Nichts für schwache Nerven

EV Pfronten – EHC Bayreuth   4 : 5 n.P.


Dem Tabellenstand nach eine klare Angelegenheit, hätte man vor dem Spiel meinen können. Standen sich doch der abgeschlagene Tabellenletzte und der Überraschungsvierte der aktuellen Bayernligatabelle gegenüber. Das es dann oft anders kommt als man denkt, kennt man ja.
Der vermeintlich Favorit dieser Partie, der EHC Bayreuth startete dann auch gleich wie die Feuerwehr, wenige Sekunden waren gespielt, da war es Matthias Brahmer der den Routinier zwischen den Pfosten der Allgäuer, Rainer Vorderbrüggen zum ersten Mal an diesem Abend unter Beschuss nahm.

Ein satter Schlagschuss war die erste Prüfung für den Torsteher der Gastgeber. Nur kurze Zeit später hatten dann auch die Hausherren die erste Gelegenheit doch der Bayreuther Schlussmann Sievers war auf dem Posten und reagiert zweimal kurz nacheinander bei einem Schlagschuss von der blauen Linie und dem darauf folgenden Nachschuss in schon fast gewohnt klasse Manier. In der 2. Minute war es dann so weit, einen kurzen, präzisen Querpass von Carbone verwandelte Schmidt zur Führung für die Tigers. Es dauerte bis zur 5. Minute, bis die Gastgeber wieder gefährlich vor das Gehäuse der Bayreuther kamen und diese hatten dann Glück, das ein Treffer wegen Torraumabseits keine Anerkennung fand. In der Folge ging das Spiel hin und her ohne wirklich zwingende Chancen verzeichnen zu können. Als Mitte des ersten Spielabschnitts Thorsten Steffens eine Zweiminutenstrafe wegen Behinderung nahm, zogen die Allgäuer zum ersten in dieser Partie ein Überzahlspiel auf und konnten dieses auch erfolgreich gestalten. Cody Purves zielte zu genau für Sievers und schon stand es nur noch 1:1. Keineswegs geschockt von diesem Tor dauerte es nur bis zur 13. Minute, eher der inzwischen immer besser mit seinen Teamkollegen harmonierende Michal Bartosch mustergültig Martindale freispielte und dieser seinen EHC Bayreuth wieder in Führung schoss. 2 Minuten vor der ersten Drittelpause hatten dann die Tigers die Möglichkeit sich im Überzahlspiel zu üben und dies sollte diesmal klappen. Sebastian Mayer auf Geigenmüller, der tanzt noch einen Gegenspieler aus und lässt auch dem Goalie der Pfrontener keine Chance. Wer jetzt dachte, Bayreuth könne entspannt in die Pause gehen, sah sich getäuscht. Noch in der gleichen (18.) Spielminute konnte Pfronten in Person von Adrian Hack den Anschlusstreffer erzielen.
Das zweite Drittel begann dann so gar nicht nach dem Geschmack der Gäste denn in der 22. Minute war es wieder Hack der die Unachtsamkeit der gesamten Bayreuther Mannschaft zu nutzen wusste und den Ausgleich für seine Farben erzielte. Die Tigers überließen nun immer mehr dem Gastgeber das Feld, waren teilweise unkonzentriert und gingen vermehrt den Zweikämpfen aus dem Weg. So waren es die Falcons, die beste Chancen heraus spielen konnten, darunter ein Lattenschuss in der 24. Minute. Mehrere Überzahlgelegenheiten konnten bis zum Schluss dieses Drittels hüben wie drüben nicht genutzt werden. Wurde in letzter Zeit das Überzahlspiel der Tigers oftmals scharf kritisiert, darf man hier getrost auch einmal das Penaltykilling der Wagnerstädter hervorheben und lobend erwähnen.

Viel vorgenommen für das letzte Drittel kamen die Akteure der Tigers wieder auf das Eis und begannen auch recht Schwungvoll, konnten aber ihre Elan nicht in zählbare Münze umsetzen. Im Gegenteil, in der 44. Minute waren es die Gastgeber die in Person von Stefan Knöpfler nun auch noch in Führung gehen konnten. Mit einem verdeckten Schuss lies dieser Sievers keine Chance. Eine Minute später hätte sehr wahrscheinlich schon die Vorentscheidung fallen können, war doch der auffällige Hack durchgebrochen und lief alleine auf den Goalie der Tigers zu, doch der war entschieden dagegen noch höher in Rückstand zu geraten und entschärfte diese Chance mit einem Weltklassesave. In der 45. Minute bedachte der immer agile und angagierte Zeilmann seinen Gegenspieler mit einem Check gegen den Kopf und Nacken was eine 2 plus 10 Minuten Strafe nach sich zog. Es dauerte bis zur 49. Minute eher die Tigers mal wieder vor dem Tor der Gastgeber auftauchten. Geigenmüller vergab eine Riesen Chance freistehend vor Vorderbrüggen. Als dann in der 57. Minute Pfronten mit einem Pfostenkracher aufwartete dachte man schon es wäre geschehen um die Tigers an diesem Abend aber nur Sekunden später im direkten Gegenzug war es dann Bartosch der nach genialem Zuspiel von Martindale das 4:4 markierte und Bayreuth letztendlich ins Penaltyschiessen rettete. Beide Teams nahmen noch jeweils eine Auszeit und Bayreuth musste noch eine Unterzahlsituation in den letzen Minuten überstehen da Müller in der 57. Minute wegen Behinderung auf die Strafbank musste.
Nun begann der eigentliche Krimi.

Nachdem die ersten beiden Schützen, Müller für Bayreuth und Purves für Pfronten gleich treffen konnten waren die Goalies bei den nächsten Schützen die Gewinner dieser Eins gegen Eins Duelle. Geigenmüller und Bartosch auf Tigersseite und Gottwalz und Häfele auf Pfrontener Seite waren nur zweiter Sieger. Es ging also weiter. Wieder traten Müller und Purves, nur in umgekehrter Reihenfolge als erste Schützen für ihre Teams an, doch diesmal konnten beide ihre Penaltys nicht an den Goalies vorbei bringen. Als dann Adrian Hack für die Falcons antrat und vergab war es die Riesen Chance für die Tigers das Eis als Sieger zu verlassen. Martindale nahm Anlauf und verwandelte den letzten Schuss dieser Partie souverän für sein Team. Somit war der Zusatzpunkt gesichert und ein versöhnlicher Abschluss dieser Partie für die Bayreuther Kufencracks gefunden.


Zuschauer: 108
Strafen: Bayreuth 24, Pfronten 10 
Powerplay: Bayreuth 1/5 Pfronten 1/7

Pfronten: Vorderbrüggen, Klammsteiner- Fröhlich M.(2), Wagner, Steiner(4), Hammer, Haf, Ott- Blum(2), Sigulla(2), Knöpfler, Brandes, Böck, Hack, Häfele, Purves, Neumann, Gottwalz

Bayreuth: Sievers, Bädermann- Meixner, Zimmermann, Maier, Rothemund, Noob, Mayer- Geigenmüller, Müller(6), Brahmer, Bartosch, Seibel, Schmidt(2), Carbone, Steffens(2), Zeilmann(14), Martindale

Tore.

0:1 (2.) Schmidt (Zeilmann, Carbone), 1:1 (10.) Purves(5 gegen 4), 1:2 (13.) Martindale (Bartosch),  1:3 (18.) Geigenmüller (S.Mayer, Bartosch- 5 gegen 4), 2:3 (18.) Hack, 3:3 (22.) Hack, 4:3 (44.) Knöpfler , 4:4 (57.) Bartosch (Martindale, Geigenmüller) 4:5 Martindale (Penalty)



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth