Fulminanter Endspurt der Tigers bringt den Sieg

Munteres Scheibenschießen in einem unterhaltsamen Spiel – Für beide Teams ging es sprichwörtlich um die goldene Ananas. Aber beide Lager wollten ihren Fans zum Saisonabschluss noch einmal einen  Höhepunkt im „kleinen Frankenderby“ bieten.

Die Tigers mussten dabei auf Sergej Hausauer und auch auf Spielertrainer Noob verzichten. Letzterer hatte sich im Derby gegen Selb eine fragwürdige Spieldauerdisziplinarstrafe eingehandelt. Das erste Drittel begann mit dem obligatorischen Abtasten. In den ersten Minuten tröpfelte die Partie vor sich hin ohne nennenswerte Aktionen zu verzeichnen.
Ab der 4. Minute kam dann Fahrt auf. Die erste erwähnenswerte Möglichkeit nutzten die Hausherren zur Führung.  Der starke Bädermann konnte einen Abpraller nicht festhalten und Eckmair nutzte die Gunst der Situation. Es ging nun rauf und runter. 


Und die Tigers hatten in der 8. Minute auch die passende Antwort parat. Bartosch umkurvte das gegnerische Gehäuse, passte auf den lauernden Martindale und der Kanadier ließ einmal mehr seine Vollstreckerqualitäten aufblitzen. Weiter ging das muntere Scheibenschießen und Chancen häuften sich hüben wie drüben. Doch erneut war es Schweinfurt, die mit Eckmair in der 12. Minute das Glück auf ihrer Seite hatten.  Die Tigers ihrerseits hatten aber bereits  5 Minuten später erneut die passende Antwort. Ein schneller Vorstoß über Stoyan auf Martindale und das Remis war wieder hergestellt. Das Spiel nahm zusehend Fahrt auf. Die Dogs wollten ihrem Anhang endlich einen Heimsieg schenken und drückten auf den Führungstreffer. Dieser kam dann auch. In der 23. Minute verwandelte Reiser ein Zuspiel vom jungen Amrhein, der eine klasse Partie ablieferte.  Doch noch in den Freudentaumel der 376 Zuschauer hinein egalisierte nur eine Minute später Geigenmüller zum 3:3.

Die Tigers kamen immer besser ins Spiel, doch wurden auch beste Chancen etwas zu leichtfertig vergeben. Schweinfurts Juhasz liess sich in der 35. Minute nicht zwei Mal bitten und verwertete ein cleveres Zuspiel von Geuder zur erneuten Führung der Hausherren. Doch wie schon häufig in dieser Saison zeigten sich die Tigers unbeindruckt und schlugen prompt zurück. Nur 3 Minuten später war es erneut Geigenmüller, der zum Ausgleich traf. Kurios war dieser Treffer schon. Schweinfurts Keeper Swolensky wollte die Scheibe aus dem Drittel lupfen. Geigenmüller pflückte den mißglückten Versuch aus der Luft herunter und verwandelte eiskalt.
Diesmal waren es die Tigers, die scheinbar noch in Freudentaumel  feierten als nur eine Minute später Heilmann zeigte, warum er einer der besten Spieler der Bayernliga ist. Ein Ploss-Zuspiel  nutzte er zur Schweinfurter Führung.
Kämpfen war angesagt, wollte man aus sicht der Tigers doch noch erfogreich die Heimfahrt antreten. Die Bemühungen schienen zunächst nicht schlecht, doch in der 46. Minute nutzte erneut Heilmann eine Unachtsamkeit in der Tigers-Hintermannschaft und brachte sein Team mit 6:4 in Front.

Die Mighty Dogs fühlten sich scheinbar nun etwas zu sicher, waren ihrerseits unachtsam und bereits 2 Minuten später verwandelte Stoyan ein Behmer Zuspiel zum nicht unverdienten Anschlusstreffer. Die Hausherren wirkten nun etwas verunsichert. Und keine 2 Minuten später traf Bartosch mit einem Hammer ins rechte obere Dreieck zum umjubelten Ausgleich. Weiter ging es nun rauf und runter. Keiner wollter als Verlierer vom Eis. Schweinfurt sortierte sich neu und Youngster Amrhein, der eine starke Partie bot, brachte tatsächlich die Dogs erneut mit 7:6 in Front.
Nun überschlugen sich die Ereignisse. In der 58. Minute dann eine ganz kuriose Aktion des sonst so scheibensicheren und starken Heilmann. Hatte er soviel Gefallen an dieser Partie, dass er unbedingt ins Penaltyschiessen wollte? Es wird ein Mysterium bleiben warum er seinen eigenen Keeper verlud und ins eigene Tor einnetzte.
Davon sichtlich verunsichert, leisteten sich die Dogs einen weiteren kapitalen Fehler. Zeilmann schnappte sich die Scheibe, brach durch und wurde bei seinem Alleingang vor dem Schweinfurter Gehäuse unsanft von hinten gefoult. Die logische Konsequenz: Penalty für Bayreuth und das nur wenige Sekunden vor der Schlußsirene. Ein Mann für diese Aufgabe ist der über die ganze Saison stark spielende Geigenmüller. Er ließ sich die Gelegenheit nicht entgehen und traf zum nicht unverdienten 7:8 Sieg. Damit geht eine starke Saison des Aufsteigers aus Bayreuth zu Ende und die Fans der Wagnerstädter blicken stolz und zufrieden auf eine Mannschaft, die ohne große „Stars“ sich bei der großen Konkurrenz bravorös behauptet hat und sogar die Zwischenrunde um den Aufstieg erreichte.


ERV Schweinfurt:
Swolensky, Jung, Kleider, Koch, Reiser, Ploss, Knaup, Görlitz, Turnwald, Nikitins, Heilmann, Funk, Geuder, Juhasz, Eckmair (4+10), Amrhein(2), Trolda(2)


EHC Bayreuth:
Sievers, Bädermann, Zimmermann, Meixner, Maier, Rothemund, Martindale, Müller(2), Geigenmüller, Brahmer(2), Bartosch, Seibel(2), Schmidt, Stoyan, Steffens, Zeilmann, Behmer


Strafen:
Schweinfurt: 8+10
Bayreuth: 6

Zuschauer: 376


Torfolge:
1:0 (04.) Eckmair, Juhasz, Reiser
1:1 (08.) Martindale, Bartosch
2:1 (12.) Eckmair, Juhasz, Heilmann
2:2 (17.) Martindale, Stoyan, Meixner
3:2 (23.) Reiser, Amrhein
3:3 (24.) Geigenmüller, Schmidt, Zeilmann
4:3 (35.) Juhasz, Geuder, Reiser
4:4 (38.) Geigenmüller
5:4 (39.) Heilmann, Ploss, Knaup
6:4 (46.) Heilmann, Juhasz
6:5 (48.) Stoyan, Behmer, Brahmer
6:6 (50.) Bartosch, Seibel, Maier
7:6 (55.) Amrhein, Reiser
7:7 (58.) Müller, Brahmer
7:8 (60.) Geigenmüller



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth