anschlusstreffer. Sogar in Unterzahl lauerte er an der Mittellinie, um nach einem schlechten, abgefangenen Spielaufbau des EHC, schön angespielt, alleine auf den guten Bädermann zu zu laufen und eiskalt zu verwandeln. Die Gelb-schwarzen zeigten sich davon unbeeindruckt und forcierten sofort wieder ihre Bemühungen. Den Lohn dafür holte sich erneut der sehr agile Zeilmann ab. Im Powerplay wurde er mit dem Rücken zum Tor in Mittelstürmerposition angespielt und schoss ohne Sicht mit der Rückhand am verdutzten Dogs-Goalie vorbei zum 3-1 ein. Im weiteren Verlauf waren die Tigers Herr im Haus, konnten aber vorerst keinen weiteren Treffer erzielen. Der EVP mühte sich zwar, kam aber immer noch meist nur zu Fernschüssen. Bei einigen guten Szenen auf beiden Seiten zeigte sich Bädermann genauso sicher wie sein Gegenüber. Die etwas härtere Gangart beider Teams in diesem emotionalen Derby hatten die unsicheren Schiedsrichter nicht immer im Griff. Bei einem Check stürzte Gästeverteidiger Mendel so unglücklich in die Bande, das er Minuten später auf der Ersatzbank zusammenbrach (evtl. Folgen einer Gehirnerschütterung) und ins Krankenhaus gebracht wurde. Die Unparteiischen entschieden darauf, zu Recht auf eine vorzeitige Drittelpause.

Die fehlende Spielzeit wurde dann nach der Eisbereitung vor dem Schlussdrittel ohne besondere Vorkommnisse angehängt. Nur Sekunden nach Beginn des letzten Abschnitts sorgte der freigespielte Brahmer bei 4 gegen 4 für die Vorentscheidung. Das es danach doch noch einmal spannend wurde lag einerseits daran, das es weitere fragwürdige Strafen für die Tigers gab, von denen Spielertrainer Ponitz eine zum 4-2 nutzen konnte. Andererseits vergaben die Festspielstädter ihre klaren Torchancen für eine mögliche Entscheidung. Mit dem Mute der Verzweiflung versuchten die Pegnitzer dem Spiel noch eine Wende zu geben und suchten ihr Heil nun in der Offensive. Torwart Bädermann wusste in dieser Phase mit einigen guten Paraden vollauf zu überzeugen. Die Bayreuther wirkten vielleicht im Gefühl des sicheren Sieges dabei etwas zu passiv. Nach dem 4-3 durch Skarupa war dann plötzlich sogar noch einmal ein Punktgewinn für die Ice Dogs möglich, aber Geigenmüllers Nachschusstreffer in Überzahl beseitigte endgültig alle Zweifel.

Das stimmungsvolle Derby hatte diesmal sogar gleich mehrere Sieger. Der EHC sorgte nämlich mit diesem Erfolg für weitere 2 wichtige Pluspunkte auf dem eigenen Konto, der Schatzmeister freute sich über eine gute Einnahme und die Spendenaktion für die Kinderkrebshilfe im Kunsteisstadion wurde auch ein voller Erfolg. Mit diesem Resultat haben die Tigers nun endgültig die Weichen auf Einzug in die Meisterrunde gestellt und können nun in den folgenden Partien sogar ein ganz gewichtiges Wort um die Meisterschaft der Landesliga Nord mitsprechen. Besonders in den Heimspielen gegen Regensburg (So.07.12) und Weiden (Fr.12.12.) kann man nach momentanem Stand der Dinge von echten Endspielen sprechen. Vielleicht gelingen den Wagnerstädtern auch noch weitere Überraschungen gegen die großen Favoriten. Nach den bisherigen starken Saisonleistungen der Mannschaft um Coach Weingran, ist ihnen jetzt fast alles zu zutrauen.



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth