Starke Moral und Schlussoffensive dreht das Spiel

Höchstadter EC : EHC Bayreuth 7:8 (3:2|3:2|1:4)

Wiedergutmachung stand auf dem Plan der Alligatoren aus Höchstadt. Man wollte sich unbedingt für die 9:4 Niederlage vom vergangenen Sonntag revanchieren. Die Tigers aus Bayreuth hingegen leckten immer noch ihre Wunden. Bedingt durch die Reihe an verletzten Spielern konnte man nur 5 Verteidiger und 10 Stürmer aufbieten. Dennoch wollte man den Erfolg vom Hinspiel gerne wiederholen. Und so begannen die Wagnerstädter auch gleich mit einem Blitzstart. In der 7. Minute konnte Wagner nach feinem Zuspiel von Carbone den Torreigen eröffnen. Das Spiel verlief bis dahin eigentlich recht ausgeglichen. In der 13. Minute war es dann Spielertrainer John Noob, der von Hausauer mustergültig bedient wurde und Goalie Feeser im Kasten der Alligatoren keine Chance liess.


Das sollte eigentlich die erwünschte Sicherheit im Spiel der Tigers bringen, doch Höchstadt blieb immer wieder bei Kontern gefährlich. So fiel in der 14. Minute auch prompt der Anschlusstreffer. Schmidhuber verwandelte sein Solo kaltschnäuzig. Der Treffer war noch nicht verdaut, da fiel nur eine Minute später auch schon der Ausgleich. In Unterzahl tankte sich der auffällige Michalek durch die Abwehr der Tigers und vollendete zum 2:2. Das Spiel drohte nun zu kippen. Nur eine Minute später, rollte der nächste Höchstadter Konter auf das Tigersgehäuse. Der Stürmer konnte nur durch die berühmte "Notbremse" gestoppt werden. Folgerichtige Entscheidung: Penalty! Doch der erneut starke Sievers im Kasten der Tigers entschärfte die Situation.
Aber man merkte ganz deutlich, dass die Höchstadter nun Oberwasser gewannen. Bei einer erneuten Strafe gegen die Tigers kam es dann, wie es sich schon angedeutet hatte. Stribny wurde vom starken Kadera mustergültig bedient und versenkte die Scheibe zur Führung der Gastgeber. Zu allem Überfluss handelte sich Tigers-Verteidiger Zimmer nach einem Schlittschuhtritt eine Matchstrafe ein und ist damit mind. für die nächsten 3 Spiele gesperrt.

Daraus resultierend begannen die Tigers mit einer 5 minütigen Unterzahl im 2. Drittel. Dieser Verlust in der Verteidigung ließ sich sichtbar kaum kompensieren. Hatte man zu diesem Zeitpunkt nur noch 4 Verteidiger aufzubieten. In der Folgezeit ging die Ordnung komplett verloren und Höchstadt nutzte jede Unzulänglichkeit sofort konsequent aus und zog bis kurz vor der 2. Drittelpause auf 6:3 davon. Doch Schmidt konnte in der 40. Minute auf Vorarbeit von Hausauer und Geigenmüller den Abstand nocheinmal auf 6:4 verkürzen.

Auch die ersten Minuten im letzten Abschnitt gehörten den Gastgebern. Als in der 44. Minute durch eine unglückliche Aktion der Puck von Noob ins eigene Tor abgefälscht wurde, rechnete eigentlich keiner mehr mit einer Wende in diesem Spiel. Aber wie schon so oft in der Vergangenheit, war und ist die große Stärke der Tigers die Moral und auch die Kondition. Während die Gastgeber zusehend müder wurden, drehten die Wagnerstädter den Spieß um und rissen von nun an das Spielgeschehen an sich. In der 48. Min verkürzten Seibel und Stoyan mit einem Doppelschlag auf 7:6. Das Gehäuse der Alligatoren stand nun ein ums andere Mal im Brennpunkt des Geschehens. in der 49. Minute scheiterte Brahmer noch freistehend vor Keeper Feeser, doch in der 51. Minute war es dann soweit. Erleichterung machte sich bei den mitgereisten Tigersfans breit. Unglücksrabe Noob wetzte die Scharte aus der 44. Minute wieder aus und traf mit einem satten Schuss voll ins Schwarze.
Jetzt wollten die Tigers mehr und drängten auf den Sieg in einem lange Zeit verloren geglaubten Spiel. Ein Angriff nach dem anderen rollte auf das Tor der Höchstadter und tatsächlich gelang Schmidt im Nachschuss der umjubelte Siegtreffer.

Trotz zahlreicher Ausfälle haben die Wagnerstädter tolle Moral bewiesen und sind nach einem 7:4 Rückstand noch als Sieger vom Eis gegangen. Und ein 7:8 ist sicher auch kein alltägliches Ergebnis. die Fans dürften auf ihre Kosten gekommen sein. Jetzt heisst es für die Schützlinge von Trainer Noob die Blessuren zu kurieren, denn nächste Woche startet die Bayernliga und die Tigers haben mit ihrem Auftaktprogramm in Miesbach und zuhause gegen Dingolfing sicher kein leichtes Los gezogen.

Höchstadter EC:
Beyer, Feeser, Sikorski(2), Jasny, Strobel, Turnwald, Schmidhuber, Beck, Goblirsch, Grau, Tratz, Hiendlmeyer(4), Kadera(2), Thür(2), Stribny, Michalek

EHC Bayreuth
Sievers, Bädermann, Wagner(2), Meixner(2), Noob(2), Rothemund, Zimmer(5+20), Müller, Geigenmüller, Brahmer, Seibel, Schmidt, Stoyan, Carbone, Martindale, Hausauer, Behmer

Strafen:
Höchstadt: 10
Bayreuth: 31

Torfolge:
0:1 (07.) Wagner, Carbone, Seibel
0:2 (13.) Noob, Hausauer, Schmidt
1:2 (14.) Schmidhuber
2:2 (15.) Michalek
3:2 (20.) Stribny, Kadera
3:3 (25.) Martindale, Noob
4:3 (28.) Kadera, Schmidhuber
5:3 (29.) Hiendlmeyer, Sikorski, Thurnwald
6:3 (32.) Strobel
6:4 (40.) Schmidt, Hausauer, Geigenmüller
7:4 (44.) Kadera, Stribny
7:5 (48.) Seibel, Carbone, Martindale
7:6 (48.) Stoyan
7:7 (51.) Noob, Seibel
7:8 (59.) Schmidt, Hausauer



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth