Kampfstarke Tigers ziehen in das Bayernkrug-Pokalfinale ein


1. EV Weiden : EHC Bayreuth 3:8 (1:1|0:5|2:2)

827 Zuschauer (davon ca. 100 aus Bayreuth)
Strafminuten:
Weiden: 32+10
Bayreuth: 25+20

1. EV Weiden:
Weidenbach E., Raß, Domke, Penk (6), Schmid, Kastner (2), Frank (4), Weidenbach K., Möstel (4+10), Schönberger (4), Schreier (6), Gruhle, Pastika (2), Kirchberger, Schadt, Stätter, Hagn (2), Köberle (2), Zellner, Farnbauer

EHC Bayreuth:
Bädermann, Schmidt O., Meixner, Wagner, Mayer (2), Hausner, Rothemund, Steffens (2), Jilemnicky (4), Zeilmann (2), Schmidt S. (2), Seibel (6), Hausauer, Müller (5+20), Geigenmüller (2), Ferstl

Torfolge:
0:1 (03.) Mueller, Seibel
1:1 (19.) Zellner
1:2 (29.) Zeilmann
1:3 (31.) Mueller
1:4 (37.) Schmidt, Zeilmann
1:5 (39.) Meixner, Schmidt
1:6 (40.) Zeilmann, Schmidt
1:7 (41.) Mueller, Seibel
2:7 (46.) Zellner, Penk
2:8 (52.) Schmidt, Zeilmann
3:8 (60.) Domke, Kirchberger

Nach der 1:3 Hinspielniederlage gegen den Oberpfälzer Rivalen aus Weiden schmiedeten die Tigers Revanchepläne. Doch verletzungsbedingte Ausfälle von etlichen Akteuren zwang das Team um Trainer Markus Weingran mit nur 5 Verteidigern und 9 Stürmern anzutreten. Die Kräfteverhältnisse waren zumindest auf dem Papier im Vorfeld klar verteilt.

Doch wer dachte, die Tigers würden sich nach dem eher schwachen Heimauftritt in ihr Schicksal ergeben, wurde gleich zu Beginn eines besseren belehrt. Die Oberfranken zeigten sich hellwach und bereits in der 3. Spielminute hatten die mitgereisten 100 Anhänger Grund zum jubeln. Seibel legte klug für Müller auf und dessen satter Schuss von der blauen Linie zappelte unhaltbar für Goalie Weidenbach in den Maschen. In den ersten 10 Minuten des Anfangsdrittels drehten die Gäste aus der Wagnerstadt mächtig auf, ohne jedoch das Ergebnis weiter in die Höhe schrauben zu können.

Ab der zweiten Hälfte des ersten Drittels kamen die Hausherren allerdings immer besser ins Spiel und tauchten einige Male gefährlich vor dem Kasten von Bädermann auf. In der 16. Minute folgte dann eine eher kuriose Szene. Ein Weidner Konter hätte eigentlich zum Ausgleich führen müssen aber Bädermann parierte den Alleingang in starker Manier und leitete nur Sekunden später gleichzeitig den Bayreuther Alleingang von Schmidt ein, der seinerseits am starken Keeper Weidenbach scheiterte. In der 19. Spielminuten durften die Blue Devils dennoch jubeln. Bei einer Seibel Strafzeit nutzte Zellner die kurzzeitige Unordnung der Tigers aus und markierte den Ausgleich. Das war gleichzeitig der Pausenstand.

Die Tigers nutzten die Pause um sich neu zu formieren und sie kamen wie entfesselt aus der Kabine. Bis zur 29. Minute konnte sich Weiden gegen den Bayreuther Angriffsdruck zur Wehr setzen. Dann brach der Bann und Zeilmann markierte mit einem trockenem Hammer von der blauen Linie das 1:2. Ganze 2 Minuten später schlug es erneut im Gehäuse der Weidner ein. In Überzahl erzielte der glänzend aufgelegte Müller von der blauen Linie per Schlagschuss das 1:3. Die Oberpfälzer machten sich in dieser Phase das Leben selbst etwas schwer. Zahlreiche Strafzeiten hemmten den Spielfluss und erneuet nutzten die Tigers die numerische Überlegenheit ganze zwei Minuten später zum 1:4. Zeilmann passte klug auf Schmidt, der freistehend vorm Tor verwandeln konnte. Und wieder waren es nur zwei Minuten später als die Wagnerstädter eine Penk Strafe eiskalt ausnutzen konnten. Dieses Mal legte Schmidt für Meixner auf und auch er konnte mit einem trockenen Schuss von der blauen Linie Goalie Weidenbach überwinden. Doch damit nicht genug. Nur eine Minute später, die Tigers kassierten Sekunden zuvor eine Strafe für Steffens wegen Beinstellens, brachten die Oberpfälzer die Scheibe nicht unter Kontrolle. Der schnelle Konter über Schmidt und Zeilmann krönte ein starkes Drittel mit dem Unterzahltreffer zum 1:6.

Wieder waren es die Tigers, die im letzten Abschnitt agiler aus der Kabine kamen. Müller schnappte sich in der 41. Spielminute die Scheibe, tankte sich über halb links durch und ließ Keeper Weidenbach keine Chance. Doch die Gastgeber wollten sich nicht vollends in ihr Schicksal ergeben. Bei einer Strafe gegen Rothemund wegen Behinderung, konnte Zellner ein kluges Penk-Zuspiel zum 2:7 verwerten. Die Schützlinge von Trainer Weingran wollten mit aller macht ins Endspiel und kämpften munter weiter. In der 52. Minute konnte Schmidt bei einem Gewühl vor dem Weidner Tor einen Zeilmann Abpraller zum 2:8 verwerten. Das Rückspiel war somit endgültig entschieden. In der 60. Minute konnte Weiden noch den Schlusspunkt zum 3:8 bei einer angezeigten Strafe gegen die Tigers setzen.

Obwohl dezimiert, zeigte sich der EHC Bayreuth wahrlich meisterhaft und drehte die Heimniederlage vom Freitag mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung um und zieht somit völlig verdient in das Bayernkrugpokal-Finale gegen den EV Regensburg (der parallel im Penalty-Krimi gegen Hassfurt zuhause die Oberhand behielt) ein. Einziger Wermutstropfen bleibt wohl die Spieldauerdisziplinarstrafe gegen Florian Müller in der 60. Minute, der somit im ersten Aufeinandertreffen der Finalisten fehlen wird.



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth