Eishockeygala des EHC im kleinen Frankenderby

EHC Bayreuth – ERV Schweinfurt   7:2 (1-0|5-0|1-2)


Viele dachten dass nach dem aufreibenden Derby am Freitag die Kraft eine entscheidende Rolle über den Ausgang des Spiels gegen den amtierenden Bayernligameister haben würde, aber so weit kam es gar nicht. Von Anfang an zeigten die Tigers eindeutig wer Herr im Haus ist. Besonders über die Außenbahnen brach man immer wieder energisch mit Tempo durch und beschwor dann mit Querpässen vor das Tor gefährliche Szenen aus besten Positionen herauf. Nur der Abschluss ließ in dieser Phase noch etwas zu wünschen übrig.

 Außerdem verweigerten die Schiedsrichter Martindale bei einem Alleingang einen glasklaren Penalty. Ein glänzendes Unterzahlspiel des EHC, in dem man sogar offensiv agieren konnte, krönte der starke Bartosch dann doch mit einem strammen Schuss zur längst fälligen Führung. Für den gesperrten Zimmermann bot Brahmer eine solide Partie auf der Verteidigerposition und Hausauer spielte dafür neben Zeilmann und Schmidt im Sturm. Nur dem guten Torwart Swolenski hatten es die Mighty Dogs zu verdanken das sie nicht deutlicher in Rückstand gerieten. Besonders gegen Müller rettete er kurz vor der ersten Pause nach turbulenten Szenen vor seinem Gehäuse noch einmal mit einer artistischen Aktion, wie man sie sonst nur bei den nordamerikanischen Profis sieht. Bei einzelnen Chancen des ERV zeigte EHC-Goalie Sievers auch wieder eine starke Leistung.
Im Mittelabschnitt wurde die Überlegenheit der Wagnerstädter immer deutlicher und trug nun auch deutliche Früchte auf der Anzeigentafel. Meixners Schlagschusstreffer stellte die Weichen und die Gäste gerieten nun völlig unter die Räder. Die gelb-schwarzen agierten die ganze Zeit hoch konzentriert und boten Eishockey vom feinsten, teilweise sprichwörtlich wie von einem anderen Stern. Besonders Dennis Martindale drehte jetzt richtig auf, so dass sich nicht wenige an glorreiche Bayreuther Eishockey Zeiten mit Stars wie Bobby Horton, Don Langlois oder Pierre Rioux erinnert fühlten. Sein Alleingang zum 3-0 war schon alleine das Eintrittsgeld wert. Mit unglaublicher Stocktechnik vernaschte er die komplette ERV-Abwehr und ließ auch dem Goalie nicht den Hauch einer Chance. Davon so euphorisiert  machte er gleich weiter und bediente nach einer ähnlichen Aktion auch noch Bartosch mit einem no-look-Pass zum 4-0. Der Kanadier sprühte nur so vor Spielfreude und das ganze Team spielte wie aus einem Guss. Beleg dafür waren auch die beiden folgenden Tore in einem Unterzahlspiel !!! Erst hämmerte Stoyan die Scheibe trocken in die Maschen und nur 25 Sekunden später zog Martindale wieder mit unnachahmlicher Technik davon und traf zum 5-0, gegen einen jetzt völlig bedienten Torhüter der Unterfranken. Die mehrmaligen „standing ovations“ der Zuschauer noch während das Spiel lief, hatten sich die Noob-Schützlinge redlich verdient.

Im Schlussdrittel nahm man verständlicherweise ein paar Gänge heraus und so kamen die Gäste etwas besser ins Spiel. Der Ehrentreffer für die Dogs durch Juhasz bei 4 gegen 5 hatte dann aber das Prädikat Phantomtor, denn man war sich ziemlich einig, das die Scheibe gar nicht im Tor war. Pech hatte, die Schweinfurter dann bei einem Pfostenschuss wieder durch den auffälligsten Angreifer Juhasz. Martindales noch nicht gestillter Torhunger führte dann noch mal zu einem Treffer der Gastgeber. Nachdem er bei einem weiteren unwiderstehlichen Solo gefoult wurde, entschieden die Referees nun doch endlich auf Penalty und in eiskalter, frecher und abgezockter Manier verwandelte er traumhaft sicher und machte sich damit endgültig zum „man of the match“, was ihm auch, der sonst mit Einzellob eher sparsame Co-Trainer Habnitt nachher in der Pressekonferenz freimütig attestierte. Das Juhasz dann im Powerplay mit einem abgefälschten Distanzschuss noch auf 7-2 verkürzte war nur noch Ergebniskosmetik, auf einen überragenden Eishockeyabend, wie ihn der Tigerkäfig schon sehr lange nicht mehr gesehen hat.
Gästetrainer Forster fehlten dafür fast etwas die Worte, er lehnte es aber ab alles auf die Ausfälle oder das Verbandschaos unter der Woche zu schieben. Damit steht der ERV nächste Woche gegen Selb schon mächtig unter Druck. Ganz anders die Situation bei den Tigers. Völlig unbeschwert sieht man den nächsten Aufgaben zwei mal gegen Pfaffenhofen entgegen.


Zuschauer: 915  Strafen: BT: 12 Min S: 22 Min Powerplay: BT 1/7 S: 0/5


Bayreuth: Sievers, Bädermann – Meixner, C.Maier, Brahmer, Noob, Rothemund, S.Mayer (2) – Müller, Geigenmüller (2), Bartosch (2), Schmidt, Stoyan (2), Steffens (2), Zeilmann (2), Martindale, Hausauer


Schweinfurt: Swolenski (2), Jung – Kleider (4), Koch, Reiser, Ploss, Knaup, Görlitz, Turnwald – Heilman, Funk (2), Richter, Geuder, Feuerfeil (2), Juhasz, Eckmair (12), Trolda, Amrhein


Tore: 1-0 (17) 4-5 Bartosch (Geigenmüller); 2-0 (24) Meixner (Stoyan, Müller); 3-0 (28) Martindale (Noob, Sievers); 4-0 (35) Bartosch (Martindale, Geigenmüller); 5-0 (36) 4-5 Stoyan (C.Maier); 6-0 (36) 4-5 Martindale; 6-1 (43) 4-5 Juhasz (Koch); 7-1 (49) Martindale (PEN); 7-2 (51) 5-4 Juhasz (Knaup, Heilman)



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth