Lange Zeit Nervenkitzel mit Happy End


Tigers machen Bayernligaaufstieg vorzeitig perfekt

EHC Bayreuth - EA Schongau 3:1 (1-1;1-0;1-0)

813 Zuschauer Strafen: BT: 10 Min S: 14 Min Powerplay: BT 1/6 S 1/4

Bayreuth: Bädermann, Schmidt – Zimmermann, C.Maier (2), Rothemund, Hausner, S.Mayer (2), Zimmer – Müller, Ferstl (2), Geigenmüller, Brahmer, S.Schmidt, Carbone, Steffens, Zeilmann (4), Hausauer

Schongau: Lohr, Hohenester – Resch F, Hanko (4), Hübl, Hain (4), Spiegele (2), Schuster – Wandschura, Resch M (4), Strodel, Brod (2), Schübbe, Castonguay, Kinker, Linke, Hechenrieder

Tore: 1-0 (2) Hausauer (Carbone); 1-1 (29) 5-4 Strodel (Brod, Linke); 2-1 (39) 5-4 Ferstl (Steffens); 3-1 (49) Geigenmüller (Carbone, Hausauer)

Gleich den ersten von 4 Matchbällen konnten die Oberfranken in diesem Kampfspiel nutzen und bereits 2 Wochen vor Saisonende die überragende Spielzeit mit dem Aufstieg in die Bayernliga krönen. Neben den schon länger verletzten Spielern fehlte diesmal auch noch der verhinderte Verteidiger Meixner. Der Start in diese Partie verlief dann sehr verheißungsvoll. Schon in der zweiten Spielminute gingen die Wagnerstädter durch das energische Nachsetzen von Hausauer in Führung. In den nächsten Minuten drehte der Bayreuther Kreisel auf Hochtouren und der Kombinationsfluss war eine echte Augenweide. Die Gäste wussten teilweise nicht wie ihnen geschah, allerdings gelang den Hausherren kein weiterer zählbarer Erfolg. Mit fortlaufender Spielzeit konnten sich die Mammuts dann immer mehr frei schwimmen und hatten einige hochkarätige Torchancen die sie aber vergaben oder vom guten Bädermann entschärft wurden. Schon da merkte man aber das sich einiges an Sand im Getriebe der Festspielstädter breit machte. Nach einem Lattentreffer gelang der Eislaufabteilung durch einen weiteren verdeckten Schuss von Strodel noch der verdiente Ausgleich vor der ersten Pause.

Im Mittelabschnitt bot sich den Zuschauer das gleiche Bild. Die Nervosität im Team von Trainer Weingran war unverkennbar. Bei allen Versuchen selbst kreativ zu werden schlichen sich immer wieder Kleinigkeiten ein, die die Gäste mit kluger Taktik und Raumaufteilung nutzen um schon den Spielaufbau der Tigers entscheidend zu stören. Die nur vereinzelten Torchancen konnten auf beiden Seiten nicht genutzt werden. So kam es fast einer Erlösung für ganz Eishockey-Bayreuth gleich, als Ferstl im zweiten Versuch nach einem abgeblockten Schuss mit einem strammen Geschoss die Führung im Powerplay erzielte.

Auch im letzten Drittel merkte man den Bayreuther an, das es nicht richtig rund lief. Man kämpfte aber unverdrossen weiter und ließ nichts unversucht den entscheidenden Schlag zu landen. Die Gäste waren mit ihren Kontern auch immer wieder brand gefährlich. So musste Bädermann öfters rettend eingreifen und parierte z.B. auch ein Solobreak eines Mammutspielers nach 48 Minuten. Mit dem herrlichen 3-1 durch Geigenmüller war das Spiel dann aber eine Minute später zu Gunsten des favorisierten Heimteams entschieden. Der platzierte Schuss nach einem Sololauf um das Gehäuse des guten Gästetorwarts Lohr herum, mit einer Pirouette bei der mancher Eiskunstläufer blass geworden wäre, war eigentlich alleine schon das Eintrittsgeld wert. Die Tigers verwalteten danach die restliche Spielzeit geschickt und auf den Rängen begannen die Aufstiegsfeierlichkeiten mit „Nie mehr Landesliga“ Gesängen und der la ola Welle. Nach der Schlusssirene spielten sich turbulente Szenen auf dem Eis ab. Von Sektduschen über Spielerraupen und speziellen Aufstiegsshirts wurde kaum eine Möglichkeit ausgelassen sich gegenseitig zu feiern.

Ein großes Lob verdienten sich auch die Gäste, die nicht nur das Beiwerk zur Bayreuther Meisterschaftsfeier sein wollten, sondern mit klugem Spiel die Tigers bis zuletzt forderten und dabei auch jederzeit erfreulich fair zu Werke gingen. Auch das Schiedsrichtergespann passte sich diesem Niveau bis auf ein paar Kleinigkeiten an und trug seinen Teil dazu bei, das es ein kampfbetontes, spannendes Spiel wurde.



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth