Trotz 3-0 Führung nach 10 Minuten keine Punkte für die Tigers

EHC Bayreuth – Höchstadter EC   3:5 (3-3;0-0;0-2)

Dieses Frankenderby lief so kurios ab, dass man es sicher noch länger in Erinnerung behalten wird. Schon nach gut 30 Sekunden musste Sievers bei einem Höchstadter Alleingang eine Großchance entschärfen. Danach übernahmen aber die Hausherren die Spielkontrolle und Geigenmüller brachte sein Team im 2.Versuch auch gleich in Führung. Weitere Chancen der Tigers machte der gut aufgelegte Feeser im Tor der Gäste zunichte. Chancenlos war er dann aber beim 2-0 durch Potac. Wie Slalomstangen umkurvte er seine Gegenspieler quer durch das halbe Spielfeld bis er wirklich alle, inklusive Torhüter, ausgespielt hatte und sicher verwandelte. Davon inspiriert tat es ihm Geigenmüller in seiner unnachahmlichen Art gleich. Mit einem furiosen Antritt, gepaart mit ganz enger Scheibenführung, zog er an seinem Gegenspieler vorbei und traf elegant rechts oben im Eck.


Das zweite Traumtor der Wagnerstädter in nur 65 Sekunden. Was dann danach passierte kann vielleicht nicht einmal ein erfahrener Psychologe richtig erklären ? Als Sievers ein eher harmloser Distanzschuss (allerdings bei wenig Sicht) über die Fanghand rutschte, stellten die Gelb-schwarzen komplett das Eishockey spielen ein. Nach vorne ging kaum noch etwas und hinten wurden die Lücken immer größer. Die Alligators setzten sich fest und Hlozek sowie Schmidhuber schafften relativ problemlos noch vor der ersten Pause den Ausgleich.

Im Mittelabschnitt wirkten beide Mannschaften zwar bemüht, doch vieles spielte sich in der neutralen Zone ohne große Torchancen ab. Es wurde um jeden cm Eis gekämpft, aber ein richtiges Mittel sich gut in Szene zu setzen fand niemand. Die einzelnen Möglichkeiten wurden alle sichere Beute der beiden Goalies.

Gleiches Bild dann im Schlussdrittel. Die Oberfranken hatten zwar leichte Vorteile, doch vor dem Tor des starken Feeser waren sie mit ihrem Latein meist am Ende und so kam es, wie es in solchen Fällen fast immer kommt. Mit ihrer ersten Großchance in dieser Phase gingen die Gäste in Führung. Marsall traf bei einem klassischen 2 gegen 1 Konter gegen die zu weit aufgerückten Tigers zum 3-4. Die Bayreuther antworteten mit einer wütenden Daueroffensive, bei der sie zahlreiche hochkarätige Möglichkeiten ausließen oder wieder am nun unüberwindbar wirkenden Feeser scheiterten. Praktisch alle Spieler der ersten beiden Formationen hatten mindestens einmal den Ausgleich vergeblich auf dem Schläger. Bei einer Strafe für den HEC knapp 3 Minuten vor Ende nahm Tchoudinov seinen Torhüter für einen weiteren Feldspieler vom Eis und riskierte alles. Leider fingen die Höchstadter gut 1 Minute vor Schuss einen Tigersangriff ab und Hlozek traf zur Entscheidung ins leere Tor.
Nach dem guten Start waren die Bayreuther natürlich tief enttäuscht über das Endergebnis. Man hatte eine große Chance sich in der Tabelle nach vorne zu schieben verpasst. Höchstadt wirkte in den letzten 50 Minuten klar robuster und kämpfte verbissen um seine Chance Punkte aus dem Tigerkäfig zu entführen, was ihnen ja schlussendlich nicht einmal unverdient auch gelang.

747 Zuschauer  
Strafen: BT: 10 Min  H: 8 Min Powerplay: BT 0/4 H 1/5


Bayreuth: Sievers, Bädermann – Meixner, Zimmermann (2), C.Maier, Wagner (2), Potac – Müller, Seibel, Geigenmüller (2), Mikesz (2), Brahmer, Bartosch, Schmidt, Stoyan, Zeilmann (2), Behmer


Höchstadt: Feeser, Smolka – Sikorski, Jasny, Dunlop, Winzer, D.Goblirsch, Schmidhuber (2) – Marsall, Hlozek, Eyrich, Tratz, Watkins (2), Hiendlmeyer, Buchwieser (2), Pruett (2), Hausauer, Stribny


Tore: 1-0 (3) Geigenmüller (Müller, Stoyan); 2-0 (10) Potac (Brahmer); 3-0 (11) Geigenmüller (Müller); 3-1 (13) Buchwieser (Dunlop, Watkins); 3-2 (16) Hlozek (Goblirsch, Buchwieser); 3-3 (17) 5-4 Schmidhuber (Watkins, Buchwieser); 3-4 (54) Marsall (Hiendlmeyer, Stribny); 3-5 (59) 4-6 Hlozek (Marsall, Sikorski)



Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth