Tigers haderten mit den Schiedsrichtern

EHC Bayreuth – ECDC Memmingen   6:7 n.P. (3-3;2-1;1-2)


Mit den Allgäuern stellte sich ein arrivierter Bayernligist im Tigerkäfig vor, dessen Offensivabteilung alle Vorschusslorbeeren bestätigte, aber von den kampfstarken Hausherren in einem rassigen Spiel bis ins Penaltyschießen gezwungen wurde.
Durch den erfolgreichen Nachschuss von Seibel, der damit eine Unsicherheit des schwachen Gästegoalies Wagner ausnutzte, gelang den Gastgebern die frühe Führung, die Nagle aber mit seinem Nachschuss ins dann fast leere Tor schnell ausglich.

 Eine Kette von Abwehrfehler, die totale Unordnung vor dem von Sievers gehüteten Tigerstor verursachte, bestrafte dann Pietsch völlig allein mit der Gästeführung. Die nochmals verschärften Personalprobleme der Tigers (Zeilmann zurück dafür Martindale und Carbone zusätzlich ausgefallen) zwangen den EHC zu weiteren Umstellungen. Die 5 rotierenden Verteidiger sind seit Saisonbeginn ja schon Standart beim EHC, aber diesmal mussten sich auch noch die beiden verbliebenen Rechtsaußen Geigenmüller und Brahmer per Doppelschichten die Eiszeiten teilen. Durch einen abgefangenen Aufbaupass den Müller, per Alleingang eiskalt zum Ausgleich verwertete, kämpften sich die Oberfranken aber zurück ins Spiel und der vom überragenden Müller glänzend im „Slot“ freigespielte Brahmer traf zum 3-2. Aber mit der schönsten Kombination des Tages über Nagle und Pietsch fand der Ex-Bayreuther Löhle noch eine Antwort zum 3-3 Pausenstand. Zuvor war ein vermeintlicher Geigenmüllertreffer wegen Abseits die Anerkennung der beiden schwachen Schiedsrichter verweigert worden.


Im Mittelabschnitt brachte Dolezal sein Team mit einem schnellen Konter, den ihnen die Bayreuther Defensive allerdings zu leicht machte, in Führung. Aber wieder war es dann, der überall zu findende Müller, der schön angespielt vom guten Stoyan traf. Dann kam der nächste Auftritt der beiden gestreiften Herren. Zur Überraschung aller und erst nach langen Diskussionen verhängten sie nach einem Gerangel hinter dem Memminger Tor eine völlig überzogene Spieldauerstrafe gegen Schmidt und bescherten den Gästen ein langes Powerplay, das durch eine weitere Strafe sogar komplette 2 Minuten zu einem 5 gegen 3 verschärft wurde. Doch mit großem Kampf stemmten sich die Tigers dagegen und verhinderten erfolgreich einen Gegentreffer. Kaum zu Viert bliesen sie sogar zum Gegenangriff und der kaum zu bremsende Müller hämmerte nach feinem Pass von Stoyan die Scheibe tatsächlich zum umjubelten 5-4 in die Maschen.
Im Schlussdrittel mussten die nur noch mit 2 Reihen agierenden Wagnerstädter den Ausgleich von Löhle hinnehmen, nachdem die Schwaben hinter den Tigerstor soviel Druck machten und mit resoluten Zweikämpfen die Scheibe erobern konnte, die er dann gekonnt versenkte. Doch noch einmal schlugen die Gelb-schwarzen zurück. Der technisch versierte Geigenmüller überwand Wagner zur Führung, die Gästetrainer Micheller dann zum Anlass nahm seinen Torwart zu wechseln. Bei mehreren guten Kontern der Tigers bewährte sich Vetter dann auch gleich und verhinderte mehrfach mit guten Fanghandparaden die Entscheidung. Kurz vor Schluss bei Überzahl steuerte der EHC also auf drei weitere Punkte zu, aber da waren ja noch die Unparteiischen. Eine von einem Schwabenschläger abgefälschte Befreiung durch Spielertrainer Noob werteten sie als Spielverzögerung und schickten Geigenmüller! dafür in die Kühlbox. Memmingen nahm sofort den Torwart vom Eis für einen weiteren Feldspieler und Nagle sagte artig Danke mit dem Ausgleich. Da Noob dann noch eine zweifelhafte Strafe bekam war in Unterzahl sogar dieser eine Punkt noch einmal gefährdet, aber es blieb beim 6-6.
Im folgenden Penaltyschießen stand es nach 3 Schützen 1 zu 1 und die Entscheidung musste im direkten shoot-out zwischen Müller und Nagle fallen, mit dem bessern Ende für den ECDC.
Gästetrainer Micheller zeigte sich in der Pressekonferenz sehr zufrieden über die 2 Zähler gegen „starke Bayreuther, wo es für keinen leicht ist zu Punkten“, Dietmar Habnitt war etwas enttäuscht das die Schiedsrichter den Lohn für seine gut und hart arbeitende Mannschaft verhinderten und meinte unisono mit Micheller das die Bayernliga inzwischen zu schnell und gut ist und man vermutlich öfters mit solchen Referees leben müsse. Die Tigers zeigten jedenfalls eindrucksvoll. das sie in der Liga mithalten können und die Zuschauer sahen ein interessantes Spiel, ganz nach ihrem Geschmack, das auf Grund der relativ vielen Fehler aber nicht unbedingt gut für die Trainer war.

621 Zuschauer  Strafen: BT: 39 Min M: 16 Min Powerplay: BT: 0/6 M: 0/5

Bayreuth: Sievers, Bädermann – Meixner, Zimmermann (2), Wagner, Noob (2), Rothemund – Müller (2), Geigenmüller, Brahmer, Seibel, Schmidt (25), Stoyan (4), Hausauer (2)

Memmingen: Wagner, Vetter (ab 45) – Wiese (2), Balzarek (2), Waldmann, Jorde (2), Jainz – Pietsch (2), Nieder, Nagle, Löhle, Tenschert, Börner, Pfeiffer (2), Kerber (4), Doletal, Ullmann (2)

Tore: 1-0 (3) Seibel (Geigenmüller); 1-1 (5) Nagle (Jorde); 1-2 (6) Pietsch (Löhle, Pfeiffer); 2-2 (12) Müller; 3-2 (16) Brahmer (Müller); 3-3 (19) Löhle (Nägle, Pietsch); 3-4 (22) Dolezal (Kerber); 4-4 (24) Müller (Stoyan, Noob); 5-4 (34) 4-5 Müller (Meixner, Stoyan); 5-5 (44) Löhle (Pfeiffer, Nagle); 6-5 (45) Geigenmüller (Hausauer); 6-6 (59) 5-4 Nagle (Löhle)



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth