Wolfsrudel war bissiger und "revanchiert" sich

Es war angerichtet. nach der 9:7 Niederlage des Oberligisten im Tigerkäfig zu Bayreuth brannten die Selber Wölfe natürlich auf eine Revanche gegen den mittlerweile zum Angstgegner "mutierten" Erzrivalen aus der Wagnerstadt.
Im Hinspiel fehlten auf beiden Seiten einige Akteure und auch im Rückspiel konnte man nicht ganz komplett antreten. Auf Bayreuther Seite fehlten zum Beispiel der Kapitän und Abwehrchef Marco Zimmermann, der frisch aus dem Urlaub zurück, natürlich noch Trainingsrückstand aufzuweisen hatte. Ferner musste man auf Stürmer Brahmer aufgrund einer Grippeinfektion verzichten.
Das erste Drittel begann jedoch nicht so vielversprechend, wie sich das so mancher Fan vorgestellt hatte.  Zaghaftes  Abtasten auf beiden Seiten verhinderten jeglichen Spielfluss.  Außer einem Schuss auf das Gehäuse der Bayreuther geschah bis zur 10. Minute nicht wirklich viel.


Die 11. Spielminute brachte jedoch die Wende.  Müller  tankte sich durch und passte mustergültig auf Schmidt, der Dirksen im Tor der Selber keine Chance ließ.  Das Spiel jedoch behielt das Niveau nicht. Außer einigen kleineren Chancen hüben wie drüben gestaltete sich das Geschehen weitestgehend ausgeglichen.  in der 19. Minute hatten die Selber "die" Ausgleichschance auf dem Schläger. Ein Querpass rutsche durch die Mitte auf das Bayreuther Gehäuse aber gleich 3 Mann vergaben die Einschuss-Chance. So ging es dann auch in die erste Drittelpause.

Die berühmte Standpredigt des Trainers nahmen sich die Selber Wölfe anscheinend zu Herzen. Bissig kamen sie aus der Kabine und nahmen sogleich das Heft in die Hand.  Kaum war eine Minute gespielt, bedient Lamich Sturmkollegen Sekera klug und gegen dessen trockenen Schuss war Bädermann im Kasten der Bayreuth Tigers machtlos. Zwar konnte Bartosch auf Seiten der Bayreuther kurz darauf den Goalie prüfen aber schon im direkten Gegenzug schlug es erneut im Kasten der Bayreuther ein. Dass Eishockey ein schneller Sport ist, musste die Reihe der Tigers erkennen. Ein kleiner Scheibenverlust in der neutralen Zone ermöglichte dem erneut starken Waßmiller eine Breakchance. Der erfahrene Stürmer ließ sich nicht zweimal bitten und machte den Doppelschlag zum 2:1 perfekt.

Selb wurde immer stärker. In der 28. Minute ein schöner Spielzug über Sekera auf Lamich und dieser verwandelt zum 3:1.  Tigers Goalie Bädermann schien von diesem Schuss etwas überrascht. jedenfalls war das nicht ganz unhaltbar. Selb entwickelte weiter Druck. In der 33. Minute war es Waßmiller, der nur knapp am Bayreuther Schlussmann scheiterte. Den Höhepunkt fand das 2. Drittel bei einem satten Lattenkracher der Selber. Man merkte nun deutlich den Trainingsvorsprung des Oberligisten. Mit diesem Resultat ging es dann auch in die Kabine.

Im letzten Drittel wurde der Oberligist aus Selb dann durch 2 Strafzeiten auf 3 mann dezimiert. und prompt schlug der Bayernligist aus Bayreuth zurück. Das 2:3 markierte Neuzugang Mikesz nach feinem Zuspiel von Bartosch.
Doch die Freude währte nur kurz, denn in der 45. Minute kassierte Stürmer Schmidt eine 5 + Spieldauer Disziplinarstrafe nach einem Stockstich. Diese "Einladung" ließen sich die Wölfe aus Selb nicht entgehen. Ein satter Schuss von der blauen Linie traf sein Ziel zum 4:2. Im Stadion sah man Jeschke auf Zuspiel von Sekera schiessen. Den Treffer jedoch erkannte der Unparteiische Lamich an.
Die Bayreuther wirkten in dieser Phase etwas von der Rolle. In der 47. Minute kassierte Selb eine Strafe wegen Stockschlages. Doch anstatt eines Powerplays verlor man die Scheibe und ermöglichte Selb somit einen direkten Konter. Den Shorthander verwandelte Lamich eiskalt.

Das Scheibenschießen ging weiter. Nur eine Minute vergab erneut Lamich eine höhere Führung des Oberligisten. Aber in der 52. Min machten die Hausherren alles klar.  Ein feines Zuspiel von Sekera auf Schiener brachte den Endstand. In den Folgeminuten passierte nicht mehr viel.

Bedingt durch den doch erheblichen Trainingsrückstand verkaufte sich der Bayernligist beim Oberligavertreter aus Selb durchaus passabel. Die Hausherren ließen jedoch keine Zweifel aufkommen und somit geht der Sieg auch in dieser Höhe völlig in Ordnung.

Zuschauer: 1037

Strafen:
Selb: 20
Bayreuth: 4+5+SpD

VER Selb:
Dirksen, Specht, Holden (2), Ryzuk(2), Jeschke, Schneider, Schadewalt, Schramm(4), Schiener, Setzer, Jaworin, Heilmann, Michalek(2), Lamich(2), Waßmiller(2), Hendrikson(2), Sekera, Thielsch(4)

EHC Bayreuth:
Bädermann, Sievers, Meixner(2), Maier(2), Franz, Wagner, Rothemund, Potac, Mayer, Müller, Seibel, Geigenmüller, Mikesz, Bartosch, Masel, Schmidt(5+SpD), Stoyan, Zeilmann, Behmer



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth