Tigersfeuerwerk mit Ministurmformation

EHC Bayreuth – TSV Erding    11:2 (4-2|4-0|3-0)


Was für eine Werbung fürs Bayreuther Eishockey im Tigerkäfig! 60 Minuten Volldampf, obwohl man neben den bereits bekannten Ausfällen (Steffens, Hausauer, Zeilmann) schon nach dem ersten Wechsel auch noch Carbone verlor, der mit einer Schulterverletzung ins Krankenhaus eingeliefert wurde.
Schon mit dem ersten Angriff gelang Schmidt per Nachschuss die Führung und mit Müllers Handgelenkschuss zum 2-0, bei dem die Gäste ihre Unterzahl taktisch ganz schlecht gestalteten, wurden die Weichen für die Oberfranken gestellt. Der abgefälschte Überzahltreffer durch Peipe wurde von Geigenmüller sofort beantwortet indem er direkt nach Martindales gewonnenem Bully energisch vors Tor zog und trocken verwandelte.

Wieder nicht mal 1 Minute später durfte der zu lasch attackierte Lachner durch die Bayreuther Abwehr tanzen und das 3-2 markieren. Der glänzend aufgelegte Martindale fühlte sich davon angestachelt und kopierte dieses Tor fast mit seiner super Einzelaktion zum 4-2. Die gute, stimmungsvolle Kulisse im Tigerkäfig wurde bestens unterhalten, auch wenn bis zur 1.Sirene keine weiteren Treffer mehr fielen.
Im Mittelabschnitt versuchten die Gladiators weiter ihr bekanntes System mit langen Pässen auf lauernde Stürmer zwischen roter und blauer Linie, doch die Wagnerstädter stellten die Passwege gut zu und verhinderten so die gefürchteten Breaks des TSV. Stoyan der einen Weitschussabpraller von der Bande bei Überzahl verwertete und Meixner, der eine schöne Kombination zum 6-2 nutzte, sorgten dann für die Vorentscheidung. Kurz zuvor hatte Gästetrainer Sternkopf noch mit einer Auszeit versucht sein Team neu zu ordnen, was ihm aber offensichtlich nicht gelang. Im Gegenteil, mit Brahmers geduldig ausgespielten, typischen 5 gegen 3 Treffer und einem weiteren Tor von Geigenmüller in den Winkel steuerten die Weißbierstädter auf ein unerwartet deutliches Debakel zu.
Der Torwartwechsel der Erdinger zum Schlussdrittel brachte Ersatzgoalie Neubauer für die unglücklich agierende Damennationaltorhüterin Viona Harrer ins Gehäuse. Die Tiger ließen sich davon aber nicht beeindrucken und spielten weiterhin konsequent ihr Spiel. 2 mal der abschlusstarke Geigenmüller und der wieder vorbildliche Müller erhöhten noch mit feinen Toren zum völlig verdienten 11-2 Endstand. Bei einigen weiteren Chancen war sogar ein noch höheres Resultat möglich.
Ein Freudentag für alle die es mit dem Bayreuther Eishockey halten der unerwarteten Art. Trotz nur noch 7 verfügbarer Stürmer und dem Rückschlag bei der 3-6 Niederlage in Buchloe als Ballast im Gepäck, boten die Gelb-schwarzen ihren Fans eine tolle Show. Phasenweise spielte man sich in einen echten Rausch, der auch Gästetrainer Sternkopf überraschte: „Wir hatten Bayreuth stark erwartet, aber nicht so stark. Dazu kam noch das es vermutlich das schwächste Spiel meiner Amtszeit in Erding war, bei dem auch das Herz und Stolz meiner Mannschaft etwas fehlte“. Angetrieben von den seit Wochen überragenden Müller und Meixner stachen aus einer geschlossenen guten Mannschaftsleistung der 4-fach Torschütze Geigenmüller und 6-Punkte Mann des Abends Martindale als harmonierendes Duo noch heraus. Zwei der vermeintlichen Schlüsselduelle (Torhüter und Kontingentspieler) entschied der EHC an diesem Festtag jedenfalls überdeutlich für sich. Entsprechend zufrieden war auch Co-Trainer Habnitt, der aber zu Recht darauf hinwies, das solche Energieleistungen nicht beliebig oft wiederholbar sind. Positiv ist auch anzumerken das die Abwehr schon wieder personelle Sollstärke erreicht hat, auch wenn Sebastian Mayer noch etwas weniger Eiszeit hat. Es geht dabei aber schon wieder recht gut, so dass man die Einsätze in den nächsten Spielen weiter steigern kann. Daneben fiel noch auf das im Powerplay weiterhin deutliche Fortschritte erkennbar sind. Wieder drei Überzahltreffer, wie schon am Freitag, und weitere gut heraus gespielte Möglichkeiten, sind eine ansprechende Quote der Specialteams, die Hoffnung für die kommenden 3 schweren Auswärtsspiele in Regensburg, Schweinfurt und Sonthofen macht.


720 Zuschauer:   Strafen: BT: 12 Min  E: 18 Min Powerplay: BT: 3/9 E: 1/6


Bayreuth: Bädermann, Sievers – Meixner (2), Zimmermann (2), Wagner, Noob, Rothemund, Mayer, Zimmer – Müller (2), Geigenmüller, Brahmer (2), Seibel, Schmidt, Stoyan, Carbone, Martindale (4)


Erding: V.Harrer, Neubauer (ab 41) – Pfeiffer (2), Hillebrand, Schneider (2), Zink, M.Stoiber, P.Stoiber (4), Callegario, Lorenz (4) – Giel, Breiteneicher, Lachner, Dichtl, Krzizok, Bellstedt, Jirik, McGehee, Schneidawind, Peipe (2), M.Poetzel (4), C.Poetzel


Tore: 1-0 (1) Schmidt (Noob, Martindale); 2-0 (4) 5-4 Müller (Meixner): 2-1 (8) 5-4 Peipe (Breiteneicher, Schneider); 3-1 (9) Geigenmüller (Martindale); 3-2 (10) Lachner (Jirik); 4-2 (11) Martindale (Schmidt); 5-2 (28) 5-4 Stoyan ( Meixner, Müller); 6-2 (29) Meixner (Müller, Brahmer);
7-2 (33) 5-3 Brahmer (Müller, Martindale); 8-2 (39) Geigenmüller (Noob, Stoyan); 9-2 (47) Geigenmüller (Martinadle); 10-2 (52) Müller (Brahmer,Meixner); 11-2 (59) Geigenmüller (Martindale)

 



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth