Penalty acht Sekunden vor Ende bringt verdienten Ausgleich

Zum letzen Vorbereitungsspiel in der Ferne begaben sich die Bayreuther Puckkünstler gen Osten zum neuen Oberligisten ERV Chemnitz 07. Nach zuletzt durchaus ansprechenden Leistungen gegen ausschließlich höherklassige Gegner durfte man gespannt sein ob man an die Leistungen der letzten Wochen anknüpfen konnte. Das Überzahlspiel und die Defensive bemängelte zuletzt Tigers Coach Tschoudinov und behielt zumindest im 1. Drittel damit recht.
Der Beginn war auf Seiten der Gäste recht nervös, man fand nicht richtig ins Spiel und produzierte haufenweise Fehlpässe. Einen dieser Abspielfehler als Youngster Seibel  den Puck zum Gegner spielte war dann auch in der
9. Spielminute das erste mal Grund zum jubeln für das Heimteam. Eiskalt nutzte Mike Losch dieses Gastgeschenk und ließ dem am heutigen Tag guten Bädermann keine Chance.

Als sich zwischen der 14. Und 16. Minute die Tigers dann eine 3 - 5 Unterzahlsituation gegenüber sahen merkte man deutlich, dass das verstärkte Defensivtraining der letzten Tage Früchte getragen haben muss. Denn nicht nur, dass man aus dieser Situation schadlos hervorging, man konnte sich in diesem Moment selbst noch Chancen erspielen. Scheinbar gestärkt aus dieser Situation fand man immer besser ins Spiel und erarbeitete sich die eine oder andere Chance. Kurz vor der ersten Pause war es dann soweit. Potac kam im Angriffsdrittel an den Puck und hielt einfach mal drauf, überraschte damit den ehemaligen “Hexer vom Turm” Kondelik  und seine Mannen mit dem 1 :1 Ausgleich.

Aus der Drittelpause kam dann ein Tigers Team den man den Willen direkt anmerkte, am heutigen Tage nicht “leer” nach Hause zu fahren.  Reihenweise erarbeitete man sich Chancen, nacheinander scheiterte erst Mikesz der einen Bully gewann und direkt auf Kondelik zustürmte, anschließend Geigenmüller und dann auch Müller an dem klasse Schlussmann der Sachsen. Chemnitz war in dieser Phase des Spiels auf eine angezeigte Strafe gegen Bayreuth angewiesen. Mit einem sechsten Feldspieler auf dem Eis war es der auf Seiten der Wild Boys herausstechende Hofverberg der auf Zuspiel von Uhlig diese zu diesem Zeitpunkt überraschende Führung für sein Team erzielte.  Endlich in der 35. Minute war es dann aber so weit. Erneut Müller hatte die Chance nach einem kapitalen Abwehrschnitzer der Wild Boys und entschied sich diesmal endlich den verdienten Ausgleich zu markieren.  Dem Heimteam gefiel das nicht besonders und so mussten sich die Tigers heftigen Angriffen erwehren. Auch in dieser Situation konnte man sich auf Bädermann verlassen der die eine oder andere Chance vereitelte. Als in der 39. Spielminute dann Wild Boy Kohlstrunk kurzfristig in die Kühlbox musste zogen die Tigers ein beispielhaftes, vorher noch bemängeltes, Überzahlspiel auf und nach nicht mal 20 Sekunden schloss der agile Mikesz dieses mit einem trockenen Schuss in den Winkel zur 3 : 2 Führung für seine Farben ab.

Den letzten Spielabschnitt begannen die Tigers mit einem Mann weniger auf dem Eis. Potac musste noch eine Strafe aus dem 2. Drittel absitzen, als sich Hofverberg die Scheibe an der eigenen blauen Linie schnappte und die gesamte Bayreuther Mannschaft “alt” aussehen ließ. Niemand konnte den “kleinen” Mann stoppen und dieser überwand auch noch Bädermann zum Ausgleich für seine Mannschaft. Von dieser Aktion und dem Ausgleich beflügelt, starteten nun die Sachsen ihre Angriffsmaschinerie und prüften den Bayreuther Schlussmann ein ums andere mal. Glück hatte man in der 44. Minute als ein von Schmidts Schlittschuh abprallender Puck nur den Pfosten traf. Zwei Minuten später versuchte der Chemnitzer Vymazal im Mitteldrittel Meixner zu checken der sich aber geschickt wegduckte und seinen Gegenspieler ins leere, bzw. in die Bande laufen ließ. Eine kurze Unterbrechung auf dem Eis und einen sehr lange Behandlung für den Stürmer der Sachsen auf der Bank waren die Folge. Das Spiel wog anschließend hin und her mit Chancen auf beiden Seiten. In der 52. Minute testete Meixner den Chemnitzer Goalie mit einem Schlagschuss. Nur Sekunden später fuhren dann die Wilden Jungs einen 2 auf 1 Konter und testeten Bädermann, der hatte aber gegen eine weiteres Gegentor etwas und entschärfte diese Chance in klasse Manier. In der 55. Minute wieder bei angezeigter Strafe gegen Bayreuth setzten sich die Mannen aus Chemnitz im Bayreuther Drittel fest und drängten auf die Führung. Im “Getümmel” vor dem Tor verlor Müller nach einem Schlag seinen Helm. In Erwartung einer Unterbrechung durch das Schiedsrichtergespann dachte man, diese Druckphase überstanden zu haben. Allerdings blieb der Pfiff der Unparteiischen aus und so war es erneut Losch der Bädermann an diesem Abend überwinden konnte und zur 4 : 3 Führung einschoss. Für Müller der verständlicherweise mit dieser Entscheidung nicht einverstanden war und beim Schiedsrichter reklamierte war sodann auch die Partie beendet. Die 10 Minuten Strafe brauchte er bei 54:41 auf der Uhr nicht mehr auf der Strafbank absitzen. Doch auch jetzt ließen sich die Tigers wie übrigens die gesamte Partie nicht hängen und versuchten ihr Möglichstes. Als Coach Tschoudinov den Goalie in der 60. Minute für einen sechsten Feldspieler vom Eis nahm, konnte sich das Tigers Team im gegnerischen Drittel regelrecht festsetzen und die Sachsen unter Beschuss nehmen. Diese wussten sich scheinbar nicht mehr anders zu helfen als 8 Sekunden vor Ende das Tor mit voller Wucht aus der Verankerung zu schieben, der Schläger des Goalies flog gleichzeitig auch noch durch den Slot.  Penalty war die logische Konsequenz. Unter den Pfiffen und mit Tröten ausgestatteten Heimfans nahm sich Michal Bartsoch der Sache an und verlud Kondelik geschickt und setzte damit den Schlusspunkt unter eine faire und spannende Partie.

Zuschauer: 70

Strafen: Chemnitz 10     Bayreuth 8 + 10 Müller

Powerplay: Chemnitz 1 /  4      Bayreuth   1 / 5

Chemnitz: Kondelik, Quitzsch - Kohlstrunk(2), Schenkel(4), Dvorak(2), Pohling, Seidl - Uhlig, Stiegler, Oertel, Vymazal, Losch, Michel, Rentzsch(2), Geier, Hofverberg

Bayreuth: Bädermann, Sievers - Meixner, Zimmermann, Wagner, Rothemund, Potac(2), Mayer(2) - Müller(12), Seibel, Geigenmüller, Mikesz, Brahmer, Bartosch, Schmidt, Stoyan(2), Behmer

Tore: 1 -0 (9) Losch (Vymazal, Hofverberg),  1 - 1 (19) Wagner (Mikesz, Behmer), 2 - 1 (32) Hofverberg (Uhlig, Geier), 2 -2  (35) Müller (Zimmermann, Schmidt), 2 - 3  (39) 5-4 Mikes (Potac, Geigenmüller), 3 - 3 (42) 5-4 Hofverberg (Vymazal, Dvorak), 4 - 3 (55) Losch (Hofverberg), 4 - 4 (60) Bartosch (P)



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth