Wölfe gewinnen verdient, aber zu hoch im Tigerkäfig

EHC Bayreuth – VER Selb     1:6 (1-2;0-2;0-2)

In der vierten Derbyauflage dieser Saison zogen die Bayreuther diesmal deutlich und auch verdient den Kürzeren. Allerdings fiel das Ergebnis am Ende doch etwas zu hoch aus. Lange Zeit hatte man nämlich durchaus seine Chancen, fand aber speziell gegen den starken Dirksen im VER-Gehäuse nicht dir richtigen Mittel zum Erfolg. Besonders im Schlussdrittel verhinderten auch die ziemlich überfordert wirkenden Schiedsrichter mit zahlreichen seltsamen Strafzeiten eine Resultatsverbesserung der Festspielstädter.
Als nach drei Minuten Schneider mit einem Überzahlschlagschuss die Gäste in Führung brachte, verfielen die Einheimischen nicht Lethargie, wobei schon da auffiel, das man nicht ganz so aggressiv spielte, wie bei den vorherigen Derbyerfolgen. Geigenmüller (9.) markierte dann auch nach klasse Bartosch Vorarbeit im Powerplay mit gutem Handgelenkschuss den zu diesem Zeitpunkt nicht unverdienten Ausgleich, nachdem man zuvor schon mehrmals am Selber Goalie gescheitert war. Leider passierte es auch zu Häufig, das man den bekannt spielstarken Stürmern der Hochfranken zu viel Platz ließ und eine diese Situationen nutzte dann Sekera trocken zur erneuten Gästeführung.

 
Die Wagnerstädter kamen dann mit neuem Elan aus der Kabine und versuchten den Ausgleich zu erzwingen. Pech hatte der überzeugende Bartosch bei der besten Möglichkeit, als er nur den Pfosten traf. Bei diesem Angriffselan unterliefen ihnen aber auch mehrere krasse Abspielfehler in der Defensive, von denen Thielsch einen in Unterzahl zum 1-3 nutzte und Sievers per Alleingang keine Chance ließ.


Als dann erneut der auffällige Thielsch bei 5 gegen 4 sogar noch ein Treffer gelang, indem er lange mit dem Schuss wartete bis er die Lücke gefunden hatte, war schon eine Vorentscheidung gefallen. Man merkt den Tigers in den letzten Wochen auch die lange, Kraftraubende Saison an, der Akku ist einfach inzwischen ziemlich leer. Der Geist war zwar noch willig doch die Beine schon etwas schwach. Die Tigers wechselten dann auch den Torwart und hielten das Ergebnis bis zur zweiten Pause ohne weiteren Schaden.
Im Schlussdrittel hagelte es dann plötzlich massenweise Strafen für die Tigers und Spielertrainer Noob erhielt sogar eine Spieldauerstrafe. Man spielte praktisch ständig in Unterzahl, unter anderem sogar zweimal kurz hintereinander volle 2 Minuten 3 gegen 5. So waren die beiden Powerplaytreffer durch Lamich und noch einmal Thielsch kurz vor dem Ende kaum verwunderlich. Das dauernde personelle Ungleichgewicht verhinderte natürlich auch fast komplett eigene, Erfolgsversprechende Angriffe und so blieb es erstmals in dieser Saison bei nur einem Tigerstor in einem Heimspiel.
Nach einer glänzenden Saison war speziell in den letzten drei Spielen etwas die Luft raus bei den Tigers. In diesem Derby kam man z.B. ähnlich wie in der Vorwoche gegen Pfaffenhofen nicht richtig ins Spiel. Die sonst oft spielentscheidene Kampfkraft und Körpereinsatz kamen diesmal nicht so zum Tragen und dann wird es gegen so spielstarke Teams wie die Wölfe sehr schwer. Etwas Pech im Abschluss und ein sehr guter Gästekeeper verhinderten auch den einen oder anderen Treffer, der vielleicht für einen anderen Verlauf hätte sorgen können.
Mit diesem verdienten Erfolg ziehen die Porzellanstädter zusammen mit Pfaffenhofen ins Halbfinale ein und für den EHC steht nach dem Abschlussspiel in Schweinfurt am Sonntag die wohl verdiente Sommerpause an.

3 069 Zuschauer
Strafen: BT: 45 Min S: 14 Min 
Powerplay: BT: 1/7 S: 4/10

 

Bayreuth: Sievers, Bädermann (ab 32) – Meixner (2), Zimmermann (8), C.Maier (6), Noob (25), Rothemund, S.Mayer – Müller, Geigenmüller, Brahmer, Bartosch, Schmidt (2), Stoyan, Carbone, Steffens, Zeilmann, Martindale (2), Hausauer

Selb: Kümpel, Dirksen – Holden, Jeschke, Thumm, Porzig, Schneider, Horvath, Fischer – Bauer, Schiener, Siegeris, Setzer, Jaworin, Lamich, Waßmiller, Hendrikson, Sekera, Thielsch

Tore: 0-1 (3) 5-4 Schneider (Siegeris, Waßmiller); 1-1 (9) 5-4 Geigenmüller (Bartosch, Zeilmann) 1-2 (15) Sekera (Holden); 1-3 (26) 4-5 Thielsch; 1-4 (30) 5-4 Thielsch (Sekera, Waßmiller); 1-5 (50) 5-4 Lamich; 1-6 (59) 5-4 Thielsch (Waßmiller, Thumm)



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth