Torfestival im Tigerkäfig

EHC Bayreuth – EC Pfaffenhofen   11:5 (3-0|5-2|3-3)


Obwohl beide Teams einige Ausfälle hatten, die Gäste noch deutlich mehr als der EHC, war es ein Spiel wo jeder der nicht im Stadion war sich nachträglich ärgern darf, weil er sehr viel verpasst hat. Die ersten Minuten waren zwar auch schon von optischer Überlegenheit der Tigers geprägt, aber es dauerte fast 9 Minuten bis Seibel einen kapitalen Fehlpass des ECP zur Führung nutzen konnte. Mehrere Hochkaräter ließ man dann ungenutzt verstreichen, bis zwei Distanzschüsse von Zeilmann (abgefälscht) und Meixner im Powerplay doch noch eine verdiente 3-0 Pauseführung ergaben.


Im zweiten Abschnitt merkte man dass die IceHogs es noch einmal wissen wollten und vielleicht in der Kabine auch einige deutliche Hinweise von ihrem Trainer bekommen haben. Dylla traf in Überzahl per Abstauber auch gleich zum Anschlusstreffer und das Spiel wogte nun einige Zeit hin und her. Es wäre in dieser Phase auch noch ein komplettes Kippen der Partie möglich gewesen, denn Chancen verbuchten beide Teams und der nächste Treffer hatte vermutlich entscheidende Bedeutung. Zum Glück fanden die Tigers als Erste einen Weg aus dieser Situation. Zur Spielmitte erzielte Mikesz das vermeintliche 4-1, doch der Schiedsrichter verweigerte die Anerkennung weil er meinte das Tor war zuvor verschoben und gab stattdessen 2 Strafminuten wegen Spielverzögerung gegen die Gäste, obwohl man dann vermutlich eher auf Penalty hätte entscheiden müssen. Davon eventuell etwas angestachelt zogen die Tigers das Tempo wieder deutlich an und dann fielen die Tore wie reife Früchte. Schmidt aus einem 2 gegen 1 Konter heraus, Mayer aus der Entfernung mit Unterstützung des Torwarts, 2 mal Potac mit herrlichen Treffern von der blauen Linie, sowie Stoyan erhöhten bis auf 8-1 für die nun wie entfesselt aufspielenden Hausherren. Wenn man alle Möglichkeiten verwertet hätte, wären sogar noch einige Tore mehr machbar gewesen. Nach dem siebten Treffer hatte ECP-Goalie Lachauer genug und verließ sichtbar entnervt für Fischer sein Gehäuse. Das 8-2, erneut durch Dylla, fiel da schon gar nicht mehr ins Gewicht.
Im Schlussdrittel machten die Oberfranken noch einige Zeit genau da weiter und Seibel, Brahmer und Mikesz stellten das Resultat bis auf 11-2. In der Offensive ließ man danach zahlreiche weitere Chancen ungenutzt und leistete sich in der Abwehr einige Unaufmerksamkeiten, die Pfaffenhofen durch seine erste Formation zu drei weiteren Toren nutzte und Tigerscoach Tchoudinov in der Pressekonferenz berechtigterweise nicht ganz zufrieden stellte. „40 Minuten haben sich alle an das ausgegebene defensivere denken gehalten, danach gab es aber wieder einen Rückfall in zu offene Spielweise“ erklärte er dazu. Sehr positiv bemerkte er auch dass sich mehrere Spieler trotz Verletzung zur Verfügung gestellt und eine gute Partie abgeliefert haben. Das Tigersspiel wirkte bis auf die letzten 10 Minuten kontrollierter und konzentrierter als im letzten Heimspiel, was sicher eine wichtige Erkenntnis für die nächsten Wochen ist. Gästetrainer Pointdexter war natürlich dagegen in ganz anderer Stimmung. „11 Gegentore sagen eigentlich alles und sind nicht akzeptabel, mehr ist dazu nicht zu sagen“ war sein knappes Statement.

508 Zuschauer  Strafen: BT: 10 Min  P: 12 Min Powerplay: BT 2/6 P 2/5

Bayreuth: Bädermann, Sievers – Meixner, C.Maier (2), Rothemund, Potac (2), Mayer – Müller (4), Seibel, Geigenmüller, Mikesz, Brahmer, Bartosch, Schmidt, Stoyan (2), Zeilmann

Pfaffenhofen: Lachauer, Fischer (ab 38) – Gerber, Gräber (4), Slater, Beslagic (2) – Dylla, Kühnl, Vokaty, Babic (6), Pfab, F.Birk

Tore: 1-0 (9) Seibel; 2-0 (15) Zeilmann (Seibel, Schmidt); 3-0 (19) 5-4 Meixner (Müller, Stoyan); 3-1 (21) 5-4 Dylla (Volaty, Kühnl); 4-1 (33) Schmidt (Potac); 5-1 (35) Mayer (Mikesz); 6-1 (37) 5-4 Potac (Bartosch, Mikesz); 7-1 (38) Stoyan (Geigenmüller, Schmidt); 8-1 (39) Potac (Mikesz); 8-2 (40) Dylla (Vokaty, Kühnl); 9-2 (44) Seibel (Schmidt, Potac); 10-2 (45) Brahmer (Bartosch, Mikesz); 11-2 (48) Mikesz (Bartosch, Brahmer); 11-3 (49) Vokaty (F.Birk, Slater); 11-4 (55) 5-4 Kühnl (Beslagic, Vokaty); 11-5 (55) Beslagic (Dylla, Kühnl)




Quellen: Nordbayerischer Kurier, EHC Bayreuth