Chiefs bringen Tigers um ein Haar in Verlegenheit


TSV Trostberg : EHC Bayreuth
4:5 (0:1|2:2|2:2)

Zuschauer: 193
Strafen:
TSV Trostberg: 24
EHC Bayreuth: 18

Trostberg:
Hirschvogl, Kruck, Dicu, Wolfgruber, Geissler, Feldner (4), Kaiser, Heide (2), Grapentine (4), Gingerich (4), Roßmanith (2), Wimmer, Habereder, Maier (2), Scheck (2), Hagemeister (2), Bozner (2)

Bayreuth:
Sievers (2), Schmidt, Meixner, Zimmermann, Mayer (2), Zimmer, Fritsche (2), Maier (2), Hausner, Steffens, Zeilmann (2), Schmidt, Brahmer (2), Hausauer, Müller (2), Geigenmüller (2), Runge, Ferstl (2)

Torfolge:
0:1 (10.) Mueller, Steffens, Ferstl (3 gegen 5)
0:2 (27.) Ferstl, Meixner, Steffens
0:3 (34.) Geigenmueller, Zimmer, Hausauer
1:3 (37.) Hagemeister
2:3 (39.) Habereder
3:3 (45.) Hagemeister
4:3 (52.) Geissler (5 gegen 4)
4:4 (53.) Zimmer
4:5 (58.) Ferstl, Mueller,Meixner

Wer kann den EHC Bayreuth stoppen? Diese Frage stellte sich bisher wohl jeder Gegner in der Aufstiegsrunde zur Bayernliga. Doch niemand hatte bis dato auch nur ansatzweise spielerische Mittel um die Tigers ernsthaft in Bedrängnis zu bringen. Und wer ist schon Trostberg? Mit dieser Meinung fieberten nicht wenige Anhänger des EHC Bayreuth dem gestrigen Auswärtsspiel entgegen und im Vorfeld wurde eigentlich nur über die Höhe des Sieges diskutiert.

Doch wer dachte, die Trostberg Chiefs wollten sich ihrem Schicksal einfach so ergeben, guckte am Ende verdutzt auf die Anzeigentafel. Um ein Haar hätte der Tabellenletzte der Aufstiegsrunde die nicht für möglich gehaltene Sensation geschafft...

Wieder einmal Freieis. Und dass viele hallenverwöhnte Mannschaften damit ihre kleineren oder größeren Probleme haben, ist auch bekannt. Das Spiel begann mit dem obligatorischen Abtasten beider Teams, wobei die Oberfranken leichte optische Vorteile verzeichnen konnten. Die Gastgeber verstanden es jedoch sehr gut, den Spielaufbau frühzeitig zu stören und ihrerseits die Räume zu nutzen. So dauerte es bis zur 10. Minute, als Trostberg mit 2 Strafzeiten belastet, dem Druck nachgeben musste und Müller auf Zuspiel von Steffens und Ferstl die Bayreuth Tigers mit 0:1 in Front brachte. Alles lief nach Plan, doch in der 19. Minute dann der erste Schock für die rund 40 mitgereisten Anhänger der Tigers. Einen schön vorgetragenen Angriff konnte Goalie Sievers in höchster Not parieren und auch den gefährlichen Nachschuss meisterte er glänzend. Der erste „Warnschuss“ vor den Bug war also gesetzt. In der ersten Drittelpause machte Trainer Weingran seinem Team scheinbar unmissverständlich klar, dass hier nur mit höchster Konzentration etwas zu holen war und die Tigers setzten das auch zunächst wie geplant um. Sie nahmen das Heft in die Hand und bauten die Führung in der 27. Minute durch Ferstl und in der 34. Minute durch Geigenmüller komfortabel aus. Zumindest dacht man das. Denn die Trostberg Chiefs hatten überhaupt keine Lust das berühmte „Kanonenfutter“ zu spielen. Ein sehenswerter Angriff in das Drittel der Bayreuther wurde in der 37. Minute durch den auffälligen Hagemeister zum 1:3 Anschlusstreffer genutzt. Die Wagnerstädter wiesen leichte Konzentrationsschwächen auf und die eiskalte Dusche kam prompt. Nur zwei Minuten später markierte Habereder nach genialem Querpass im Drittel der Tigers das 2:3. Dies war gleichzeitig der Endstand des 2. Drittels.

Die Bayreuther waren gewarnt. Es musste eine „Schippe“ draufgelegt werden um die Punkte aus Trostberg mitzunehmen. Doch den besseren Start erwischten erneut die Gastgeber. Ähnlich wie beim Anschlusstreffer zum 2:3 konnte der gut aufgelegte Hagemeister einen präzisen Querpass zum Ausgleich verwerten. Ganze 2 Minuten später wäre es fast passiert. Ein trockener Schuss der Chiefs prüfte aber nur die Stabilität der Latte. Wie in offenen Stadien üblich, wurde ab der 50. Minute ein Seitenwechsel vollzogen und nun überschlugen sich die Ereignisse.

Goalie Sievers kassierte zu einem ungünstigen Zeitpunkt eine 2 Minuten Strafe wegen eines Stockschlages und diesmal hatte er das Nachsehen. Die Überzahlgelegenheit ließ sich Trostberg nicht entgehen und Geissler lochte zum Leidwesen der mitgereisten Fans das 4:3 ein. Dies war scheinbar auch eine Schlüsselszene. Die Tigers hatten jetzt genug. Zimmer wurde das Treiben zu bunt, schnappte sich die Scheibe und vollendete in der 53. Minute seinen sehenswerten Sololauf mit dem vielumjubelten 4:4 Ausgleich. Nun ging ein Ruck durch die gesamte Mannschaft, denn man wollte hier nicht unnötig die Punkte liegenlassen. Just in die Schlussoffensive des EHC Bayreuth hinein, nahm der Trostberger Trainer eine Auszeit um sein Team neu zu organisieren. Doch die Tigers hatten längst ihre Krallen ausgefahren. Sie nutzten ihrerseits die Auszeit um den Sieg doch noch perfekt zu machen. Und so kam es auch. In der 58. Minute wurde Ferstl frei vor Chiefs Goalie Hirschvogl in Szene gesetzt und lochte kaltschnäuzig zum 4:5 Endstand ein.

Dass nicht jedes Spiel in einer Aufstiegsrunde glatt und nach Plan verläuft, ist völlig normal. Aber wer auch nach einem nicht so optimalem Auftritt das Spiel dennoch herumreißen und gewinnen kann, der hat es auch am Ende verdient in die Bayernliga aufzusteigen.



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth