Auch das letzte Frankenderby dieser Saison geht an die Tigers


ESC Hassfurt - EHC Bayreuth 1:2 (0-1;0-1;1-0)

368 Zuschauer Strafen: H: 8 Min BT: 16 Min Powerplay: H: 0/5 BT: 1/4

Hassfurt: Hildenbrand Martin, Sprenger – Kulczynski (2), Schorr, Hildenbrand Marco, Berndaner - Waldvogel, Herrmann (4), Geuder, Popek (2), Pouska, Priem, Rappl

Bayreuth: Sievers, Bädermann – Meixner (2), Zimmermann (2), C.Maier (2), Rothemund, Hausner (2), S.Mayer, Zimmer (2) – Müller, Ferstl (2), Geigenmüller, Brahmer, Seibl, S.Schmidt, Carbone, Steffens, Zeilmann (2), Jilemnicky, Hausauer, O.Schmidt

Tore: 0-1 (20) 4-5 Müller (Steffens); 0-2 (39) 5-3 Meixner (Müller, Steffens); 1-2 (44) Waldvogel (Pouska, Herrmann)

Trotz Miniaufgebot forderten die heimischen Hawks den Meister und Aufsteiger in die Bayernliga mit kampfbetontem Spiel heraus. Zu Gunsten eines gleichzeitigen Aufstiegsspiels verzichteten die Unterfranken auf ihre Junioren und traten nur mit 11 Feldspielern an. Durch etwas zu inkonsequentes Spiel ermöglichten die Tigers ihrem Gegner trotzdem immer wieder überfallartige Konter, die ihnen ein optisches Übergewicht einbrachten. Bei den Gegenangriffen gab es zwar auch einige gute Torchancen für die Wagnerstädter, aber den besseren Eindruck hinterließen die Falken. Nach 9 Minuten landete der Puck zwar einmal im Bayreuther Tor, allerdings war vorher schon wegen einem Maskentreffer bei Sievers abgepfiffen. Am glänzend aufgelegten Tigerstorwart gab es danach kein Vorbeikommen mehr für die Rot-weißen. Im Gegenteil, kurz vor der ersten Pause sorgte Müller sogar für die Gästeführung. Mit seinem energischen Unterzahlbreak scheiterte er noch an Hildenbrand, doch seinen eigenen Nachschuss brachte er dann im Netz unter.

Auf dem Eis war es ein zähes Ringen aber auf den Tribünen hatten die zahlreichen Tigersfans längst das Stimmungskommando übernommen. Knapp die Hälfte der Besucher dürfte aus der Festspielstadt angereist sein. Mit Dauergesängen feierten sie sich selbst und ihr Team. Dies schien die Truppe von Coach Weingran auch zu beflügeln. Im Mittelabschnitt wurde man mehr und mehr Herr der Lage und verpasste es nur bei einigen hochkarätigen Möglichkeiten das Ergebnis deutlicher zu gestalten. Mehrmals blieb dem stimmgewaltigen Anhang der Torschrei quasi im Halse stecken, als auch beste Gelegenheiten ausgelassen wurden. Hassfurt hatte zwar auch weiterhin seine Chancen, aber die Oberfranken waren nun deutlich präsenter. Folgerichtig erhöhte Meixner schön frei gespielt mit einem fulminanten Kracher aus dem Halbfeld bei 5 gegen 3 auch auf 0-2 für die Gäste.

Im Schlussdrittel erwartete man eigentlich einen kräftemäßigen Einbruch der Hawks, doch der blieb aus. Mit dem glücklichen Anschlusstreffer schöpften sie sogar noch mehr Mut und rannten im wahrsten Sinne des Wortes weiter an. Sievers hatte dabei keine Abwehrchance, weil der Puck nach einem eigentlich harmlosen Querpass unhaltbar von einem Bayreuther Schlittschuh ins Tor abgeprallt war. Hassfurt drängte nun mit Macht auf den Ausgleich, doch der Bayreuther Goalie präsentierte sich als Meister seines Fachs. Mit zahlreichen Glanzparaden bewahrte er sein Team vor dem Ausgleich. Mehrere Strafen kurz hintereinander für die Tigers sorgten fast für Dauerdruck der Unterfranken, doch mit großem Einsatz und etwas Glück (Pfostentreffer) überstand man die Drangphase und sicherte sich noch einmal einen Auswärtssieg zum Abschluss dieser Endrunde. Die Klasse einer Mannschaft zeigt sich daran das man auch an Tagen an denen es nicht rund läuft, einen Weg findet um am Ende doch erfolgreich zu sein. Neben dem überragenden Sievers verdienten sich die einsatzfreudigen Müller im Angriff und Meixner in der Abwehr die Bestnoten. Hochklassig war das Spiel nicht, aber jederzeit spannend und allein schon deswegen sehenswert. Kurz vor Schluss gab Trainer Weingran dem voraussichtlich auswandernden Tigersgoalie Olli Schmidt noch ein ganz besonderes Dankeschön. Sein Kurzeinsatz als Stürmer war unter dem Jubel der Fans noch ein absolut außergewöhnliches Highlight.

Am kommenden Wochenende stehen nun die Endspiele um die bayerische Landesligameisterschaft gegen den Vorrundenkonkurrenten Regensburg an. Die Domstädter haben sich in der Gruppe A genauso souverän durchgesetzt, wie der EHC Bayreuth. Beide ließen nur einen Minuspunkt in 14 Spielen zu.



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth